30.10.2012

Teenager kaufen Musik, Senioren vergleichen Produkte und Männer kaufen Elektronik. Natürlich ist davon einiges Klischee und Ausnahmen bestätigen die Regel, aber die Einteilung von Digital-Käufern in bestimmte Gruppen und Typen, hilft Shop-Betreibern, ihre Zielgruppen noch besser zu kennen. Doch jeder Mensch ist anders und das gilt auch für die digitalen Shopper. Wissen Sie wie Ihre Kunden ticken?

E- und M-Commerce machen das Leben leichter und steigern die Lebensqualität der Konsumenten. In Deutschland hat jeder Dritte schon zwei- bis dreimal im Monat online eingekauft. Die digitalen Kanäle werden immer häufiger zum Shoppen genutzt und der Online-Kunde wird damit auch interessanter für Händler und Produkthersteller. Für Unternehmen stellt sich die Frage, welche E-Commerce-Strategie sie einsetzen müssen, um ihre Zielgruppen möglichst so zu erreichen, wie diese es gerne haben möchten und erwarten. Online- und vor allem Mobile-Käufer sind eher technikaffin als ausschließliche Offline-Shopper und kaufen auch wertvolle Güter vorwiegend im Netz.

 

Quelle: Studie „Einkaufen 4.0“ von Deutsche Post DHL

 

 

Amazon und eBay am beliebtesten

Die US-amerikanischen Smartphone-Besitzer gehen am häufigsten bei Amazon shoppen: im Juli 2012 verzeichnete der Onlinemarktplatz knapp 50 Millionen Besucher, gefolgt von eBay mit 32,6 Millionen und der Apple-Store mit 17,7 Millionen Besuchern. Trendforscher schätzen, dass bis 2015 über 70 Prozent der US-Amerikaner mit dem mobilen Endgerät einkaufen. In Deutschland tun dies bislang erst rund 30 Prozent.

Vorweihnachtsstimmung kurbelt das Geschäft an

Der digitale Kunde geht am liebsten an einem Abend im Dezember zwischen 20 und 22 Uhr im Internet einkaufen. Im Februar hingegen kaufen die wenigsten Menschen online ein. Montags wird der Warenkorb besonders oft vollgepackt, während am Samstag wohl eher andere Dinge erledigt werden. Wer hätte es gedacht: am seltensten wird zwischen 4 bis 6 Uhr morgens im Internet gekauft. Nur 0,27 Prozent der Käufe finden zu dieser Zeit statt.

 

Zu den beliebtesten Produkten, die mobil geshoppt werden, gehören digitale Inhalte wie Musik oder Filme, elektronische Geräte, Kleidung und Lebensmittel. Tablet-Nutzer kaufen häufiger Bücher, da das größere Display den direkten Konsum erleichtert. Erst 18 Prozent der Teenager haben schon einmal mit ihrem Smartphone eingekauft. Bei den 20- bis 49-jährigen Männern sind es mehr als doppelt so viele (38,4 Prozent). An der Spitze liegen jedoch die Tabletbesitzer: hier haben schon 55 Prozent einen Kauf über das mobile Gerät getätigt.

 

Wer kauft was

Der Kaufanteil im Online- und Versandhandel für Unterhaltungselektronik, Medien, Bild- und Tonträgern, aber auch Telekommunikation, Handy und Computer wächst stetig und liegt bereits bei knapp 60 Prozent. Die Umsätze für Produktgruppen wie Möbel, Dekorationsartikel und Baumarktprodukte werden zum größten Teil noch immer vom stationären Einzelhandel abgedeckt. Doch auch hier war im Onlinehandel ein Wachstum im Jahr 2012 zu spüren. Mittlerweile kaufen knapp 15 Prozent der Verbraucher diese großen und oft preislich hochsegmentierten Artikel online. Technische Produkte werden nach wie vor häufiger von männlichen Käufern erworben. Frauen hingegen dominieren beim Einkauf von Textilien, Spielwaren oder Medikamenten.

 

Über ein Drittel aller Bundesbürger bevorzugt bei bestimmten Produkten oder Produktgruppen den Einkauf im Online- und Versandhandel gegenüber dem Kauf im stationären Handel. 65 Prozent der Shopper in den Wachstumsmärkten nutzen auch Social-Media-Kanäle um sich zusätzlich zum Kauf über Produkte zu informieren und Bewertungen von Freunden zu lesen; in den reifen Märkten sind es dagegen nur 30 Prozent.

Der Kampf der Geschlechter

Während 2011 noch alle Studien gezeigt haben, dass Frauen häufiger im Netz kaufen als Männer, ist die Nutzung von Online-Shopping-Angeboten zwischen den Geschlechtern nun ausgeglichen. Es kaufen mittlerweile fast genauso viele männliche wie weibliche Kunden im Internet. Grund dafür ist vor allem das zunehmende Shopping über Smartphone und Tablet, das hauptsächlich von Männern erledigt wird.

 

Frauen wünschen sich häufiger als ihre männlichen Gegenstücke personalisierte Angebote, konkrete Empfehlungen und Informationen über Produkte. Sie nutzen in stationären Ladenlokalen auch häufiger als Männer ihr Smartphone, um Produkte zu bestellen, die im Geschäft nicht vorrätig sind. Außerdem vergleichen sie Produkte öfter miteinander und lassen sich beim Kauf online von sogenannten How-to-Videos (Anleitungsvideos) leiten.

Studenten und Hausfrauen sind die neuen Zielgruppen

Ältere Personen kaufen, wie zu erwarten war, deutlich seltener im Internet ein, als jüngere Menschen. Allerdings gibt es auch unter ihnen einige, die sich im Internet über Produkte informieren, bevor sie sie dann offline kaufen. Der Produktvergleich passiert aber eher in den eigenen vier Wänden am PC, als im Geschäft mit dem Smartphone. Studenten und Schüler sowie Hausfrauen und -männer sind neue besonders relevante  Zielgruppen, da sie vermehrt digital shoppen. Sicherheit wird für Digital Shopper groß geschrieben: Die Zahlungsmöglichkeit auswählen zu können, ist 87 Prozent der Konsumenten wichtig. Einfache Rücksendungsmöglichkeiten  und eine schnelle Lieferung ist 80 Prozent der Online-Käufer wichtig.

 

Dieses Video zeigt eine weitere Typologie von Online-Shoppern:

 

http://www.youtube.com/embed/XpUsLj00vt0