20.09.2012

Der Gesundheitsmarkt bietet viel Potenzial für innovative Ideen sowie Start-Up Modelle und die Digitalisierung macht auch vor dieser Branche nicht Halt. Innovationen wie vernetzte Vitalitätssensoren in Waagen, Schlafsensoren, digitalisierte Blutdruckmessgeräten oder Schrittzählern verändern den Umgang mit dem eigenen Gesundheitszustand. Durch Smartphone Apps ist es zusätzlich einafcher geworden, Daten aus Sport und Gesundheit zu erfassen und so die persönliche Entwicklung anhand dieser Daten nachzuvollziehen, einzuschätzen und zu steuern. Sogenannte Self-Tracker verwenden Apps und Vitalitätssensoren, um ihren eigenen Gesundheitszustand akribisch zu vermessen, zu überwachen und dieses Wissen untereinander auszutauschen. In einem umfangreichen Artikel befasst sich Malte Prien mit dem Trend-Thema Self-Tracking. TWT hat sich inspirieren lassen und fasst die wichtigsten Punkte für Sie zusammen.

Kleine Revolution einer großen Branche

Diese Entwicklung zeigt eine ganz neue  Form der Emanzipation vom Arzt und könnte eine kleine Revolution des Gesundheitssystems bringen. Ausgebildete Ärzte stehen immer öfter einem souveränen Patienten gegenüber, der seine Daten in die Praxis mitbringt und sich mit dem Experten auf Augenhöhe austauschen möchte. Diese aktive und disruptive Geisteshaltung macht den Patienten unabhängiger und er kann besser einschätzen, ob Arztbesuch und Medikamente tatsächlich notwendig sind. Die neue Denkrichtung die hinter dem ganzen steckt nennt sich Transhumanismus. Dieser besagt, dass der Einsatz von Technik die Lebensqualität verbessern kann. Auch als „Habit Design" bezeichnet, steht sie für Verhaltensänderungen dank akribischer Selbstbeobachtung.

 

 

Ursachen für den neuen Gesellschaftstrend Self-Tracking:

  • Verändertes soziales Verhalten (Twitter, Facebook)
  • Verbesserte Performance von Smartphones und biometrischer Sensoren
  • Einfache Nutzung von Self-Tracking-Technologien
  • Gesunkene Preise, die die Diagnose-Technologien für jeden erschwinglich machen
  • Hohe Ergebnisqualität und somit detaillierte Diagnosedaten, mit denen sich substantielle Aussagen treffen lassen

Investoren pumpen schon seit Jahren Millionen in die Branche der Self-Tracker. Große Sportartikelhersteller wie Nike und Adidas entwickeln Geräte, mit denen Laufgeschwindigkeit oder Herzschlag erfasst werden können und dann auf Homepages statistisch ausgewertet und mit der Community geteilt werden. Allein bei Nike nutzen diese Form der Selbstbeobachtung mehr als vier Millionen Menschen.

Die Vermessung des Ichs

„The Quantified Self“ ist ein Netzwerk aus Self-Trackern und Anbietern von Lösungen auf Basis persönlicher Daten. In weltweit mehr als 50 Städten veranstalten die Mitglieder der Quantified Self Bewegung regelmäßig stattfindende "Meetups". Hier werden Erfahrungsberichte von Self-Tracking-Lösungen für Sport, Gesundheit und andere persönliche Bereiche ausgetauscht.

Quantified Self dient der Vernetzung von Anwendern und Entwicklern und verdeutlicht das veränderte Consumer-Verhalten durch digitale Produkte. Die Bewegeung wächst und wird den Gesundheitsmarkt durch immer neue Start-ups und Innovationen radikal verändern. Quantified Self zeigt, dass die zunehmende Digitalisierung der Technik und die resultierende Verhaltensänderung ihrer Nutzer Geschäfstmodelle auf den Kopf stellt und nach neuen Denkweisen und Strategien von Unternehmen und Organisationen verlangt.

 

youtu.be/ZbKo4URdbK0