09.07.2018

Pichai nimmt eine erwartungsgemäß eine befürwortende Position in der Diskussion ein. Zwar könne KI nicht jedes Problem lösen, das Verbesserungspotential sei aber tiefgreifend. Erst auf der Entwicklerkonferenz I/O hatte Pichai auf die zentrale Rolle von KI für das Unternehmen hingewiesen: die Technologie solle alle Produkte von Google verbessern. Eine der Überraschungen der I/O war die Weiterentwicklung des Google Assistant mit der Sprach-KI Duplex, die stellvertretend für den Nutzer eigenständig Gespräche führen kann. Als Use Case wurde die automatisierte Vereinbarung eines Frisörtermins vorgestellt. Sowohl auf der Konferenz als auch in weiteren Tests durch Journalisten beeindruckte Duplex: Oftmals konnten die Angerufenen die KI nicht von einem menschlichen Anrufer unterscheiden, was wiederum für einige Kritik sorgte. Google lässt Duplex sich deshalb jetzt am Gesprächsbeginn als KI identifizieren. 

Die sieben Grundprinzipien des Sundar Pichai

Diese Beispiele machen deutlich: Google macht enorme Fortschritte bei der Entwicklung von KI. Eine Einordnung von Grenzen und Entwicklungszielen durch den Tech-Riesen macht also durchaus Sinn. Einen Fokus setzt CEO Sundar Pichai auf den Mehrwert, der durch KI für die Gesellschaft entsteht, beispielsweise für Medizin oder bei der Bekämpfung von Naturkatastrophen. Google nehme die Sorgen über mögliche Fehlentwicklungen in der KI-Entwicklung ernst und fühlt sich in der Verantwortung für einen ethisch wertvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz. Deshalb hat der Tech-Riese sieben Grundprinzipien entwickelt, die das sicherstellen sollen. 

1. Be socially beneficial: Google will auf der Basis von KI qualitativ hochwertige und genaue Informationen zur Verfügung stellen, ohne die sozialen und rechtlichen Normen in den jeweiligen Ländern zu verletzen. 

2. Avoid creating or reinforcing unfair bias: Vermeidung von Vorurteilen und Diskriminierung aufgrund von Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, Nationalität, Einkommen, sexueller Orientierung, Fähigkeiten und politischer oder religiöser Überzeugung unter der Berücksichtigung lokaler und kultureller Unterschiede.

3. Be built and tested for safety: Sichere Entwicklung und Operation der KI-Technologie. 

4. Be accountable to people: Kontrolle der KI durch Menschen soll erhalten bleiben, transparent sein und Möglichkeiten für Feedback von Menschen bezüglich der Technologie beinhalten. 

5. Incorporate privacy design principles: Die Grundlage für KI Projekte bildet der Schutz von Privatsphäre und Daten.

6. Uphold high standards of scientific excellence: Einhaltung von wissenschaftlich-akademisch Prinzipien

7. Be made available for uses that accord with these principles: Google bewertet die Technologien in einer Art Technologiefolgenabschätzung bezüglich der möglichen Verwendung unter der Fragestellung, inwieweit es zu einem massiven Missbrauch kommen kann. Als Bewertungsparameter werden herangezogen: hauptsächlicher Verwendungszweck, Einzigartigkeit (Service wird nur von Google zur Verfügung gestellt), Skalierbarkeit (wie stark werden Auswirkungen der Technologie sein) sowie die generelle Beachtung der Unternehmenswerte von Google. 

Dahingegen gibt es auch eine Blacklist von Technologien, die nicht unterstützt werden, dazu gehören Technologien, die einen allgemeinen Schaden verursachen können. Wenn sich Google aufgrund eines hohen potentiellen Nutzens doch zum Einsatz entscheiden sollte, sollen hohe Sicherheitsbeschränkungen eingehalten werden. Auch Waffen und Überwachungstechnologien sind verpönt, ebenso wie Technologien, die den  Prinzipien des Völkerrechts und der Menschenrechte widersprechen.

Im Detail lässt sich der Blogbeitrag hier nachlesen.