30.06.2015

In Bonn wird zukünftig digital diagnostiziert: Das Gemeinschaftskrankenkaus schafft Papier-Patientenakten ab. Stattdessen wird in einem Pilotprojekt der Deutschen Telekom das Krankenhaus mit iPad minis ausgestattet. Ärzte und Pfleger können dann über das interne Krankenhausinformationssystem iMedOne auf die Daten der Patienten mobil zugreifen.

Das Pilotprojekt begann bereits im Oktober 2014. Sukzessiv wurden papierbasierte Akten digitalisiert und im internen Krankenkausinformationssystem iMedOne gespeichert. Ärtze erhielten ein eigenes und personalisiertes iPad mini. Pfleger im Schichtbertrieb haben ein gemeinsames Gerät, damit Informationen aus der Frühschicht in die Spätschicht übergehen. Die Daten werden über ein geschütztes WLAN abgerufen und in Zeitabständen in der Stations-Cloud gespeichert. 80 Prozent des Personals praktizieren bereits mit dem neuen mobilen System.

Die Digitalisierung im Gesundheitssektor bringt für die Praxis viele Vorteile:

  • Schnelle Verfügbarkeit der Patientendaten an jedem beliebigen Ort
  • Abschaffung von bürokratischen Papiersammlungen und Archiven
  • Ressourceneinsparung, da zum Beispiel eine Aktensuche entfällt oder Doppeldokumentation vermieden wird
  • Erhebliche Qualitätssteigerung in der medizinischen Versorgung
  • Integration einer Arzneimittel-Datenbank, mit welcher Wechselwirkungen anderer Medikamente überprüft werden können

Als praktisches Beispiel könnten Röntgenbilder von Unfallpatienten als digitales Bild innerhalb von wenigen Minuten direkt im OP den Chirurgen zur Verfügung stehen. Studien haben ergeben, dass rund 80 Prozent der Behandlungsfehler in einer falschen Medikation liegen. Diese Fehler beruhen häufig auf schlecht lesbaren Verordnungen des Arztes.

Bei Änderungen der Medikation sehen alle Mediziner unmittelbar die Aktualisierung im Tablet. In diesem Jahr nehmen 35 weitere Kliniken an dem Digitalisierungsprojekt teil.

(Quelle und Bild: aerzteblatt.de)