05.12.2017

Die YouGov-Studie „Potenzialanalyse Blockchain“ liefert ein erstaunliches Ergebnis: Bereits 47 Prozent der deutschen Unternehmen prüfen den Einsatz von Blockchain-Technologien, 21 Prozent arbeiten sogar schon an Prototypen. Die Hälfte der befragten Fach- und Führungskräfte erhofft sich dadurch neue Geschäftsmodelle. Jedoch halten nur sieben Prozent die Technologie bereits für  marktreif und einsatzbereit.

Schutz von Wertschöpfungs- und Lieferketten

Deutsche Unternehmen scheinen also das Potential der Blockchain-Technologie zu erkennen. Generell können auch Wertschöpfungs- und Lieferketten durch Blockchain besser geschützt und überwacht werden, wenn es abstrakt gesprochen um den Austausch von Daten und Werten geht. 

Neben der Anwendung für digitale Währungen sind Transaktionen und Prozesse rund um Dokumente, Identitäten und Sachwerte denkbar. Momentan wird die Technologie laut YouGov vor allem in der Zahlungsabwicklung eingesetzt. Die sicherheitsfixierte Banken- und Versicherungsbranche nutzt Blockchain für Identity Management und gesetzlich vorgeschriebene Know-your-customer-Verfahren. 

TUI setzt Blockchain ein um Wettbewerb zu schwächen

TUI das willl durch das  Projekt “BedSwap“ den Belegungszustand aller Betten in einer Datenbank in Echtzeit darstellen und so die Auslastungseffizienz verbessern. Das Ziel ist es, Retailer wie Booking.com oder Expedia zu umgehen und so Kosten zu sparen. “Wir disrupten uns selbst weil ich 100 Prozent sicher bin, dass Blockchain die Zukunft ist. Auf diese Technologie muss sich nicht nur die TUI umstellen. Da muss die gesamte deutsche Industrie hin - und zwar schnell”, erklärt TUI-Chef Fritz Joussen die Strategie.Musikportal Ujo schützt Audiofiles mit Blockchain

Im Bereich Musik ist ein Anwendungsbeispiel das Portal Ujo, auf dem User Musikstücke herunterladen können. Der Musiker verdient am Streaming direkt mit, ohne dass es einen Zwischenhändler gibt. Möglich macht dies ein sich selbst ausführender Vertrag, der sogenannte Smart Contract. Wird der Song abgespielt, löst ein Code eine Zahlung aus. Die digitale Verschlüsselung verhindert zudem Raubkopien und das Verletzen der Urheberrechte. Ujo Music hat damit für die Blockchain ein massentaugliches Modell umgesetzt. 

Das leidige Thema Datenschutz

Während die in der YouGov-Studie befragten Firmen der Blockchain prinzipiell offen gegenüber stehen, ergeben sich beim Thema Datenschutz wie so oft Fragezeichen. 51 Prozent sehen hier technologischen Nachholbedarf und somit ein Hindernis für den Einsatz der Technologie.  

Komplexität erzeugt Konsortien

Aufgrund der Komplexität der Blockchain-Technologie gibt es mehrere große Konsortien, die gemeinsam Projekte entwickeln. Im Versicherungsbereich gibt es beispielsweise das B3i-Konsortium mit Konzernen wie Allianz und Generali. Unternehmen wie Daimler, IBM, Intel und SAP arbeiten unter Führung der Linux-Foundation an der Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie zusammen.