11.02.2020

Ziel der Studie von Divante und Kantar war es, die tatsächlichen Handlungen, Investitionen und Pläne global operierender E-Commerce-Unternehmen zu identifizieren. Dazu wurden mehr als 250 Experten sowie CEOs aus dem B2B-Sektor befragt. 

Künstliche Intelligenz wird zum Standard im modernen E-Commerce

“In einer Welt voller Daten entwickelt sich Künstliche Intelligenz (KI) als leistungsfähiges Werkzeug für Shop-Betreiber. Vor allem im Bereich Personalisierung werden KI und Machine Learning zur Standardkomponente des modernen E-Commerce”, so Felix Kaleja, Projektmanager E-Commerce bei TWT. Auch 31 Prozent der Experten sehen der Studie zufolge darin den Trend mit den größten Auswirkungen bis 2025. In den kommenden Jahren ist ein massives Wachstum der globalen künstlichen Intelligenz im Markt zu erwarten. 2019 hat bereits jedes fünfte E-Commerce Unternehmen in die Technologie investiert. 

Passgenaue Produktempfehlungen mit KI

Im E-Commerce findet KI in verschiedenen Bereichen Anwendung: Zum einen ermöglicht es Nutzern gewünschte Produkte anhand der visuellen Suche zu finden, etwa über Bilder, die in sozialen Medien gefunden oder einfach auf der Straße aufgenommen wurden. Und das ohne den Namen oder die Marke zu kennen. Zum anderen können User zum Beispiel Bestellungen über Sprachassistenten tätigen.

Mit KI lassen sich darüber hinaus schneller Kundenbedürfnisse identifizieren und Lösungen anbieten, gerade in Sachen Produktempfehlungen. Basierend auf großen Daten und Machine Learning erkennt KI Muster, leitet Echtzeit-Empfehlungen auf Grundlage des tatsächlichen Userverhaltens ab und erzeugt so ein personalisiertes Einkaufserlebnis. Globale Player wie Amazon, Netflix oder Spotify schaffen auf diese Weise bereits erstaunliche On-Point-Empfehlungssysteme.  

Händler positionieren sich über Social Commerce 

Die Studie zeigt: Jeder fünfte zählt Social Commerce zu den wichtigsten Trends. 32 Prozent der Befragten planen Investitionen in diesem Segment. Bereits heute stellt es eine starke Alternative zum traditionellen E-Commerce dar und entwickelt sich rasant zu einem der führenden Kommunikationskanäle zwischen Kunden und Marken. Aktuell nutzen 45 Prozent der globalen Weltbevölkerung Social Media. User suchen hier Inspirationen und folgen ihren Lieblingsmarken – für Händler somit die optimale Möglichkeit, um sich zu positionieren und Produkte zu verkaufen. 

Instagram, Facebook und Snapchat haben dies längst erkannt und Shopping Features integriert. Dabei können Nutzer direkt aus der App heraus einkaufen, ohne diese verlassen zu müssen. Was hierbei erforderlich ist, sind effiziente und unkomplizierte Zahlungsmittel wie PayPal oder Google Pay.

Mobile Payment muss vertrauenswürdig und unkompliziert sein

Mehrere mobil bezogene Trends rücken in den Mittelpunkt: 33 Prozent der befragten E-Commerce Experten haben mobile Zahlungsmethoden, Apps und Sicherheit als die wichtigsten Investitionen 2019 identifiziert. Anbieter von mobile Wallets schenken dem Thema Sicherheit und Verschlüsselung von Daten große Aufmerksamkeit. Gerade Online-Shops müssen ihren Kunden bequeme, sichere und vertrauenswürdige Zahlungsmethoden bieten. Der Checkout- und Zahlungsprozess soll schnell und unkompliziert ablaufen.Aktuell reguliert die Richtlinie PSD2 den Zahlungsverkehr in Europa. Daher vertrauen Nutzer zunehmend mobilen Zahlungsmethoden. Apple Pay, Samsung Pay, Android Pay und PayPal sind hierbei die beliebtesten Anbieter.

Mobile Apps sorgen für personalisiertes Shopping-Erlebnis

Die Nachfrage der Nutzer nach Mobilefirst-Lösungen ist hoch: Weltweit läuft mehr als die Hälfte der Webanfragen über mobile Devices und Shopping Apps zählen zu den Top 10 Downloads in den App Stores. Mobile Apps überzeugen Kunden mit besserer Zugänglichkeit, anderen Funktionen und stärkerer Personalisierung. Gleichzeitig sorgen sie für mehr Privatsphäre und anderen einzigartigen Vorteilen, wie die Möglichkeit zur Anpassung von aufdringlicher Pop-up-Werbung. Dies bedeutet, dass ein Benutzer von der bestmöglichen Markenerfahrung profitieren kann. Insbesondere für wiederkehrende Kunden ist eine Shopping App sinnvoll. 

Einerseits bieten mobile Anwendungen die beste Nutzererfahrung und sind für viele E-Commerce-Unternehmen ein bewährtes Werkzeug, um Online-Verkäufe unter den Kunden zu steigern. Andererseits bergen sie aus geschäftlicher Sicht einige große Einschränkungen. Denn Apps brauchen oft Updates und müssen mit lokalen Stores synchronisiert werden. Die Entwicklung ist zudem recht kostspielig. 
Eine Lösung hierfür bieten Progressive Web Apps: sie kombinieren Desktop und mobile Webversion und App, sodass User zwischen den verschiedenen Devices mühelos wechseln können, ohne dass die Customer Experience darunter leidet. Marken, die diese Erfahrungen ermöglichen, müssen dabei stets Privatsphäre und Sicherheit gewährleisten. Nur so kann Vertrauen in die Marke aufgebaut werden.

Fazit

“Mit der zunehmenden Verbreitung von KI, Social Commerce, mobilen Shopping-Apps und unkomplizierten Zahlungsmöglichkeiten können wir völlig neue Wege erwarten, mit denen sich Kunden auf der ganzen Welt dem Online-Shopping nähern.

Hochgradig relevante Empfehlungen, kundenspezifische Ansprache und einfache Bedienbarkeit vor allem im mobile Commerce werden die Customer Experience maßgeblich verändern”, so Kaleja.