18.10.2017

Ob Geldüberweisung, Verträge oder digitale Identitätsnachweise; mit der Hilfe von Blockchain soll jede Art von Transaktion fälschungssicher und dokumentierbar sein. Da keine zentrale Autorität zur Überprüfung einer Transaktion benötigt wird, gilt die Blockchain als besonders sicher. Um diese Sicherheit zu gewähren speichern die im System miteinander verbundenen Rechner mehrfach den gemeinsamen Status der Blockchain und teilen diesen mit anderen Rechnern. Zudem können Transaktionen zwar zur Blockchain hinzugefügt, nicht aber wieder entfernt oder geändert werden.

Vielfältige Einsatzbereiche

In der Finanzbranche finden sich erste Szenarien für den Börsenhandel und die Vermögensverwaltung. Und auch die Vernetzung von Geräten im Internet of Things (IoT) sowie die Sicherung von geistigem Eigentum (Intellectual Property Management) sind Bereiche, in denen die Blockchain-Technologie in Zukunft eingesetzt werden soll. Sie kann überall dort Anwendung finden, wo es um das Erfassen, Bestätigen und Transferieren von Verträgen oder Objekten geht. 

Die Blockchain im Export

Auch zur Absicherung von Lieferketten eignet sich die Technologie. 2018 soll mit der “Digital Trade Chain” eine digitale Lieferkette in Betrieb gehen. Diese wurde gemeinsam von sieben europäischen Ländern aufgesetzt und richtet sich vor allem an Mittelständler, die ihre Ware ins Ausland exportieren wollen. Über die Blockchain haben dann alle Beteiligten jederzeit Zugriff auf die Vorgänge und können jede Transaktion zurückverfolgen. Hier kommt es auch zur Anwendung sogenannter “Smart Contracts”. Darunter versteht man eine Software, die Entscheidungen trifft, wenn bestimmte Konditionen erfüllt werden. Tritt das gewünschte Ereignis ein, wird die Transaktion ausgelöst. So kann beispielsweise eine Teilzahlung automatisch veranlasst werden, wenn die Ware vom Hersteller versandt wurde.

Einsatz in der Automobilindustrie

Die Blockchain bringt auch Vorteile für die Automobilbranche. Besonders interessant ist der Einsatz bei der Lieferkette und im Bereich der Connected Cars. Künftig sollen intelligente Fahrzeuge mit ihren Nutzern interagieren und Transaktionen ausüben. So kann das Auto als Geldbörse genutzt werden, um Zahlungen an Versicherungen, Ladestationen oder Parkhausbetreiber zu übermitteln. Durch Smart Contracts vereinfacht die Blockchain das Mieten von Fahrrädern oder PKWs, und löst automatisch Lade- und Bezahlvorgänge aus.

Hoher Ressourcenbedarf und anfällige Endgeräte

Einen wesentlichen Aspekt gibt es bei der Blockchain zu beachten, nämlich die Vernetzung von IoT-Endgeräten. Eine steigende Anzahl von IoT-Endgeräten bedeutet ein Anstieg an DNS-Anfragen und DNS-abhängigen Diensten. Ist ein DNS-Dienst jedoch nicht erreichbar, bedeutet dies für die Blockchain, dass der nächsten Teil der Kette nicht abgerufen werden kann und stört somit den Vorgang. Die DNS-Funktionstüchtigkeit hat also einen entscheidenden Einfluss auf die Performance der Blockchain. Aspekte wie Lastenverteilung und Latenz die Servicebereitstellung schwieriger. Zudem birgt die weite Verteilung der Datenbanken einige Nachteile, wie etwa langsame Geschwindigkeit und hohen Ressourcenbedarf.

Fazit

Die Blockchain-Technologie kann einen völlig neuen Grad an Datenauthentizität, Privatsphäre und Data-Protection-Kontrolle erreichen. Dabei reduziert sie die Komplexität und die Kosten eines zentralisierten Systems und macht gleichzeitig die Daten manipulationssicher. Wird das volle Potenzial der Blockchain genutzt, bietet sie globale Authentizität und Sicherheit für Daten und Transaktionen jeglicher Art.