17.01.2018

Drei große Trends zwingen die Branche zum Handeln und stellen gleichzeitig eine große Chance dar: Internationaler Wettbewerb, die Weiterentwicklung von Produktionstechnologien und der Eintritt neuer Unternehmen in die Märkte.  

Starke Konkurrenz aus Asien

Nachdem jahrzehntelang europäische und US-amerikanische Unternehmen den Markt für Maschinenbau dominiert haben, hat sich der Markt in den letzten Jahren stark zugunsten des pazifischen Raums verschoben. Lag der Anteil der produzierten Maschinen in der Region Asien-Pazifik 1998 bei 28 Prozent, soll er bis 2019 auf 53 Prozent anwachsen, vor allem forciert durch China. Auf Produktionsseite hat der technische Fortschritt für eine enorme Kosten- und Aufwandsreduktion gesorgt, die auch kleineren und spezialisierten Firmen deutliche Marktchancen bietet. Wie in vielen anderen Märkten stellen Unternehmen mit einem Fokus auf Technologie in Verbindung mit Software und Data Analytics eine wachsende Konkurrenz dar. 

Auswirkung der Digitalisierung auf den Maschinenbau

Die Digitalisierung wirkt sich auf alle Branchen aus, zu den prägnanten Effekten gehören die Auflösung von Markt- und Branchengrenzen, das enorme Potential für interne Prozesse, veränderte Kundenanforderungen und die entsprechenden Veränderungen für Unternehmen. Hinzu kommen Auswirkungen, die speziell die Maschinenbaubranche betreffen:

  • Verbesserungen im Produktionsbereich wie 3D-Druck, Sensorik oder Advanced Robotics
  • Internet of Things (IoT), das hohe Anforderung bezüglich Datenvolumen, Rechenkraft und Konnektivität stellt (z.B. low power wide area Netzwerke)
  • Neue Interaktions-Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine wie Augmented Reality oder Sprach- und Gestensteuerung
  • Steigende Bedeutung von Business Intelligence und Data Analytics

Entwicklungsmöglichkeiten auf drei Gebieten  

Die Möglichkeiten zur Digitalisierung lassen sich aus Unternehmensperspektive in drei Felder einteilen: Schaffung eines digitalen Ökosystems, die Weiterentwicklung der Unternehmensstruktur und die Stärkung der technischen Grundlagen.

Im Bereich Ecosystems bieten sich folgende Optionen: 

  • Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen
  • Veränderung des Geschäftsmodells, beispielweise durch datengetriebene Prozesse oder Plattformmodelle 
  • Intensivere Kooperation mit Partnern über die gesamte Wertschöpfungskette

Die für die Digitalisierung relevanten Geschäftsbereiche sind Marketing & Sales, Produktentwicklung, Operations und Administration. Bei der Stärkung der technischen Grundlagen geht es um die Verbesserung von Prozessen, beispielsweise über die Implementierung einer agilen Umgebung oder eine Unternehmensstruktur der zwei Geschwindigkeiten.  

Vier Ansätze für erfolgreiche digitale Transformation 

Akzeptieren Sie die Herausforderung: Sehen Sie die Digitalisierung als Chance für Ihr Unternehmen, viele der Wettbewerber im industriellen Bereich sind noch auf niedrigem Entwicklungsstand. 

Seien Sie agil: Geschwindigkeit zählt mehr als Perfektion. Beginnen Sie mit ersten Schritten und entwickeln Sie schnell ein Produkt, um es dann sofort zu verbessern. Der Grundsatz eines perfekt geplanten und entwickelten Produkts ist in einer digitalen Welt nicht mehr gefragt, es gelten die Regeln der Dynamik, die aus der agilen Software-Entwicklung stammen.  

Nehmen Sie immer die Perspektive des Kundens ein: Das Prinzip der Customer Centricity ist nicht die Neuerfindung des Rades, wird aber immer noch zu oft missachtet. Im Zeitalter der Digitalisierung bekommt der Kunde durch die Verfügbarkeit von Informationen und großem Wettbewerb noch mehr Einfluss. Wer sich danach orientiert, kann den entscheidenden Vorteil im Markt erlangen. Operativ kann das beispielsweise durch ein frühes Einbeziehen von Kunden in der Produktentwicklungsphase umgesetzt werden.   

Verkaufen Sie Services und Mehrwerte: Die Digitalisierung verändert ihr Geschäftsmodell. Maschinen sind durch Services aufgewertet und laufen optimalerweise in einem kompletten Ecosystem. Verkaufen Sie also eher den Mehrwert für den Kunden, also beispielsweise eine optimierte Liefer- und Wertschöpfungskette. Die Maschine wird somit nur noch zu einem Teil des Produkts, das eher einer digitalen Dienstleistung gleicht.