07.05.2015

Die meisten Verbraucher wechseln ihren Stromanbieter bereits online. Energiebörsen wie Verivox sorgen dabei für digitale Preis- und Leistungstransparenz. Doch können die Energieversorgungsunternehmen (EVU) auch als Vorreiter der digitalen Transformation auftreten? Die eigenen Mittel reichen aufgrund der vielschichtigen Prozesse oft noch nicht aus, um diese Herausforderung autark zu meistern. 

Ausgangslage: Starre IT-Prozesse hemmen bei vielen Energieversorgern den Fortschritt. Hinzu kommen unsortierte Datensätze, die zum Teil sogar in verschiedenen Systemen liegen. Das erschwert den Kundenservice enorm und individuelle Tarife sind so für Berater kaum abbildbar. Zudem zeigen aktuelle Marktentwicklungen und das geänderte Nutzerverhalten, dass EVU neue Wege gehen müssen, die mit einer klaren, digitalen Strategie einhergehen.

  • Verbraucher wünschen sich moderne Kommunikationswege, z.B. über mobile Endgeräte oder Social Media-Kanäle für Informationen und neue Services
  • Online-Energiebörsen machen den Markt transparent
  • Hohe Wechselbereitschaft bei den Kunden aufgrund von Preis- und Leistungstransparenz
  • Thematik Smart Home fordert für ein intelligentes Zuhause auch ein Umdenken seitens EVU

Große Energiekonzerne setzen bereits vereinzelt auf digitale Ansätze innerhalb der Unternehmensstrategie, dennoch mangelt es noch oft an der konsequenten Umsetzung.

Konkret besteht bei Energieversorgern dieser Handlungsbedarf:

  • Ausarbeitung einer stringenten Digitalstrategie
  • Eingliederung der einzelnen Fachbereiche sowie der Entscheidungsträger innerhalb der Digitalstrategie
  • Akzeptanz der IT als Produktionstreiber
  • Schaffung von Kundenerlebnissen
  • Aktuelle Anwendungen modernisieren und in die IT überführen
  • Neue digitale Lösungen, z.B. im Zuge der Smart Home-Entwicklung, umsetzen (durch neue Business-Arbeitsgruppen oder Wertschöpfungspartnerschaften)

Internet der Dinge treibt Digitalisierung der Energiebranche an

Laut einer aktuellen Studie von RWE, werden 2018 über die Hälfte aller neuen Endgeräte aus den Bereichen Unterhaltungselektronik und Weiße Ware (Elektrogroßgeräte) miteinander vernetzt sein und über einen Online-Zugang verfügen. Das Internet der Dinge wird somit ein zentraler Treiber der Digitalisierung innerhalb der Energiebranche sein. EVU sollten dieses Feld nicht vollkommen branchenfremden Unternehmen überlassen. Vor allem kleine und mittlere Anbieter geraten ansonsten unter einen hohen Wettbewerbsdruck. Konzerne wie Google, IBM oder Intel arbeiten schon heute an Konzepten zur Vernetzung von Haushaltsgeräten und stellen eine direkte Konkurrenz für Energieunternehmen dar. Software-Produkte von IBM sollen zum Beispiel helfen, eine einheitliche, standardisierte Plattform für Produkte des Internet of Things zu entwickeln. Verschiedene Cloud-Lösungen kommen dabei zum Einsatz. Energieversorger können sich diese Technologien zu Nutze machen und auf sinnstiftende Partnerschaften setzen.

Mit diesen weiteren Maßnahmen können Energieversorger die Digitale Transformation meistern:

  • Modernisierung von Geschäftsprozessen: Mit durchdachten, branchenspezifischen IT-Lösungen sowie automatisierten Geschäftsprozessen sind Energieversorger schneller und effizienter als die Konkurrenz.
  • Geeignete IT-Lösungen einführen und in Fachbereichen verzahnen: Die IT zählt zu den zentralen Erfolgsfaktoren und ist ein wesentlicher Produktionsfaktor. Daher greift sie als Generator für die Kosteneindämmung, Geschäftsentwicklung und das Umsatzwachstum.
  • Einsatz von Automatisierungslösungen sowie Software zur Web-Analyse: Nur wer seine Kunden und ihr Nutzungsverhalten kennt, kann sich durch relevante Inhalte und personalisierte Services vom Wettbewerb abgrenzen.
  • Wertschöpfende Kooperation mit externen Dienstleistern: Die Zusammenarbeit mit Partnern oder Technologieunternehmen ermöglicht eine Erweiterung des Leistungs- und Lösungsportfolios.
  • Auf neue Arbeitsmodelle wie die Cloud setzen: Cloud-Plattformen verleihen Unternehmen und dessen Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität und lösen starre, ortsgebundene Arbeitszeiten ab.
  • Innovationen nicht aufschieben, sondern zeitnah einführen: Das Management der Energieversorger muss hier zügig handeln, um den Anschluss nicht zu verlieren bzw. Wettbewerbern das Feld zu überlassen.

Best Practice: Intelligente Haussteuerung von RWE

Über die Smart Home-Haussteuerung des Energiekonzerns RWE können Nutzer flexibel auf Lampen, die Heizung und weitere elektrische Geräte innerhalb der Wohnung zugreifen. Die Geräte werden miteinander vernetzt und lassen sich zentral über ein System steuern. Für das Smart Home-Projekt kooperiert der Konzern mit Microsoft. Das innovative Energienetz soll nicht nur die Effizienz von Privathaushalten steigern, sondern auch Wind- und Solaranlagen optimieren.

Ob Wind-, Wasser- oder Solarkraft: Energieversorgungsunternehmen haben die Chance sich durch die digitale Transformation in der Energiewirtschaft ganz neu zu erfinden. Technologien entwickeln sich rasant, sodass EVU vor der aktuellen Situation stehen, Business-Projekte und IT nicht schnell genug mit eigenen Fachkräften umsetzen zu können. Die Kooperation mit Beratungs-Dienstleistern wird daher immer wichtiger, um die digitale Transformation zu meistern. Sprechen Sie uns gerne dazu an und wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen neue Strukturen für Ihr Kundenmanagement. 

(Quelle: computerwoche.de)