24.08.2021

Da sich das digitale Marketing schon immer darauf konzentriert hat, eine Marke auf die Vorlieben und Bedürfnisse der Kund*innen auszurichten, gilt es zu verstehen, wie sich nun COVID-19 auf Konsument*innen, aber auch unternehmerische Geschäftsziele und das damit einhergehende Marketing insgesamt ausgewirkt und welche nächsten Schritte sich daraus ergeben. 

Der Kunde im Wandel

Lockdowns und Social Distancing haben die Gewohnheiten und Ansprüche der Verbraucher*innen verändert. Von der Arbeit über das Einkaufen bis hin zur Unterhaltung sind heute alle Möglichkeiten online abbildbar. Weltweit hat die Kundschaft digitale Kanäle zur Erfüllung ihrer Bedürfnisse schnell akzeptiert und eingeführt. Als Reaktion auf die Verlagerung des Schwerpunkts ins Digitale hat es erwartungsgemäß auch eine Mehrnutzung der Plattformen für den Konsum von Online-Inhalten gegeben, die sich ständig weiterentwickeln, um mit dem neuen Wettbewerb und der Nachfrage Schritt zu halten. So weit so gut, doch das Jahr 2020 hat uns einige Überraschungen beschert, die die Prognosen niemals hätten vorhersagen können.

Der Hauptunterschied zwischen der heutigen Situation, und dem, was vor der Pandemie erwartet wurde, liegt vor allem im Profil der Konsument*innen und in der Nachfrage begründet. Der neueste Corona Consumer Check des IFH Köln fand heraus, dass 34 % der Befragten im Jahr 2020 Einkäufe, die sie sonst ausschließlich offline getätigt hatten, erstmalig online erledigten. Der Ausblick: 38 % wollen auch in Zukunft häufiger online bestellen. Die genannten Gründe: Onlineshopping spare Zeit (71 %), Onlineshopping sei einfach und unkompliziert (85 %) und generelle verlaufe der Online-Einkauf zufriedenstellend (82 %). Eine weiteres interessantes Ergebnis der Studie ist, dass sich die Interessen der Menschen seit der wiederkehrenden Lockdown-Situation stark verändert haben. Das Bedürfnis, Kleidung, Möbel oder Elektrogeräte anzuschaffen, ist deutlich gesunken. 

Auch zeigen beispielsweise die Daten des Corona Consumer Check, dass die Verbraucher*innen in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen weit weniger an einer kostenlosen Lieferung interessiert sind als an einer zuverlässigen Zustellung am gleichen oder nächsten Tag. Die Verbraucher*innen sind also bereit, sich online umzusehen, um Unternehmen zu finden, die ihre Bedürfnisse erfüllen können. 

Die Verbraucher*innen sind vorsichtiger bei ihren Ausgaben

Wie die Studie außerdem herausfand, sind die persönlichen Konsumausgaben während der Pandemie deutlich zurückgegangen. 30 % der Konsument*innen geben an, dass finanzielle Sorgen und Ängste stark in den Köpfen verankert sind. Doch warum genau ist das so? Angesichts der ständigen Veränderungen in der Wirtschaft machen sich die Menschen mehr Sorgen um den Verlust von Arbeitsplätzen und ihr künftiges Einkommen, was sie dazu veranlasst, mehr zu sparen.

Ein Blick nach vorn – wie Ihre Marke in der Krise wachsen kann

Als Reaktion auf die veränderten Präferenzen und Kaufgewohnheiten konzentrieren sich die digitalen Marketingmaßnahmen vermehrt darauf, den Kund*innen einen größeren Mehrwert zu bieten. Die Nutzung und Kuratierung von Inhalten über verschiedene Online-Plattformen hinweg entwickelt sich immer schneller. Um während und nach der Pandemie erfolgreich digitales Marketing zu betreiben, müssen Unternehmen ihre Marketingstrategien neu bewerten und Folgendes berücksichtigen:

1. Ausrichtung: 

Die aktuellen Angebote und Produkte sollten mit den neuen Kundenbedürfnissen und -präferenzen in Einklang gebracht werden. Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung wird nur so lange angefragt, wie sie einen Mehrwert bietet, bzw. Probleme der Verbraucher*innen löst. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, aktuell und relevant zu bleiben.

2. Segmentierung: 

Marken müssen die verschiedenen Segmente ihres Zielpublikums ansprechen und relevante Inhalte, Produkte und Dienstleistungen anbieten, die auf diese einzigartigen Verbrauchersegmente zugeschnitten sind. Dies erleichtert die Personalisierung, so dass Unternehmen ihren Kund*innen den besten Nutzen bieten können. Noch wichtiger ist, dass Unternehmen jeden als Individuum betrachten und auf seine Bedürfnisse eingehen sollten.

3. Innovation: 

Selbst inmitten einer Krise müssen Marken und ihre Kampagnen auf Wachstum ausgelegt sein. Durch das Sammeln und Analysieren von Daten können Unternehmen auch zusätzliche Produkte und Dienstleistungen identifizieren, die den Verbraucher*innen angeboten werden können, und innovative Wege finden, um mit ihnen online in Kontakt zu treten.

4. Lokalisierung: 

Ihre Kund*innen sind auf der Suche nach lokalen Inhalten, seien es Nachrichten über Ereignisse in ihrer direkten Umgebung oder Informationen über lokale Geschäfte? Für Marken, die die Möglichkeit haben, sich in Gemeinschaften vor Ort zu engagieren, ist das die ideale Gelegenheit, mit Kund*innen in der Region in Kontakt zu treten. 

5. Integrierte Kommunikation: 

Grundsätzlich muss der Fokus jetzt auf die Unterstützung durch Conversational Marketing liegen, damit die Verbraucher*innen schneller an Informationen gelangen und eine persönliche Interaktion erleben können. Überlegen Sie, wie Sie Dinge wie Wissensdatenbanken und FAQs auf Ihrer Website, aber auch Chatbots, Live-Chat-Optionen und vieles mehr strategisch nutzen können.

Darüber hinaus steht die Kundenerfahrung auf Online-Kanälen mehr denn je im Mittelpunkt. Marken entwickeln das gesamte Kundenerlebnis weiter, um neue Kund*innen zu gewinnen und Bestehende zu binden. 

Ein weiterer relevanter Punkt: Digitale Marketingstrategien müssen sich auf die Erstellung wertvoller Inhalte konzentrieren. Digitale Vermarkter*innen wissen, dass sie etwas anderes als nur textorientierten Content anbieten müssen. Infografiken, Memes, Podcasts und Video Inhalte haben an Zugkraft gewonnen. Überlegen Sie, wie Sie Webinare, Videoaufzeichnungen, kurze Ausschnitte interaktiver Inhalte und vieles mehr nutzen können, um Ihre digitale Kundschaft zu begeistern.

Fazit

Es ist kein Geheimnis, dass Verbraucher*innen ihre Präferenzen ständig ändern, je nachdem, was in ihrer Umgebung geschieht. Vorlieben und Trends müssen durchgehend berücksichtigt werden. 

Die Nutzung von Daten als Entscheidungsgrundlage hilft, Ihre Online-Kampagnen immer weiter zu verfeinern und gezielter einzusetzen, sei es beim Content Marketing, in der digitalen Werbung, der Social-Media-Strategie, aber auch beim Suchmaschinenmarketing. Zu wissen, wie sich das Verhalten der User ändert, und folglich in die Anpassungen an die sich verändernden Anforderungen zu investieren, erhält nicht nur die Dynamik Ihrer angepassten Kommunikation aufrecht, es wird Ihnen auch den Vorsprung verschaffen, den Sie brauchen, um in diesen beispiellosen Zeiten erfolgreich zu sein. 

Sind Sie bereit, in der Post-COVID-Ära erfolgreich zu sein? Melden Sie sich bei unseren Expert*innen.