11.07.2012

Klassische E-Commerce-Modelle werden zunehmend von innovativen Start-Ups flankiert. Kunden bestimmen über Angebot und Nachfrage, das soziale Kollektiv handelt über den besten Preis und standardisierte Angebote weichen einer zunehmenden Individualisierung. Das Spektrum ist breit gefächert und bietet unausgeschöpftes Potenzial.

Wie Sie aus den neuen Geschäftsmodellen lernen und sich inspirieren lassen können, ist im Folgenden aufgeführt:

The Cools - Emotional-Shopping

Für Nutzer ist nichts ärgerlicher, als beim Surfen im Internet auf Bilder zu stoßen, die interessante Kleidungsstücke zeigen, diese aber im gleichen Atemzug nicht zum Kauf angeboten werden. Etliche Tumblr-Blogs gehören unter anderem zu diesem Phänomen. Das heißt: Eine neue Form des Bloggens muss her. An dieser Stelle knüpft „The Cools” an und verleiht der neuen Shopping-Plattform den beliebten Tumblr-Hauch inklusive Kauffunktion. Auf “The Cools” können Nutzer dabei Produkte von ansprechenden Bildern direkt über die Plattform shoppen.

Übokia: Shopping einmal andersherum

Online-Shops folgen häufig dem gleichen Muster: Händler bieten, Kunden suchen und kaufen. Wieso diese klassische Shopping-Welt nicht kurzerhand auf den Kopf stellen und den Kunden über Angebot und Nachfrage bestimmen lassen? Gesagt getan: Übokia lässt Kunden ein Gesuch für ihr Wunschprodukt einstellen. Diese werden anschließend von einem Händler kontaktiert, der das entsprechende Produkt anbieten kann. Das Start-Up aus Amerika funktioniert also ähnlich wie MyHammer.de nur, dass Übokia Waren, wie Instrumente oder Möbel, aber auch Wohnungsgesuche anbietet.

Galoo als Social-Shopping Hub

Mithilfe der Kraft des Kollektivs zum besten Preis: Durch den Social-Shopping-Hub können Kunden Preise vorschlagen und so Produkte zum günstigsten Preis erwerben. Um die Preisforderung effektiv zu unterstreichen, bietet Galoo den Nutzern zusätzlich die Möglichkeit, Freunde einzuladen. Anschließend helfen die User dabei, die Preisverhandlungen gegenüber Händlern zu behaupten und zu dem besten Preis abzuschließen. Stimmt der Verkäufer dem vorgeschlagenden Preis zu, organisieren beide Parteien die Bezahlung und Lieferung. Egal ob Trekkingschuh, Kamera oder Parfum: Bei Galoo können Schnäppchenjäger aus vielen Kategorien ihre Lieblingsprodukte finden.

Bike by Me - Individualisierung statt Standardisierung

Mitunter exemplarisch steht Bike by Me für die zunehmende Harmonisierung von starrem Angebot und individueller Nachfrage. Einzigartigkeit kontra Massenware lautet die Devise. Das Prinzip des „Mass Customizing” gilt auch bei der Produktion von Fahrrädern auf bikebyme.com. Einerseits nutzt das Unternehmen die Vorzüge der Massenproduktion, andererseits wird der Wunsch nach Individualisierung von Kundenseite entsprochen. Die Anpassung auf individuelle Kundenwünsche ist zugleich bei etlichen weiteren Shop-Betreibern präsent.

Traditionelle Anbieter können lernen

Die Entwicklung dieser neuen Geschäftsmodelle zeigt, dass die Emotionalisierung und Individualisierung von Produkten das Kauferlebnis positiv beeinflusst. Der Kunde möchte nicht mehr länger einer von vielen sein, sondern aus der Masse mit individuellen Stücken hervorstechen. Doch auch der Unterhaltungsfaktor darf dabei nicht zu kurz kommen. Traditionelle E-Commerce-Betreiber können diese Prinzipien adaptieren und auf bereits bestehende Shops oder einzelne Markenwelten anwenden.