17.11.2014

Das Auto der Zukunft wird verbunden sein – und das nicht nur mit einem Monitor, sondern mit Netzwerken zur Kommunikation, mit anderen Autos und mit einer intelligenten Infrastruktur. Die umfassende Vernetzung unserer Lebenswelt durch Internet und Smartphones macht auch vor der Automobilbranche nicht halt. Die deutsche Autoindustrie darf die Folgen der digitalen Revolution nicht unterschätzen, denn ein hochgradig vernetztes Auto und ein intelligentes Straßennetz werden unsere Zukunft sein.

Das Produkt “Kraftfahrzeug” verändert sich im Kontext der sich wandelnden Kundenbedürfnisse und getrieben vom technologischen Fortschritt. Eine schöne, neue Welt hinterm Steuer entsteht und macht aus Fahrzeugen autonome Fortbewegungsmittel mit Seele. Ohne Fahrer am Steuer, eröffnet das Auto der Zukunft qualitative Lebenszeit während man von A nach B reist. Apps, Infotainment und intelligente Sensoren sorgen für einen ganz neuen “Fahrspaß”. Marktforscher von Juniper Research gehen davon aus, dass 2017 jedes fünfte Auto in Westeuropa durch Apps verbunden ist. Doch nicht nur die Ansprüche der Nutzer und die Technologie verändern sich, sondern auch die digitalen Präsentationsflächen am Point of Sale. Showrooms und Pop-Up Stores, in denen kein einziges physisches Auto mehr steht, gehören zu den ersten innovativen Projekten. Abgelöst wird dies durch 3D-Ansichten, Produktvideos und Touch-Oberflächen, die sich mit einer Kaffee-Bar in positiver Atmosphäre verbinden lassen. Weitere neue Konzepte und Empfehlungen stellt Hans J. Even, Geschäftsführer von TWT Interactive, bei TWT TV vor:

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Das Auto als Datencenter

Big Data spielt für die Automobilbranche eine entscheidende Rolle. Im Silicon Valley arbeiten zahlreiche Internet-Unternehmen an Konzepten, mit denen sich intelligente Schnittstellen mit dem Web und dem Fahrer umsetzen lassen. Zukünftig wird nicht das Produkt, sondern der Nutzer im Fokus stehen – und damit prallen in der Autoindustrie zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite die ingenieursgetriebene Autoindustrie, auf der anderen Seite die Internetwirtschaft. Die beiden Welten werden jedoch nur durch eine Verschmelzung ihr gesamtes Potenzial ausschöpfen können. Big Data stellt hier die Schnittstelle dar: immer mehr Fahrzeuge, Kunden, Werkstätten und Hersteller werden in Zukunft online miteinander in der Cloud verbunden sein. Das Datenaufkommen schnellt so exponentiell in die Höhe. Computerchips, Applikationen und verschiedene Einzelteile übermitteln Daten oder Fehler. Im Bereich Industry Solutions Automotive & Mobility bei der Deutschen Telekom wird prognostiziert, dass in den nächsten Jahren die übermittelten Daten pro Fahrzeug im Monat von circa 4 MB auf 5 GB anwachsen werden. Diese Daten müssen in die richtigen Zusammenhänge gebracht werden, sodass die Autoindustrie diejenigen Informationen herausfiltern kann, die sie näher an den Kunden bringen. Fahrzeugdaten, Kommunikation aus Social Media und Serviceanfragen müssen nutzbar gemacht werden, um sie auswerten zu können. Hier empfehlen Digital-Agenturen wie TWT spezielle Analytic-Tools, die den Big Data-Prozess transparent machen.

Die Seele des Autos

Menschliche Fehler sind aktuell für 90 Prozent aller Unfälle verantwortlich. Autonome Fahrzeuge, die Fahrfehler verhindern, sind ein Lichtblick am Horizont. Doch bis es so weit ist, steht der Autoindustrie eine Übergangszeit bevor. Sobald die ersten autonomen Fahrzeuge, wie das Self-Driving-Car von Google, über die Straßen rollen, wird es zu einer Verkehrsmischung mit den klassischen Autos kommen. “Selbstfahrer-only”-Gassen könnten einen ersten Schritt darstellen. Was zunächst nach Science-Fiction klingt, ist bereits technische Realität. Die mögliche Nutzung eines autonomen Fahrzeugs beflügelt unsere Fantasie. Passagiere wären nur noch dafür verantwortlich das Fahrziel auszuwählen und könnten die Fahrzeit effizient nutzen. Ältere Menschen oder Personen mit Sehbehinderung würden eine viel größere Mobilität genießen. Die Seele des Autos würde zu einer gesteigerten Selbstständigkeit verhelfen – und das ganz ohne Brems- und Gaspedal. Doch einen Nachteil gibt es: Der Fahrspaß, ein wichtiger Kaufgrund, würde verloren gehen. Infotainment heißt an dieser Stelle das Zauberwort.

Hersteller setzen auf Infotainment

Die Autoindustrie muss sich angesichts der Zukunftsprognosen neu erfinden. Das innovative Sprachbediensystem von VW zählt beispielsweise zum neuen Infotainment-Sektor innerhalb von Fahrzeugen. „Sie ermöglichen ein natürliches Sprachverstehen durch wissensbasierte Auswertung der Nutzereingabe“, berichtet Gordon Seitz, Projektleiter Sprachbedienung, Volkswagen Konzernforschung. Freie Eingaben, wie zum Beispiel “ Ich möchte jetzt bei Clara Schumann anrufen” werden ohne Probleme erkannt.

Web-Apps und Smartphone-Schnittstellen machen die Ablenkung während der Fahrt komplett. Hier finden Sie einige Szenarien:

  • In Japan erwarten Autokäufer, dass die Mittelkonsole das aktuelle TV-Programm oder eine DVD abspielt
  • US-Bürger könnten sich sogar einen gesamten Büro-Tag im Wagen vorstellen, während sie zu einem gewissen Ziel reisen
  • Audi plant zukünftig drei Displays im Auto einzubauen, so heise.de: Eins für Fahrinformationen, eins für Infotainment und eins in der Mitte als gemeinsamer “Verhandlungstisch” der Passagiere

Fazit

Die Vernetzung im Auto bietet nicht nur Nutzern mehr Komfort, sondern eröffnet Drittanbietern neue Marktchancen. Positionieren Sie sich also rechtzeitig am Markt, um die digitalen Veränderungen aktiv mitzugestalten. Wir beraten Sie gerne!