06.10.2011

Re-Commerce ist längst kein Randthema mehr, denn Konsumgüter gibt es im Überfluss: Kaum kommt ein neues Smartphone auf dem Markt oder eine neue Kollektion, liegen die alten Artikel bestenfalls im Schrank. Statt Produkte wegzuwerfen, geben Verbraucher sie im Tausch gegen Gutscheine oder Barauszahlungen an spezielle Dienstleister. Der Handel mit gebrauchten Waren boomt, sodass auch große Online-Händler wie Amazon, Otto und Co. das Potenzial erkannt haben.

 

Aufstieg der Re-Commerce Plattformen

Auf spezialisierten Re-Commerce-Plattformen können Nutzer ihre gebrauchten Bücher, Elektrogeräte oder Handys verkaufen – im Gegenzug erhalten sie Warengutscheine oder eine Vergütung. Re-Commerce stellt eine moderne Alternative zu Auktionen oder dem Marktplatz dar und erfreut sich großer Beliebtheit. Private Verkäufer können ihre gebrauchte Ware ohne aufwendige Produktbeschreibung veräußern und erhalten vom Anbieter im Tausch einen Gutschein oder eine Barauszahlung. Start-Ups wie „Momox.de“ oder „reBuy.de“ betreiben Re-Commerce bereits gewinnbringend als eigenständiges Geschäftsmodell.

 

Momox.de: Millionenumsatz

Seit 2006 kauft das Berliner Start-Up gebrauchte Bücher, DVD´s, Tablets und Handys und erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 23 Millionen Euro. Die Waren werden im eigenen Online-Shop „Medimops.de“ angeboten, aber auch an Antiquariate und stationäre Händler veräußert. Der Verkauf ist einfach: Die Nutzer geben eine Artikel-Bezeichnung sowie Angaben zum Zustand des Produkts an. Daraufhin erhalten sie unmittelbar einen Preisvorschlag. Erst im Anschluss wird eine Registrierung notwendig. Der Artikel kann kostenlos an Momox geschickt werden.

 

 

Amazon Trade-In: Die Bücherbörse

Der Buchankauf-Service ermöglicht gebrauchte Exemplare gegen Gutschriften einzutauschen. Vor dem Tausch ermittelt der Kunde den Wert des Buches in der online Eingabemaske. Dabei orientiert sich die Höhe der Gutschrift am aktuellen Neupreis und Kundeninteresse. Das Werk kann kostenfrei per DHL versendet werden.

 

 

Otto: Ankauf alter Elektrogeräte

Auch Otto steigt in den Re-Commerce-Markt ein und kauft gebrauchte Elektrogeräte an. Kunden können online einsehen, wie viel ihr altes Gerät noch wert ist, und das Produkt daraufhin kostenfrei einschicken. Der Wert des Artikels wird aufgerundet in Gutscheinen sowie einem 10-Euro-Bonus als Otto-Warengutschein vergütet. Kooperationspartner ist das Start-Up Wirkaufens.de.

 

 

Re-Commerce schafft Synergien

Die Vorteile des Geschäftsmodells liegen auf der Hand: Aufwändige Registrierungen, Gebühren, Auktions-Wartezeiten sowie das Einstellen von Produktbeschreibungen und Fotos auf Online-Marktplätzen entfallen für den Endkunden. Der Tausch gegen Gutscheine schafft außerdem Kaufanreize, diesen unmittelbar auf der E-Commerce-Plattform in Neuware einzutauschen und weitere Artikel gleich mit zu bestellen. Ihre Kunden erhalten so nicht nur Vergünstigungen, sondern schaffen nebenbei Platz für neue Produkte.