05.03.2015

Website-Besucher scrollen nicht und mobile Nutzer sind abgelenkt? Dies sind nur zwei der größten Mythen im UX-Design. Wir haben die 4 wichtigsten Mythen im User Experience-Design im Überblick.

Mythen im UX-Design

Mythos 1: Nutzer lesen Texte

Internetnutzer lesen Texte nur dann ausführlich, wenn der Content für sie tatsächlich interessant und relevant ist. Öffnen User eine Seite, scannen Sie den Text zuerst, um gehighlightete Passagen, Überschriften und einzelne Worte zu filtern. Ihre Leser haben wenig Zeit und sind von einer Vielzahl an medialem Einfluss umgeben.

Im Durchschnitt liest ein Website-Besucher nur ca. 50 Prozent eines Online-Textes. Besonders interessant dabei ist, dass ein Großteil Ihrer Leserschaft sogar Artikel in sozialen Netzwerken teilt, ohne sie komplett gelesen zu haben.

Kennen Sie aus diesem Grund Ihre Zielgruppe genau und bieten Sie eine passgenaue Ansprache statt unpersönlichen Massen-Content. Lange Textblöcke und allzu werblichen Content sollten Sie auf Ihrer Website generell vermeiden.

Mythos 2: Mobile Nutzer sind abgelenkt

Smartphone-Nutzer haben das Image, ständig auf dem Sprung zu sein und sich leicht vom Website-Content auf dem Display, durch einfahrende Züge oder Ampeln, ablenken zu lassen. Doch die Nutzer von mobilen Devices sind nicht stärker abgelenkt, als andere User, denn Ablenkung gibt es auch zu Hause oder im Büro.

Die Google Multiscreen-Studie zeigt, dass 60 Prozent der Smartphone-Nutzung und 77 Prozent der mobilen Suchanfragen in den heimischen vier Wänden stattfinden. Im Vergleich: PCs werden nur zu 69 Prozent und Tablets zu 79 Prozent zu Hause verwendet.

Mythos 3: User scrollen nicht

In den Neunzigern traf diese Aussage durchaus noch zu. Die Nutzer waren es noch nicht gewohnt, sich auf Websites effektiv zu bewegen und waren auch generell noch nicht so computer-affin wie heute. Doch Zeiten und User-Verhalten ändern sich.

Insbesondere für längere Artikel und Tutorials eignet sich das Scrollen deutlich besser als die Aufteilung in mehrere Teile, bei denen Klicks erforderlich sind. Bieten Sie dem User auf der gesamten Seite Mehrwert, wie z.B. die Integration von Slides, spannende Heads oder Videos, sodass er den Scrollvorgang nicht abbricht.

Es ist nicht mehr relevant, alle wichtigen Bilder und Daten überhalb des sogenannten “folds” zu quetschen. Der Datenanlyst Chartbeat fand in einer Untersuchung heraus, dass sogar 66 Prozent der Aufmerksamkeit unterhalb des ersten sichtbaren Bereichs (fold) stattfindet. Dennoch ist es hilfreich, den oberen Part der Website interessant zu gestalten, sodass Nutzer Lust auf mehr haben.

Mythos 4: Eine Website muss nur gut aussehen

Viele Leute glauben, eine gute Website muss einfach gut aussehen. Design ist jedoch viel mehr als das. Es geht zu einem großen Teil darum, Nutzer schnell an ihr Ziel zu bringen und ihnen eine gute Usability zu bieten. Die erfolgreiche Verknüpfung von Form und Funktion ist dabei das Tüpfelchen auf dem i.

Bei gutem Webdesign geht es nicht nur um das Äußere, sondern es soll auch Klickzahlen und Conversion Rates ankurbeln. Neben Farben und Schriftarten greift ein guter Designer auch auf Studien, Prototyping, Usability-Tests und vieles mehr zurück. Gutes Design ist unsichtbar. Nur wenn es schlecht gemacht ist und die Usability mangelhaft ist, fällt es uns auf.

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