04.08.2011

Datenmanagement gehört zu den komplexesten Anforderungen der betrieblichen Informationstechnologie:  Die meisten Unternehmen setzen auf eine Vielzahl von Programmen, die ihre Daten in unterschiedlichen Systemen ablegen. Das führt im Datenmanagement zu zahlreichen Problemen. Ein integriertes Backend aus vernetzten Systemen schafft Durchblick im Datenchaos.

 

Praxisbeispiel eCommerce

Dass eine Backend-Integration besonders im eCommerce unerlässlich ist, zeigen folgende Beispiele:

  • Ein Kunde bestellt erfolgreich in einem Online-Shop, die Zahlung verläuft reibungslos. Bei Erhalt der Ware fehlen jedoch Produkte, die nicht mehr lieferbar waren. Auf Anfragen über verschiedene Kanäle, darunter Facebook und E-Mail, erhält der Kunde unterschiedliche Antworten. Die Mitarbeiter des Kundenservices haben die Reklamation nicht einheitlich bearbeitet, das Vertrauen in das Unternehmen ist erschüttert.
  • Trotz schlechter Zahlungsmoral bestellt ein Kunde auf Rechnung Ware. Im Backend  bestehen zwei unabhängige Datensätze, von denen nur einer vom Händler gesperrt wurde. Die Zahlungsmöglichkeit “Rechnung” stellt in diesem Fall ein Riskio für den Händler da.

Vor solchen Fällen können sich Online-Shop-Betreiber durch ein integriertes Backend mit vernetzten Datensystemen schützen und entscheidende Probleme vermeiden.

 

Einheitliche Sprache des Backends schaffen

Die Probleme entstehen oft erst bei wachsender Unternehmensstruktur. Die Backend-Systeme häufen sich, sodass zu den alten Tools immer neue hinzukommen. Stimmen außerdem die Systeme für Enterprise Resource Planning (ERP), Customer Relationship Management (CRM) und den Online-Shop sowie Content Managment Systeme (CMS) und Warenwirtschaft weder in der Bezeichnung, noch im Rundungsverfahren der Daten überein, ist ein sinnvolles Datenmanagement unmöglich. Grund sind meist uneinheitliche Sprachen der Backend-Systeme: Heißt es z.B. im ERP-System „Kundennummer“, spricht die Warenwirtschaft von „Kunden-ID“ und das CRM-System von „Account”. Ein Rechnungstool führt Nettopreis und Steuersatz getrennt auf, ein anderes zeigt nur den Bruttopreis.

 

Die Folge: Schlechtes Informationsmanagement kostet den Mitarbeitern Zeit und das Unternehmen Geld. Dabei sollten Unternehmen das Wissen über ihre Kunden und Geschäfts-Kontakte nutzen, anstatt im Datenchaos der einzelnen Systeme zu versinken. Die Herausforderung besteht darin, die Herstellung von Datenqualität nicht nur als einmaligen Vorgang zu betrachten, sondern Mechanismen zu entwickeln, die dauerhaften Erfolg sichern.

 

Schnittstellen schaffen Abhilfe

Die Verbindung zwischen zwei Einzelsystemen lässt sich problemlos umsetzen, wenn die logische Struktur beider Tools vereinheitlicht wird. Aufwändiger ist jedoch die Integration des kompletten Backends für eine gesamte Unternehmensstruktur. Hier ist die Überarbeitung sämtlicher Systeme unumgänglich: Die Daten müssen bereinigt werden, um die Datenqualität zu verbessern. Die Sprachen der Backend-Systeme gilt es zu vereinheitlichen. Doppelte Datensätze können so eliminiert werden und den Zugriff auf Informationen zu Kunden und Geschäfts-Kontakten beschleunigen.

 

Automatisierung der Arbeitsprozesse

Prozesse müssen gelebt werden - und zwar einfach und schnell. Im Datenmanagement lässt sich dies durch Automatisierungen erreichen, wie z.B. die Protokollierungen von Datenänderungen zur Entlastung der Anwender.  Zur Optimierung der Prozesse gilt es, den Fluss der Datenströme und die Zuordnung der Datenverantwortlichen festzulegen. So sollte beispielsweise  eine automatische Nachbestellung bei kritischem Warenbestand möglich sein. Gehen diese Workflows Hand in Hand, sparen Unternehmen nicht nur Zeit und Kosten, sondern binden ihre Kunden und Geschäfts-Kontakte.