16.01.2019

Kommt 2019 der Durchbruch der digitalen Medizin? Der SPIEGEL ist da optimistisch und begründet das mit einer Reihe von aktuellen Entwicklungen, die in den letzten Tagen publiziert wurden, etwa die Diskussion um die Krankschreibung per WhatsApp oder die Telemedizin-Tochter der Rhön-Kliniken (zusammengefasst im SPIEGEL-Artikel).

Bewegung wird es sicher bei den Fernbehandlungen geben. Fast alle Landesärztekammern haben den Weg frei gemacht und die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) mit neuronalen Netzen macht es wahrscheinlich, dass die Beurteilung von Röntgenbildern oder Hautflecken schon bald ohne menschliches Zutun möglich sein wird.

Auch bei der Datenerfassung ist Bewegung in Sicht. Schon die Apple Watch ist mit Funktionen zur Erfassung von Körperfunktionen vollgestopft und jede neue Version kann mehr.

Medizintechnik-Hersteller drängen ebenso in den Markt der Geräte, die jeder Patient mit sich herumtragen kann. Gerade erst kündigte die japanische Firma Omron die Auslieferung der Smartwatch "Heartguide" an. Sie soll in der Lage sein, den Blutdruck zuverlässig zu messen und wurde jüngst von der FDA zugelassen.

Nur bei der elektronischen Patientenakte, dem Rückgrat der digitalen Medizin, hapert es noch. Zwar hat die gematik kurz vor Weihnachten 2018 ihre Pläne für die E-Patientenakte nach Paragraf 291a SGB V vorgelegt, doch diese Struktur muss jetzt endlich auch durchdefiniert werden – und so wie es aussieht, wird das hinter verschlossenen gematik-Türen passieren, statt in einem offenen Prozess. Ausgang ungewiss. Immerhin: Im Gegensatz zu den Gesundheitsakten der Kassen handelt es sich nicht um einen reinen Datencontainer, sondern um eine "echte" Akte, die auch mit strukturierten Daten umgehen kann (ICD-Diagnosen etc.).

Nichtsdestotrotz haben wir – und da teile ich die Meinung des SPIEGEL – ein Jahr mit vielen Neuerungen im Bereich der digitalen Medizin vor uns. Bleiben Sie am Ball!