15.07.2014

Der Großteil der deutschen Unternehmen nutzt mindestens einen Social Media-Kanal. Viele sind aktiv doch nur die wenigsten Unternehmen schöpfen das gesamte Potenzial des sozialen Netzes aus. Eine gute Idee allein reicht nicht aus, um einen echten Viralhit zu landen. Die Einzigartigkeit im Netz wird immer entscheidender, um im Kopf der Kunden zu bleiben. Wir haben eine Checkliste und ein paar Best Practices für Sie.

Der durchschnittliche User checkt seinen Facebook-Newsfeed 14 Mal am Tag. Aktuell hat Facebook in Deutschland mehr als 25 Millionen aktive Nutzer. Der Social Media-Markt wird immer professioneller und größer und somit wird es immer schwieriger sich von der Masse abzuheben. Die meisten CEOs stellen sich die falsche Strategie-Frage: Anstatt zu fragen “Was können wir auf Facebook tun?” sollten sie sich fragen “Was wollen wir auf Facebook erreichen?”.

Social Media-Marketing benötigt eine Strategie mit Zielsetzung, d.h. man sollte sich erst im Klaren darüber sein, was man erreichen und kommunizieren möchte bevor es an die Umsetzung geht. Die Steigerung von Umsatz und Abverkauf sind meist nur sekundäre Ziele, da die sozialen Plattformen dialogorientierte und weniger verkaufsorientierte Kanäle sind. Trotzdem werden Rabatte und Sonderaktionen meist dankend angenommen.

 

Bilder als Erfolgsgarant

Einige Unternehmen sind bereits sehr erfolgreich auf Bildplattformen wie Pinterest oder Instagram unterwegs. Pinterest ist ein ganz besonderes Special Interest-Netzwerk, das einen wahren Boom erlebt hat. Die Foto-Vielfalt auf Pinterest ist groß und jeder Nutzer kann Bilder von Websites, Online-Shops und Co. pinnen. So vervielfältigt sich die Sammlung täglich - und Ihre Produktbilder sind schneller geteilt, als sie denken. Um dies professionell zu steuern, sollten Unternehmen und Marken eigene Accounts anlegen. Vor allem in den USA gibt es einige interessante Erfolgsstories. Aber auch deutsche Unternehmen haben mittlerweile den Dreh raus. Erfolgreich praktiziert dies z.B. HRS – das Hotelportal. In verschiedenen Boards finden die User eine gelungene Mischung aus werblichen Beiträgen und Reisetipps.

Auch Instagram gewinnt für die Unternehmenskommunikation an Bedeutung. Das Netzwerk zur Bildebarbeitung und zum anschließendem Teilen eignet sich vorrangig für B2C-Unternehmen, um Produkte in Szene zu setzen, aber auch für B2B-Unternehmen ist es eine interessante Marketing-Möglichkeit. Mittlerweile gibt es bereits einige Unternehmen, die die visuellen Vorteile von Instagram für sich entdeckt haben. Unternehmen wie Maersk Line präsentieren auf Instagram anhand eindrucksvoller Bilder, wieviel Ästhetik auch in B2C-Produkten liegen kann. Und mit mehr als 26.000 Follower kann sich der Kanal durchaus sehen lassen.

Checkliste: 6 Tipps für die virale Power

1. Setzen Sie sich die richtigen Ziele.

Bereits im Vorfeld sollten Sie sich überlegen, welche Zielgruppe Sie erreichen möchten und welche Ziele Sie mit Ihren Social Media-Aktivitäten verfolgen. Möchten Sie den Umsatz steigern oder lieber ihre Datenbank mit neuen Kontakten füllen? Erfolgreiche Social Media-Kampagnen benötigen klare Ziele und Erfolgskriterien. Entscheiden Sie sich, auf welche Social Media-Kanäle Sie sich konzentrieren wollen und lassen Sie sich nicht von momentanen Trends mitreißen. Wenn Sie zum Beispiel eher ein männliches Publikum ansprechen möchten, vergeuden Sie nicht Ihre Zeit für die falschen Orte. Ein Pinterest-Konto ist in diesem Falle nicht unbedingt die erste Wahl, da die Plattform überwiegend von Frauen genutzt wird.

2. Treffen Sie den richtigen Ton.

Eine gelungene Marken-Tonalität ist das A und O. Finden Sie heraus, welche Tonalität am besten zu Ihrer Marke und zu Ihrem Image passt. Sollten Sie eine größere Social Media-Abteilung beschäftigen, stellen Sie sicher, dass Ihre Tonalität durch alle Mitarbeiter auf den Social Media-Kanälen stets gleich wiedergespiegelt wird.

3. Bleiben Sie emotional und engagiert.

Persönlich und einprägsam – so sollten Ihre Social Media-Nachrichten formuliert sein, denn damit erzielen Sie eine emotionale Verbindung zu Ihrer Zielgruppe. Zeigen Sie Ihren Nutzern, dass Sie sich Gedanken zu Ihren Inhalten machen. Bitten Sie offensiv um Meinungen zu einem bestimmten Thema oder Produkt. Fragen Sie nach Lieblingsinhalten und bitten Sie Ihre Zielgruppe, Ideen mit einzubringen. Es ist unerlässlich sich zu engeagieren. Nur so können Sie zu Ihren Fans und Anhängern eine Beziehung aufbauen und noch viel wichtiger: Vertrauen. Seien Sie transparent. Der Begriff Social Media-Shitstorm ist in aller Munde: Stehen Sie zu negativen Kommentaren oder Problemen, stellen Sie sicher, dass Sie diesen Problemen mit Verständnis begegnen.

4. Bieten Sie herausragende Inhalte.

Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten. Egal ob Sie neue Inhalte erstellen oder Ihre Beiträge teilen, Fotos oder persönliche Video-Botschaften veröffentlichen: Es gilt nach wie vor Content ist King. Sie wollen eine erfolgreiche Kampagne? Dann investieren Sie Zeit und Geld und präsentieren Sie hervorragende Inhalte in einer ansprechenden Art und Weise. Auf Facebook werden die sogenannten Sponsored Posts direkt in die Timeline der Zielgruppe gespielt. Ohne Investition gehen Ihre News leider oft unter.

5. Setzen Sie auf ein gutes Team.

Stellen Sie sicher, dass Sie regelmäßige Schulungen, Trainings und Meetings durchführen, sodass Ihr Social Media-Team stets auf dem neusten Wissensstand ist. Ihr Social Media-Erfolg ist nur so gut wie Ihr Team es ist. Entscheiden Sie sich für den strategisch richtigen Einsatz der möglichen Kanäle, Kampagnen und Maßnahmen und entwickeln Sie eine individuelle auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Social Media-Strategie. Für eine erfolgreiche Social Media-Kampagne dürfen Sie Ihre Zielgruppe und ihre Bedürfnisse nie aus den Augen verlieren, denn sie lebt von den Nutzern hinter den Likes, Tweets, Post und Pins.

6. Messen nicht vergessen.

Ebenso wie jede andere Marketing-Aktivität erfordert Social Media-Marketing die Analyse des Kampagnen-Erfolgs. Die Mühe, die Sie in verschiedenen Netzwerken investieren, wird sich durch eine hohe Traffic-Zahl auf Ihrer Website auszahlen oder durch generierte Umsätze in Ihrem Online-Shop. Mit einem optimal ausgerichteten Analyse-Tool ersparen Sie sich eine Menge Zeit und Geld. Diese können Ihnen gezielt die Ergebnisse ausspielen, die Sie wünschen.

Unsere Folie zeigt Tipps für die erfolgreiche Social Media-Strategie:

 

 

Social Media Guidelines für Mitarbeiter

Oft sind Mitarbeiter beim Thema Social Media schon weiter, als die Unternehmen, in denen sie tätig sind. Schnell und unbedacht gelangen Infos an die Öffentlichkeit, die nur für einen bestimmten Adressatenkreis bestimmt waren. Social Media-Guidelines sind wichtig, um Mitarbeitern eine genaue Richtschnur zu geben, welche Informationen sie weitergeben können und welche nicht.

Sobald man Hintergründe und Daten bezüglich des Arbeitsplatzes postet, ist man nicht mehr nur Privatperson, sondern Markenbotschafter, der im Namen des Arbeitgebers kommuniziert. Schaffen Sie dieses Bewusstsein in Ihrem Unternehmen und befähigen Sie Ihr Team ein Verständnis für das CI und Markenversprechen zu entwickeln, um so unangenehme Shitstorms zu vermeiden. Hier finden Sie einige wichtige Tipps, für eine Social Media-Guideline in Ihrem Unternehmen

 

  • Halten Sie die Social Media-Strategie Ihres Unternehmens fest und machen Sie Kommunikationsziele klar deutlich.
  • Machen Sie die Grenzen zwischen beruflicher und privater Nutzung transparent. Ist es einem Mitarbeiter z.B. während der Arbeitszeit gestattet, Social Media zu nutzen?
  • Geben Sie einen Ansprechpartner an die Hand, der bei Fragen als Coach zu Seite steht.
  • Leben Sie bei der internen Kommunikation vor, was auch extern gelebt werden soll. Nur wer in einer Sprache spricht, kann verhindern, dass ungewollt Externas nach außen dringen.
  • Klären Sie über die Richtlinien auf und verbreiten sie diese in verschiedenen Formaten, wie z.B. als E-Mail, im Intranet oder als Broschüre in der Kantine.

 

Best Practice: Wie Sie aus einem Shitstorm einen Candystorm machen

 

Vapiano

Die Restaurantkette Vapiano zeigt, wie man einen drohenenden Shitstorm erfolgreich abwendet. Nachdem ein Gast eine Raupe im Salat einer Filiale fand und dies auf Facebook postete, reagierte Vapiano schnell und schlagfertig. Dies “sei ein Beweis für Frische”, dennoch entschuldigte man sich. Im Social Media-Zeitalter gilt es schnell, ehrlich und mit einer Prise Humor die Beschwerden der Zielgruppe ernst zu nehmen. Wer etwas unter den Teppich kehrt, hat den Shitstorm sicher.

 

Wholsome USA

Auch Wholesome, ein US-amerikanischer Keks-Fabrikant, hat den richtigen Reicher, mit einem Shitstorm umzugehen. Nach einem TV-Werbespot, der verschiedene Familien-Modelle propagiert, meldeten sich unzählige Kritiker zum Thema gleichgeschlechtliche Ehe. Kurzerhand wurde der Hass in Liebe gewandelt:

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Entweder ganz oder gar nicht

Erzählen Sie Geschichten, die Ihre Zielgruppe interessiert – nicht die den CEO oder die Marketingabteilung interessieren. Sie haben ein Modelabel? Dann zeigen Sie die neusten Trends am Fashion-Himmel oder machen Sie eine Street-Style-Fotoreihe. Sehen Sie Social Media nicht nur als Nice-to-have an. Und was noch viel wichtiger an: entweder ganz oder gar nicht. Haben Sie sich einmal für einen oder mehrere Accounts entschieden, sollten diese auch gepflegt werden. Füllen Sie Ihre Profile mit wertigem Content und fordern Sie zum Teilen auf. Wenn Inhalte zum sharen anregen sollen, wirkt nichts besser als eindeutige Call-to-actions.