20.04.2015

Die IHK-Initiative Rheinland richtete bereits zum 5. Mal den e-marketingday Rheinland aus. Mehr als 600 Unternehmen fanden sich am 15. April im Düsseldorfer Cinestar  zusammen und informierten sich über Trends und Entwicklungen im Online Marketing. Bei gratis Popcorn und gemütlichem Ambiente im Kinosessel gab es spannende Vorträge unter anderem zu den Themen Neuromarketing, SEO, Contentstrategie, Social Media, Responsive Webdesign und vielem mehr.  Auch unser Geschäftsführer Christian Weckopp hat in einem Vortrag dem prallgefüllten Kinosaal das Thema Multichannel Marketing näher gebracht.

Zum Auftakt begrüßte der Präsident der IHK Düsseldorf, Herr Prof. Dr Ulrich Lehner, alle Teilnehmer und wies auf die große Bedeutung der Digitalisierung, nicht nur in unserem Alltag, sondern auch in der Arbeitswelt hin. Er betonte, dass wir uns momentan in einem umfassende Innovationszyklus befänden, der unser Leben von Grund auf verändert.

Unternehmen müssen die Digitalisierung verstehen lernen, und zwar nicht als eine Art Entanalogisierung sondern als gänzlich eigenständige Entwicklung.

Bessere Sensorik, die Industrie 4.0 und die Weiterentwicklung der Smart Services sind wichtige Erfolgstreiber der heutigen Wirtschaft. Im eCommerce werden nicht mehr nur Kleidung oder Elektronik nachgefragt, sondern immer öfter auch beratungsintensive Produkte. Dies stellt Hersteller vor ganz neue Herausforderungen und verlangt nach neuen Konzepten im digitalen Handel.

Neuroweb: Was das Digitale Marketing von der Hirnforschung lernen kann

In einem spannenden und lebendigen Vortrag hat Psychologe Dr. Hans Georg Häusel gezeigt, wie sehr die Psyche unsere Kaufentscheidungen beeinflusst. Er betonte, dass keine unserer Entscheidungen bewusst getroffen werden. 70 bis 80 Prozent davon fallen unbewusst und die restlichen 20 Prozent sind hochgradig emotional getrieben.

Egal was wir denken, tun oder wünschen: Emotionen sind stets die treibende Kraft. Marken sollten ihre Produkte deshalb immer gekonnt emotionalisieren, aber auf eine Art und Weise, die zur Marke passt.

Auch Konkurrenz treibt uns stark an. Wir denken uns: “Was hat der andere mehr als ich? Das will ich auch!”. Einfache, emotionale und verständliche Botschaften erhöhen die Kaufbereitschaft der Kunden. Eine weitere spannende Erkenntnis: Das Medium Online regt den Entdecker in uns an, während wir beim Konsum von Print-Medien in den Entspannungsmodus gehen. Aus diesem Grund wird Online nie ganz Print ersetzen können, weil es ganz andere Hirn-Regionen anregt und Stimmungen erzeugt.

Multichannel Marketing: Leistungsgerechte Kanalanalyse

Unser Geschäftsführer Christian Weckopp hat in seinem Beitrag gezeigt, wie Unternehmen das Multichannel Marketing für sich nutzen können. Das sogenannte Multichannel Tracking ermöglicht das Messen von Leistungsdaten über alle relevanten Kanäle hinweg und zeigt präzise den Weg des Kunden entlang der gesamten Customer Journey bis hin zur Conversion. Durch eine medienübergreifende Erfassung aller kundenspezifischen Daten inklusive einer detailierten Auswertung wird es Marketingverantwortlichen ermöglicht, Werbebugets optimal zu planen und auf Kundenbedürfnisse anzupassen. Mithilfe der Attributionsmodellierung können Marketeer genau bestimmen, aus welchem Kanal die Conversion stammt und aus welchem nicht. Das Multichannel Tracking und die damit verbundene Atributionsmodellierung sollten feste Bestandteile in jedem Online Marketing-Konzept sein.

Social Media, Contentstrategie und Video Marketing

Der Deutsche hat im Durchschnitt 2,4 Geräte mit denen er online geht und 90 Prozent der Smartphone-User sind nie mehr als einen Meter von ihrem Smartphone entfernt. Social Media-Guru Felix Beilharz erläuterte in seinem Vortrag, warum er Social Media als “das Wohnzimmer der Kunden” sieht und wie Unternehmen es schaffen, sich in diesem Wohnzimmer zu platzieren. Dazu gibt es einige wichtige Spielregeln zu beachten

Regel 1: Mach keine Werbung im Social Web

Überlegen Sie sich nicht was Sie dem Kunden erzählen möchten, sondern was will der Kunde von Ihnen lesen und welchen Mehrwert erhofft er sich. Die Plattformen im Scoial Web sind also keine kostenlosen Werbemöglichkeiten. Wenn Sie jedoch auf Facebook und Co. werben möchten, können Sie dies mit den dort angebotenen Ads machen. Diese sind meist sehr günstig und haben eine gute Zielgruppengenauigkeit. Aber auch hier gilt: Wählen Sie den beworbenen Content gut aus.

Regel 2: Denke in Hashtags

Nur wer in Hashtags denkt, kann erfolgreiche Kampagnen im Social Web umsetzen. Lassen Sie sich auf Social Media ein und überlegen Sie sich, welche Hashtags zu Ihrem Unternehmen oder Ihrer Kampagne passen. Wenn Sie einen Hashtag nutzen oder kreieren, sollte sich dieser auf allen Kanälen wiederfinden und Wiedererkennungswert erzeugen.

Regel 3: Nutze das Newsjacking

Die Königsdisziplin im Social Media Marketing ist das sogenannte Newsjacking. Die Autovermietung Sixt nutzt dieses Werbeelement par excellence und verwertet aktuellen Content aus dem Netz in Echtzeit zu Werbekampagnen. Bleiben Sie stets auf dem Laufenden über aktuelle Trends und wandeln Sie diese, wenn möglich, in pfiffige und aufmerksamkeitsstarke Aktionen Ihres Unternehmens um.

Contentstrategie

Beraterin Sabine Haas verdeutlichte, warum eine gute Contentstrategie 2015 unerlässlich ist. Relevante Texte, Bilder, Videos, Podcasts oder Infografiken über Blog, Social Media oder die Website zu streuen verlangt nach einem guten Konzept. Sie betonte, dass eine Website heute auch für kleine Unternehmen ein Muss sei. Kunden fühlen sich abgewiesen, wenn sie keinerlei Informationen zu dem gesuchten Unternehmen finden. Das Storytelling etabliert sich immer stärker zu einer leistungsstarken Contenstrategie.

Coca Cola bezeichnet dies als Liquid Marketing, da der Kunden in der Produkt- und Kampagnenentwicklung eingebunden wird und so das Marketing für Unternehmen zu einem gewissen Grad unvorhersehbar macht. Dieses Storybuilding nutzt die kreative Kraft der Kunden und lässt lebendige und authentische Geschichten rund um Ihre Marke entstehen.

Video Marketing

Klassische TV-Formate wie “Wetten dass…” passen nicht mehr zur Zielgruppe unserer heutigen Zeit. Das Nutzerverhalten hat sich im Mobil-Zeitalter deutlich verändert und die Konsumenten verlangen nach neuen Formaten. Die Sendung “Quizduell” mit Jörg Pilawa hat jedoch gezeigt, dass dies alles andere als einfach und technisch hoch anspruchsvoll ist. Die klassischen TV-Sender und Format-Verantwortlichen müssen verstehen, dass der Fernseher nicht mehr als First sondern als Second Screen konsumiert wird.

Twitterwalls und Hashtags im Fernsehprogramm werden zum neuen Alltag und sollten nicht nur im Nachgang begleitend eingebaut, sondern im Format-Konzept berücksichtigt werden. Die neuen Sendungen müssen kürzer sein, als bislang. Auch neue Apps wie Vine oder Meerkat profitieren von dieser Entwicklung. Coca Cola nutzt die Micro-Video App Vine bereits intensiv, um emotionale und kurzweilige Motion-Clips zu streuen. Das letzte Vine-Video von Coca Cola verzeichnete innerhalb der ersten Stunde mehr als 300.000 Views. Auch mit der Live-Streaming-Plattform Meerkat können Marken sich bei Ihrer Zielgruppe in Realtime positionieren.