19.06.2013

Das Design einer Website kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Ist eine Seite überdesigned, sodass die wichtigsten Funktionen nicht mehr wahrgenommen werden, schauen sich die Nutzer schnell nach Alternativen um. Ist sie zu nüchtern, oder technisch nicht auf dem neuesten Stand, können sich User ebenfalls abwenden. Neue Entwicklungen und Techniken, veränderte Stilrichtungen und Geschmäcker prägen das Webdesign von Beginn an.

Content first

Nicht nur was geschrieben wird ist wichtig, auch wie es präsentiert wird spielt eine entscheidende Rolle. Die Vielzahl an neuen mobilen Präsentationsflächen stellt Content Manager vor die Herausforderung, Inhalte an jedes Endgerät optimal anzupassen. Im Grunde ist es ganz einfach: Es muss ein effizienter, suchbarer und zugänglicher, Multi-Plattform Content kreiert werden, der den Nutzer durch das bestmögliche interaktive Erlebnis erreicht.

Zu oft dominiert die Denkweise, dass mobile Websites die “Light-Version” normaler Websites darstellen, dabei sollte bedacht werden, dass Millionen User heute schon vor allem mobil auf Webseiten und Shops zugreifen und sich hier natürlich die gleiche Funktionalität wünschen. Es fehlen aber oft Ressourcen, Zeit und Budget, um für jede Plattform einen eigenen Content zu kreieren.

Zukünftig werden deshalb Designer, Entwickler und Content Manager enger zusammenarbeiten, um zuerst einen Content zu erstellen, der auf verschiedene Art und Weise nutzbar ist, um dann ein Design um diesen Content herum zu entwickeln, beispielsweise über “Mobile First”. Web Designer müssen ganzheitlich agieren und bei der Kreation auch an diejenigen denken, die die Seite pflegen und nutzen. Zu oft wurde dies in der Vergangenheit zugunsten eines aufwändigen Webseiten-Designs vernachlässigt und als das Problem eines anderen angesehen.

 

Einfaches und klares Design

Nutzer sehen mobile Endgeräte mehr und mehr als das eigentliche Web an. Weniger Menschen sitzen an einem Desktop Computer und surfen. Sie lesen die News in der Bahn, sie checken ihre E-Mails im Wartezimmer und chatten mit ihren Freunden auf dem Weg zur Arbeit. Sie wollen das ganze Web und nicht nur eine verkürzte Ausgabe.

Einfachheit, Skalierbarkeit und Schnelligkeit sind deshalb die Schlagworte. Die beste User-Experience auf den Geräten wird dadurch sicher gestellt, dass Content gut erreichbar und lesbar gemacht wird. Einfachheit in der Content Strategie, User Experience, Usability, Erreichbarkeit und im visuellen Design wird deshalb eine immer größere Rolle spielen.

Weniger Schnick-Schnack und klare, einfache Layouts werden den “Weniger-ist-mehr-Ansatz” unterstreichen. Dies kann man auch schon bei der Verschiebung vom Apple inspirierten Skeuomorphic Design hin zum Flat Design sehen, das Microsoft bereits beim Windows Phone 8 angewendet hat.

Minimalistisches Design ist optimiert für eine Zukunft, die sich immer häufiger auch auf mobilen Endgeräten abspielen wird. Daher wird das Flat Design auf Webseiten und in Apps immer häufiger anzutreffen sein. Die Buttons und Elemente sind stärker für Finger-Gesten, wie sie an Smartphones und Pads üblich sind, ausgelegt.

Auch bei den Farbwelten im Web Design gibt es neue Trends. Die neuen Retro-Farben wirken als Icons und Buttons sehr modern und passen perfekt zum Flat Design.

 

Design für den User

Ein nutzerzentriertes Webseiten-Design wird verstärkt im Fokus stehen. Viele Experten versprechen eine Vereinfachung auf der visuellen und Interaktions-Ebene. Es geht viel mehr um das Warum bei der Kreation einer Seite, statt um das Wie. Wenn ein Nutzer Informationen zur Abfahrtzeit und Kosten für seine Zugfahrt sucht, möchte er nicht die Vita des Bahnchefs lesen oder das Nachhaltigkeitsversprechen der Bahn, sondern er möchte einfach und schnell die gewünschten Informationen finden. Genau das sollte der Webdesigner bei der Kreation der Webseite beachten. Obwohl es so einfach klingt, wurde dieses kleine Detail in der Vergangenheit häufig vergessen.

Ein einfaches und effizientes Nutzer-Erlebnis für traditionelle Webseiten wird in den nächsten Monaten vor allem durch Schnittstellen im App-Stil ermöglicht, die sich eng an mobilen Apps orientieren werden. Diese Veränderung im Oberflächendesign bringt letztendlich auch Vorteile bei Projekten im Responsive Bereich mit sich.

 

Vereinigung von Desktop und Mobile

 

Es gibt viele Ausdrücke dafür: Responsive, Adaptive Content, Mobile First, Device Agnostic, Resolution Independent. Alle gehen aber in die gleiche Richtung: die Vereinigung von Desktop und Mobile in eine einzige Version.

Mobile wird der neue Standard bei den Usern von heute und Webdesigner und Entwickler sind gefordert, Möglichkeiten zu entwickeln, um ein besonderes Nutzererlebnis über alle Endgeräte zu ermöglichen. Dabei wird es immer weniger um die Unterscheidung zwischen den einzelnen Präsentationsformen gehen, sondern vielmehr darum, ein vernünftiges Design zu entwickeln, das soviele Endgeräte wie möglich bedienen kann.

 

SVG und Responsive Techniken

Der oben erwähnte Trend hin zu einem einfacheren Design und flachen Farben ist eine Antwort auf die Notwendigkeit, adaptive Projekte zu kreieren, die eine exzellente Performance auf 3G Verbindungen aufweisen aber auch auf mobilen Endgeräten und eReadern gute Ergebnisse erzielen.

Auf der Suche nach Multi-Plattform Versionen und Cross-Plattform Technologien werden Webdesigner immer mehr auf Responsive Techniken wie skalierbare Vektorgrafiken (SVG), Webfonts, Design mit Typographien und Icon Fonts zurückgreifen.

Neue hohe Bildschirmauflösungen wie beim neuen iPad und MacBook Pro werden bald dominieren und stellen das Webdesign vor die Aufgabe, dass das Design mehr und mehr auf hohe Pixelzahlen abgestimmt werden muss. Hier erwarten Experten, dass das Problem mit skalierbaren Vektorgrafiken gelöst werden kann.

 

Innovationen bei Gerätesensoren und Interaktionen

Die Innovationen der nächsten Zeit werden sich vor allem um die Mobiltechnologie und neue Benutzererlebnisse in diesem Bereich drehen. Gerätesensoren und touch- und sprachbasierte Schnittstellen werden genauer unter die Lupe genommen und weiterentwickelt. Die meistverkauften Apple und Microsoftprodukte sind touchbasiert, deshalb liegt es natürlich auf der Hand, dass diese Tatsache auch im Webdesign berücksichtigt wird.

Das Web wird immer weiter Einfluss auf unser tägliches Leben halten und somit das Internet der Dinge eine immer größere Rolle spielen. Experten sprechen von einem Ökosystem von vernetzten Dienstleistungen, die integriert werden müssen. Wir werden mit unseren Kühlschränken und Fernsehern kommunizieren und es werden sich immer mehr Schnittstellen in Küche, Auto oder Büro entwickeln. Diese Plattformen entsprechend zu vernetzen und zu vereinigen ist Aufgabe eines intelligenten Webdesigns in Zusammenarbeit mit Entwicklern.

http://www.youtube.com/embed/Jw1V6g99-Y4 

Fazit

Flexible Webseiten, die auf allen Endgeräten angezeigt werden können und in Funktion und Usability angepasst sind, sind weiterhin der wichtigste Trend in diesem Jahr. Einfaches und flaches Design ist die Antwort auf die Vielzahl von neuen mobilen Endgeräten. Den Mittelpunkt bilden hochwertige Bilder und der Content einer Website.