30.04.2015

Die Digitale Transformation ist bereits in vollem Gange und verändert den Wettbewerb. Was bedeutet das für den CEO? Fakt ist: Ein einzelnes Digitalprojekt oder eine theoretische Roadmap reichen nicht aus, um die digitale Transformation zu meistern. Gelebte strategische Prinzipien sowie klare Entscheidungen sind gefordert. Diese werden von 7 zentralen Kräften angetrieben.

CEOS

Die Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass ein Viertel der Firmen bis 2017 wegen mangelnder digitaler Geschäftsstrategien Marktanteile verlieren werden. Vor diesem Hintergrund müssen CEOs zentrale Entscheidungen für Ihr Business treffen. Der Wettbewerb wird dabei laut McKinsey von folgenden 7 Kräften beeinflusst:

       

    1. Neuer Druck auf Preise und Margen: Digitale Technologien schaffen eine nahezu perfekte Informationstransparenz, so dass es für Verbraucher immer einfacher wird Preise, Services und Produktleistungen miteinander zu vergleichen. Nutzer können zwischen Einzelhändlern, Marken und Dienstleistungen in nur wenigen Klicks wechseln. Diese Entwicklung sorgte für den Aufstieg der Preis-Vergleichs-Websites. Vor allem Fast moving consumer goods (FMCG) werden zunehmend online recherchiert; Käufe sind schnell getätigt. Für den stationären Handel entsteht so ein enormer Preisdruck. Verbraucherlastige Branchen sind im hohen Maße von dieser Dynamik betroffen. Für Händler bedeutet dies, sich in die Einkaufswelt des Kunden zu integrieren, um sich inhaltlich abzugrenzen und Mehrwerte zu kreieren, die über den Preis-Vergleich hinaus Relevanz erzeugen. Zum Beispiel mit einer Shopping-App, über die Treuepunkte gesammelt und als Rabatt eingelöst werden können.
    2. Wettbewerb entsteht überall: Die Digitalisierung eröffnet gänzlich neue Vertriebswege. Das stationäre, lokale Büro ist zu einem Auslaufmodell geworden, da web-basierte Lösungen und die moderne Telekommunikation ein breites Spektrum an Geschäfts-Chancen und Vertriebskontakten mit sich bringt. Das bedingt jedoch auch, dass Wettbewerber auf ganz unerwarteten Gebieten entstehen. Dies können internationale Anbieter sein oder die Aktivitäten von Sozialen Netzwerken. Google testet zum Beispiel mit der Google Wallet Branchengrenzen im Mobile-Bereich aus. Ein weiteres Beispiel für die Omnipräsenz von Marktbegleitern ist laut McKinsey, dass US-Nutzer die neueste Mode gern in britischen Online-Shops bestellen.
    3. The Winner Takes It All: Hier ist nicht der berühmte ABBA-Song gemeint, sondern eine extrem schnelle Marktdynamik. Durch die Digitalisierung werden die Markteintrittsbarrieren gesenkt und begünstigen eine schnelle Positionierung als Marktführer in neuen Branchen. Konzerne können hier von Start-ups lernen, die für Innovationsgeschwindigkeit stehen.
    4. Plug-and-play-Geschäftsmodelle füllen Wertschöpfungsketten auf: Die Digitale Transformation lässt Wertschöpfungsketten auseinander fallen, zum Beispiel aufgrund der sinkenden Transaktionskosten. Lösungen und Produkte von Drittanbietern schließen diese Lücken und fungieren als digitale Legosteine, die die Wertschöpfungsketten zusammenhalten. Cloud Modelle, IT-Services oder Logistik von Amazon, sprich Dienste, die Firmen nicht selbst aufbauen müssen, sind Beispiele für Plug-and-play-Modelle .
    5. Das Talent-Ungleichgewicht wächst: Die Automatisierung von Geschäftsprozessen ist ein zentraler Erfolgsfaktor, um die Digitale Transformation zu meistern. Intelligente Software greift hier als Schnittstelle. McKinsey geht zum Beispiel davon aus, dass die Eröffnung eines Kontos zukünftig bis zu 50 Prozent automatisiert von Computern übernommen wird. Der Super-Computer IBM Watson speichert und analysiert bereits heute unzählige medizinische Daten und kann auf diese Weise Krankheiten schneller diagnostizieren. Dennoch gibt es immer noch einige Felder, die sich nicht automatisieren lassen. In diesen Bereichen kämpfen die Unternehmen um passendes Fachpersonal. Datenwissenschaftler, Strategen und Programmierer zählen zu den gefragtesten Talenten innerhalb der Digitalbranche. Vorbild sind auch hier wieder Start-ups, die für Ihr Talent-Management bekannt sind.  
    6. Digitale Technologien kennen keine Grenzen: Wie in Punkt 2 beschrieben, verschwimmen die Branchengrenzen immer mehr – hier spricht man von einer globalen Konvergenz von Angebot und Nachfrage. Durch grenzüberschreitende Zahlungsmethoden ist der Kauf in europäischen Online-Shops problemlos möglich. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen der Konsumenten an ein ganzheitliches Kundenerlebnis. Globale Unternehmen müssen sich daher zunehmend mit den Anforderungen eines stringenten Markenerlebnisses befassen.
    7. Neue Geschäftsmodelle entstehen rasend schnell: Die digitale Transformation bedingt permanente Veränderungen in einem sehr hohen Tempo. Das beste Beispiel ist die Musikindustrie, die den Sprung vom Tonträger zum digitalen Download meistern musste. Die Experten von McKinsey nennen ebenfalls Googles autonomes Fahrzeug: Perspektivisch werden automatisierte Features die Fahrsicherheit drastisch erhöhen, sodass existierende Modelle und Services von Versicherungen neuer Ausrichtungen bedürfen.
    8.  

Für CEOs ziehen die oben genannten Entwicklungen 6 elementare, strategische Entscheidungen, basierend auf ableitbaren Grundsatzfragen, nach sich:

     

  • Der eigenen Zielgruppe folgen oder diese führen?
  • Neue Wettbewerber ins Boot holen oder gegen sie “kämpfen”?
  • Das Digital Business separieren oder in die Unternehmensstrategie integrieren?
  • Geschäftsbereiche kaufen oder verkaufen?
  • Diversifizierung von Produktbereichen oder Intensivierung von vorhandenen Kräften?
  • Die digitale Agenda an Dienstleister delegieren oder selbst gestalten?
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Jede der oben genannten Fragestellungen ist bedeutungsschwer. Entscheidungen zu treffen ist innerhalb der Digitalen Transformation jedoch unerlässlich. Schaffen Sie das Verständnis in Ihrem Unternehmen und setzen auf neue Lösungen, um sich von überholten Strategien zu lösen. Sprechen Sie uns dazu gerne an!

(Quelle: mckinsey.com)