14.07.2011

Die steigende Nutzung von Facebook an der gesamten Online-Verweildauer zeigt, dass das Soziale Netzwerk das Online-Verhalten potentieller Kunden verändert. In einer aktuellen Studie gaben sogar 97 Prozent der Befragten an, dass Facebook bereits einmal ihr Kaufverhalten beeinflusst habe. Auf Unternehmensseite ist die Aufmerksamkeit für Facebook als relevanter Vertriebskanal gerade im Vergleich zum Online- und Social Media-Marketing noch sehr gering. Dabei bieten sich nicht nur Verkaufspotentiale auf der Plattform selbst an, sondern vor allem in der Umgebung eigener Shops - sowohl online als auch offline.

 

Ein Beispiel für die nächste Generation des Online-Shoppings mit Facebook Features ist der jüngst gelaunchte Online-Marktplatz Copious: Das Konzept basiert grundsätzlich auf Facebook Funktionalitäten. Durch den direkten Facebook-Login surfen Käufer und Verkäufer mit ihrer eigenen Online-Identität über den Marktplatz und können sich über Facebook vernetzen.

 

Im Kaufprozess sehen die User, welche ihrer Freunde vom gleichen Anbieter gekauft, wie viele „Likes“ und Kommentare das Produkt sowie der Anbieter haben. Außerdem erhält der User sogenannte Social Recommendations – automatische Produktempfehlung, die seinen individuellen Social Media Aktivitäten entsprechend.

Nächste Generation des Shoppings dank Facebook Features

Grundsätzlich bietet Facebook drei mögliche Integrationsansätze seiner Funktionalitäten außerhalb des Sozialen Netzwerks an:

  • Facebook Open Graph: Traditionelle Websites, Online-Marktplätze und -Shops integrieren über eine Schnittstelle Facebook Features wie Kommentare oder den “Gefällt mir”-Button. Kunden können dadurch ihr Social Media Verhalten im Online-Einkauf fortsetzen. Um die soziale Interaktion anzuregen, können Verkäufer Rabatte anbieten, für das “Gefällt mir” oder “Teilen” des Produktes oder Shops.
  • Facebook in-Store Retail: Um Kunden eine Facebook Erfahrung beim Einkauf im Laden zu ermöglichen, werden die technischen Voraussetzungen für eine Digitalisierung geschaffen. So stehen in der Umkleide des teilnehmenden Geschäftes eine Kamera und ein iPad bereit, die eine direkte Facebook-Verbindung herstellen, um die anprobierte Kleidung direkt mit den nicht anwesenden Freunden über Facebook zu teilen und Feedback etwa über ein “Gefällt mir” zu bekommen.
  • Facebook Check-in Deals: Einzelhändler können den Zulauf ihrer lokalen Kundschaft durch das Angebot spezieller Facebook Rabatte für Kunden steigern, die sich mittels Location-Based-fähigem Mobilgerät bei Facebook Places einloggen. Das Mobilgerät zeigt die Lage des Nutzers sowie die Geschäfte in der Umgebung an, die an den Facebook Check-in Deals teilnehmen. An der Kasse können die ortsgebundenen Rabatte etwa durch Vorzeigen des Mobiltelefons mit dem Facebook Deal Coupon eingelöst werden.

Je nach Geschäftsmodell lässt sich der Einsatz von F-Commerce gezielt für die Kundengewinnung und -bindung einsetzen. Obwohl noch nicht abzusehen ist, dass sich weitere Social Media Plattformen in einem gleichen Maße im Online-Handel durchsetzen könnten, gilt es, die Entwicklungen im Social Media basierten Käuferverhalten zu beobachten und besonders bei der Erschließung jüngerer Zielgruppen im eCommerce-Konzept zu berücksichtigen.