16.05.2012

Senioren sowie Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung nehmen mittlerweile einen großen Teil der Internetgemeinde ein. Bei der Gestaltung von Internetseiten werden diese Nutzer mit kognitiven oder körperlichen Einschränkungen häufig vernachlässigt. Verschiedene Web-Technologien oder Zugangssoftwares können “Barrieren” zu einer Webseite darstellen: Ob eine unklare Navigation, fehlende Bildunterschriften oder kontrastarme Farbkombinationen - all dies erschwert den Zugang zu einem Webauftritt für Menschen mit Handicap. Web Accessibility oder auch barrierefreies Webdesign sorgt für einen Zugang von Webseiten für jeden User. 

Die Australische Regierung hat die Relevanz des Themas Web Accessibility erkannt und klärt Unternehmen in einem Online-Video über Vorteile und Einsatzmöglichkeiten auf:

http://www.youtube.com/watch?v=bEM9Fn9aOG8 

Vorteile der Web Accessibility

Die barrierefreie Anpassung des Designs bietet zahlreiche Vorteile:  Zunächst erleichtert sie das Aufrufen von Unternehmensinformationen, anstatt dies zu verhindern. Dadurch erhöhen Webseitenbetreiber ihre Reichweite und erschließen neue Benutzergruppen, die die Webseite bislang frustriert verlassen haben. Dank einer benutzerorientierten Navigation finden Kunden schnell die gewünschten Informationen. Seiten lassen sich schneller laden, wenn auf Frames, große Grafiken und verschachtelte Tabellen verzichtet wird. Darüber hinaus unterstützen barrierefreie Webauftritte die Suchmaschinenoptimierung. Suchmaschinen wird der Content durch das angepasste Design besser zugänglich gemacht. Die Devise lautet hier: Je strukturierter eine Seite geschrieben ist, desto besser. Nicht nur die Kunden gelangen so einfacher an Informationen zu Produkten und Services, sondern auch der Suchmaschinencrawler. Nicht zuletzt ist die Webseite dank Web Accessibility fit für unterschiedliche Geräte wie Smartphones und Tablets und damit zukunftskompatibel.

Check: Darauf sollten Sie bei einem barrierefreiem Design achten

Das W3C-Konsortium (World Wide Web Consortium) hat vier grundlegende Designprinzipien für barrierefreies Webdesign veröffentlicht: Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit, Nachhaltigkeit. Die folgende Checkliste liefert zu diesen Punkten einen kurzen Überblick:

  • Vergrößern Sie den Text auf das doppelte und stellen sicher, das Ihre Seite lesbar bleibt
  • Ihre einzelnen Seiten sollten über <h1> Überschriften verfügen
  • Jedes Seitenelement sollte auch mit der Tastatur erreich- und änderbar sein
  • Bieten Sie ausreichend Kontraste für Farbblinde und Besucher mit eingeschränkter Sehkraft an
  • Für Audio und Video Inhalte mit Sprachszenen sollte mindestens ein Untertitel verfasst werden
  • Stellen Sie eine Audiobeschreibung von Videoinhalten, die für blinde Nutzer allein durch den Ton nicht vermittelt werden zur Verfügung
  • Versehen Sie Formularfelder mit Anleitungen

Arbeitsaufwand zahlt sich aus

Jede Medaille hat zwei Seiten. Die Nachteile einer barrierefreien Optimierung liegen vor allem im Ressourcenaufwand für Einrichtung und Pflege. Die Formulierungen der Inhalte, eine Umstrukturierung der Navigation und die Testläufe des barrierefreien Auftritts beanspruchen nicht nur Arbeitszeit sondern verursachen Kosten. Allerdings sind diese “Nachteile” eher als Notwendigkeiten zu verstehen, an denen bislang gespart wurde. Die Vorteile überwiegen: Sehen Sie den Umstieg als Aktualisierung Ihres bestehenden Internetangebotes an und erschließen Sie sich einen größeren Besucherkreis.