11.09.2014

Laut einer Studie von Experton zum Thema Echtzeitprozesse glauben 3 von 4 Befragten, dass Echtzeit einen starken oder sehr starken Einfluss auf ihre Geschäftsprozesse haben wird. Mehr als die Hälfte aller Befragten erwarten eine massive Beschleunigung. In einer immer schneller werdenden Welt, kann eine nur wenige Sekunden verspätete Reaktion Unsummen an Geld kosten. Unternehmen sind gefordert Echtzeit-Prozesse auf allen Ebenen, sei es in der Produktion, dem Marketing oder in der Kundenkommunikation zu integrieren.

Echtzeit in der Produktion

Viele produzierende Industriezweige arbeiten schon lange mit Geschäftsprozessen in Echtzeit. Ein ausgeklügeltes System von Tools und Technologien hilft dabei, dass die Produktion immer dort stattfindet, wo Ressourcenverfügbarkeit und Bedingungen optimal sind. Nicht zuletzt neueste Techniken wie das Glasfaserkabel-Netzwerk rund um den Erdball machen dies möglich. Was in der Textilindustrie begann wird heute von vielen Branchen kopiert. Eine neue Ära in der Weltwirtschaft ist angebrochen und wird viele Prozesse und Geschäftsmodelle revolutionieren.

Twitter als Echtzeit-Benchmark

Twitter setzt unter den Social Media Schwergewichten neue Maßstäbe in Sachen Echtzeit. Verbraucher suchen verstärkt den direkten Kontakt zu Unternehmen und erwarten insbesondere bei Service-Anfragen oder Beschwerden schnelle Reaktionszeiten. Sind 2 Stunden bis zur Antwort auf Facebook durchaus akzeptabel, dürfen bei Tweets nur wenige Minuten verstreichen, bis eine Antwort getwittert wird.

Die beschwerdeerprobte Deutsche Bahn und einige Telekommunikationsanbieter bieten aus diesem Grund eigene Service-Kanäle, die nur für diese Art von Anfragen reserviert sind und schnelle Antworten liefern. Unternehmen sind gut beraten, die Reaktionen und Meinungen zu Ihrer Marke genau zu beobachten, um bei negativen Äußerungen schnell - in Echtzeit - zu reagieren. So kann ein “Shitstorm” abgewendet oder abgeschwächt werden.

Leider haben noch nicht alle Unternehmen die Macht der 140 Zeichen erkannt. Nur 55 von 100 Marken sind aktiv bei Twitter mit durchschnittlich 26 Tweets pro Woche. Aktive Accounts mit den meisten Followern sind der FC Bayern München, Adidas und Audi.

Real-Time Marketing als Erfolgsfaktor

Konsumenten haben ein verstärktes Bedürfnis nach Unmittelbarkeit, Relevanz und Greifbarkeit. Gelingt es einer Marke mit einer schnellen Reaktion einen Kunden positiv zu überraschen oder Erlebnisse zu kreieren, die im Gedächtnis bleiben, werden aus Kunden Markenbotschafter, die das positive Image in ihrer Umgebung weiter tragen - ebenso aber auch negative Erlebnisse.

Real-Time Marketing eignet sich vor allem für Folgendes:

  • Marken-Events
  • Erwartete Events
  • Location- oder objektbasiert
  • Predictive Analytics-basiert
  • Kunden-Interaktion
  • Eilmeldungen

Für Marken- und andere erwartete Events können Reaktionen und Content bereits vorbereitet werden. So hatte der amerikanische Fernsehsender HBO für die Emmy Verleihung Social Content für mögliche Gewinne seiner TV Shows bereits vorproduziert. So konnte der richtige Tweet oder Post sofort nach dem Gewinn live gehen.

Die iBeacon-Technology verhilft dem Real-Time Marketing zu neuen Möglichkeiten. Unternehmen können Kunden, die sich in der Nähe befinden personalisierte Push-Nachrichten schicken und auf Rabatte aufmerksam machen.

Marketing basierend auf Predictive Analysis ist vielen durch Empfehlungen auf Amazon-Seiten ein Begriff. Ein anderes Beispiel ist die Drogeriekette Walgreens, die Kunden belohnt, die sich auf Foursquare in einer Walgreens Filiale einchecken.

Die Marke Coca-Cola konnte viel positiven Buzz erzeugen, als sie beschloss das lokale Werbebudget für einen Monat an die Opfer des Taifuns Haiyan zu spenden. Die begleitende Real-Time Marketing Maßnahme tat ihr übriges, um die Meldung zu verbreiten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Echtzeitprozesse genau dann erfolgreich sind, wenn zur richtigen Zeit die richtige Person mit der richtigen Botschaft erreicht wird.