16.11.2017

Wenn Commerzbank, Union Investment und Dekabank mit ihren Online-Töchtern auf den Websites Robo-Advising anbieten, dann ist klar: das Tool aus der Fintech-Szene ist in breiten Gesellschaftsschichten angekommen. Noch deutlicher wird der Wandel hin zum Massenphänomen beim Angebot der traditionsreichen Deutschen Bank. Hier heißt das vor der baldigen Implementierung stehende Angebot zielgruppengerecht “Digitale Vermögensverwaltung”.

Angebot für breiten Anlegerkreis

Ein Grund für diese Entwicklung der Fintech-Tools in die arrivierten Märkte: Die Angebote der verschiedenen Banken richten sich dank niedriger Mindestinvestment-Summen an einen breiten Anlegerkreis und nicht nur an vermögende Privatanleger. Die Robo-Advising-Systeme sind technisch geführte Anlageberatungen auf den Websites der Anbieter, die aufgrund des Profils der Kunden Geld in verschiedene Klassen anlegen. Im gesamten Prozess spricht kein menschlicher Berater mehr mit dem Kunden. 

Prinzipien aus der klassischen Beratung werden übernommen

Robo-Advising basiert dabei grundsätzlich auf den gleichen Parametern wie die traditionell menschlich geführte Bankberatung. Abgefragt werden demografische Daten, individuelle Risikoneigung und Anlagezeitraum des Kunden.Entsprechend dieser Grunddaten wird der Anlagebetrag gestreut, meist in einer Mischung von sicherheitsorientierten Renten- und risikoorientierten ETF-Fonds. Diese beiden Fondskategorien sind wegen niedriger Kauf- und Verwaltungskosten tendenziell günstiger als aktiv gemanagte Produkte, die immer noch den Aktienfondsmarkt dominieren. 

Positives Resümee von Comdirect

Comdirect zieht für ihr Angebot namens Cominvest bereits ein positives erstes Resümee. Laut Vorstandsmitglied Sven Deglow haben Kunden seit dem Start Mitte Mai bereits über 150 Millionen Euro über das Robo-Advising-Tool bei Cominvest angelegt.