11.10.2012

Die Vernetzung über das mobile Internet betrifft nicht mehr länger nur Smartphone und Tablet: Autos sind das mobile Endegrät der Zukunft. Trendforscher sehen in der Vernetzung von Autos ein wichtiges Wachstumsfeld. Ganz Mutige behaupten, dass bald sogar der Fahrer überflüssig sein könnte. Navigationsgeräte könnten dann das Auto direkt und optimiert zum Ziel leiten, nachdem zuvor online ein Parkplatz reserviert wurde. Nebenbei können die Insassen entspannt online gehen, Videos schauen oder arbeiten. Zukunftsmusik oder schon in ein paar Jahren Realität?

Bereits heute experimentieren Autohersteller und -zulieferer, Softwareentwickler und Telekommunikationsanbieter weltweit mit Technologien, die Autos über das mobile Internet miteinander vernetzen können. Mithilfe vernetzter Fahrzeuge könnten sich Verkehrschaos und Staus tatsächlich vermeiden lassen – vorausgesetzt die Technik funktioniert. Erste Versuche mit 120 vernetzten Autos im Raum Frankfurt gab es bereits. Die Fahrzeuge fuhren im Alltagsverkehr und waren untereinander sowie mit Ampeln und dem Internet vernetzt.

 

Dirk Hoheisel, Geschäftsführer für die Bereiche Automotive Electronics und Car Multimedia bei Bosch, sagt: „Die Generation Facebook erwartet ganz selbstverständlich, dass ihre Smartphones und ihre Tablet-Rechner im Pkw so mühelos und so umfassend funktionieren wie daheim auf dem Sofa." Vernetzte Autos könnten Mobilität einfacher, effektiver, bequemer, schneller, verlässlicher, umweltfreundlicher und darüber hinaus sicherer machen. Außerdem wäre allein der Spaßfaktor für viele ein Grund, die neue Technik zu testen.

Digitale und automobile Welt wachsen zusammen

Die Automobilbranche sieht die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander als die größte Chance der neuen Entwicklungen – und gleichzeitig als größte Herausforderung. So können Autos quasi kommunizieren und sich „abstimmen” um Staus und Unfälle zu vermeiden. In chronisch verstopften Städten könnte das Autofahren durch die Vernetzung überhaupt erst wieder möglich werden. Die Anbindung an das Internet könnte weitere Erleichterungen bringen wie Online-Check für Fahrzeuge oder die Autoreparatur via Internet.

Ein weiter Weg bis zur praxistauglichen Umsetzung

Bosch investiert jährlich schon heute über eine Milliarde Euro in das Erforschen und Entwickeln automobiler Digitaltechnik. Um die Technik praxisorientiert zu nutzen, sind jedoch leistungsstärkere Datenverbindungen über neue Mobilfunknetze mit viel größeren Übertragungsraten nötig. Hier sind die Telekommunikationsanbieter gefragt.

 

Bereits alle Autohersteller und -zulieferer arbeiten daran, die derzeit wichtigsten und attraktivsten Internetdienste - Video-Sharing, Web-Radio, soziale Netzwerke - im Auto zum Einsatz zu bringen Hier verschmelzen zwei Industrien, Automobil- und Digitalbranche,die bislang nach ihren eigenen Regeln funktioniert haben und zukünftig stärker Hand in Hand greifen werden.

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