03.04.2018

Entsprechend große Unterschiede existieren hier bezüglich der IT-Infrastruktur und auch der enorm wichtigen Mitarbeiter-Philosophie.  Viele Studien zeigen, dass Chief Information Officers (CIO´s) mit steigenden Budgets für die Erhebung und Verarbeitung von Daten in den kommenden Jahren rechnen. Es wird aber auch deutlich, dass Daten in vielen Unternehmen in unstrukturierter Form vorliegen oder gar kein Zugriff auf sie besteht. Die größte Herausforderung ist dabei die Frage, wie aus den Informationen belastbare Erkenntnisse produziert werden können.  Wie können diese Erkenntnisse zur Verbesserung von Prozessen dienen und schlussendlich zum Geschäftserfolg beitragen? Und: Wie können auf ihrer Basis zukünftige Entwicklungen prognostiziert werden? Wir wollen einige lohnenswerte Ansätze für CIO´s und IT-Verantwortliche vorstellen.  

Rolle des CIO verändert sich stark

Traditionell ist der CIO hauptsächlich verantwortlich für die technologische Infrastruktur und die Implementierung und den Betrieb von Applikationen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung spielen die Bereiche Automatisierung und künstliche Intelligenz eine größere Rolle, die von CIO´s bedient werden muss, wenn sie Kontrolle über die IT-Prozesse behalten wollen. Themen wie künstliche Intelligenz, Blockchain oder Automatisierung sind in den meisten Unternehmen allerdings noch Neuland, so dass aufwändige Change Prozesse notwendig sind. Das betrifft neben technologischen Aspekten vor allem Arbeitskultur und Prozesse wie zum Beispiel Devops und Agile Methoden. Neben der Implementierung dieser Neuerungen hilft auch die Überprüfung bestehender Prozesse: Sind diese noch effizient und effektiv genug? Können Sie verbessert werden oder müssen sie ersetzt werden? Dienen Sie der Philosophie einer eigenverantwortlichen, kollaborativen und fehlertoleranten Zusammenarbeit? 

Human Capital im Zentrum der Bemühungen

Ein entscheidender Parameter ist Human Capital. Für die Entwicklung von künstlicher Intelligenz sind Mitarbeiter gefragt, welche die zugrundeliegende Technologie durchdringen können und so auch in der wichtigen Konzeptionsphase Prozesse führen können. Um die Potentiale dieser Spezialisten voll ausschöpfen zu können, ist ein frühzeitig und intensives Recruiting nötig. Bei einer Einstellungen zu Beginn des Change Prozess für künstliche Intelligenz können die Mitarbeiter mit der Technologie im Unternehmen mitwachsen und sich ebenso entwickeln. Schon jetzt ist der Markt für IT-Spezialisten hart umkämpft, die Situation wird sich mit der Verstärkung des KI-Trends sicherlich noch verschärfen. Hier ist also Eile gefragt. 

Perspektivwechsel bringt beste Ergebnisse

Für die effektive Nutzung von Daten hilft es, nicht wie oft üblich aus der Perspektive der IT sondern aus Business-Sicht zu agieren. Soll heißen: Im ersten Schritt wird ein zu optimierender Prozess oder etwa eine Geschäftschance identifiziert, um dann eine Lösung für den definierten Fall auf Basis der bestehenden Daten zu finden. Überspitzt ließe sich sagen: Bei dem Denkansatz ist es wichtiger, die richtige Fragestellung zu finden als eine passende Antwort zu einer offenen Frage. Dieses Vorgehen steigert die Effizienz des Prozesses, die Ergebnisse sind viel zielgerichteter und anwendungsfreundlicher. Das sind im Normalfall Argumente, die auch in der Kommunikation mit der Geschäftsleitung hilfreich sind.  

Anwender brauchen Daten in interpretierbarer Form

Was nicht vergessen werden sollte: IT-Spezialisten gehen anders als Anwender mit Daten um - im Normalfall können sie deutlich besser Muster und Zusammenhänge erkennen, also die Daten interpretieren. 

Deshalb sollten die entsprechenden Interpretationshilfen bei der Datenweitergabe zu den Anwendern mitgeliefert werden: das können Datenvisualisierungen, Dashboards oder Stammdatenmanagement (Master Data Management, MDM) sein. 

Dazu gehört aber auch immer die Fähigkeit der Endnutzer, die Daten zu lesen und Denkfehler zu vermeiden. Nur weil die Daten übersichtlich dargestellt werden, heißt das nicht, dass der Anwender die Informationen richtig erfasst und Zusammenhänge erkennt. Die Wahrscheinlichkeit einer Pseudo-Informiertheit ist also groß. Eine Möglichkeit, hier gegenzusteuern, sind Schulung der Anwender durch die IT und ein permanentes Guiding.