29.08.2011

Nach 16 Tagen mehr als zehn Millionen Nutzer - Google+ ist das am schnellsten wachsende Social Network in der Geschichte des Internets. Suchmaschine und Soziales Netzwerk verschmelzen und in der Branche ist man sich einig: Wenn Google mit einem eigenen Netzwerk an den Markt geht, wird das nachhaltige Auswirkungen auf das SEO-Ranking haben.

Der steigende Traffic über Social Media stellt für Suchmaschinen eine starke Konkurrenz dar. Viele User recherchieren nicht mehr in Googles Suchergebnissen, sondern steuern direkt Inhalte in Sozialen Netzwerken an. Das Resultat sind ausfallende Suchanfragen, für die weniger bezahlte Anzeigen ausgespielt werden können. Werbeeinnahmen aus AdWords Anzeigen verringern sich.

Social Media Traffic fordert Social SEO

Mit der Einführung des +1 Buttons und des daran anschließenden eigenen Sozialen Netzwerks reagierte Google prompt auf diese Entwicklung. Eine Strategie, die sich nicht nur auf die unmittelbare Konkurrenz zu Facebook auswirkt, sondern auch langfristig auf einen größeren Kontext schließen lässt: Etablierung einer sozialen Suche.

 

So wirkt sich Google+ auf die Branche und SEO-Strategien aus:

Google+ Profile: Datenversorgung

Bislang sammelte Google Daten über Suchprofile und Klickverhalten. Durch Google+ hat dies ein Ende: Im hauseigenen Sozialen Netzwerk geben die Nutzer selbst ihre Daten an. Eine wachsende Masse, die den Suchmaschinenriesen durch eine Google Suche nach dem Log-In  mit Unmengen an Daten versorgt. Angaben wie Wohnort, Interessen und Beruf kann Google schließlich bei der Präzisierung der Suchergebnisse und AdWords-Kampagnen verwerten.

+1 Button: Die neuen Backlinks

Ein “+1” nimmt in Zukunft einen annähernd hohen Stellenwert im Suchmaschinenalgorythmus ein wie Backlinks. Für Unternehmen heißt das: Inhalte veröffentlichen, von denen erhofft wird, dass viele Leute sie mögen und sie mit ihrem Netzwerk teilen oder diese empfehlen. Das unterstützt den strategischen Backlinkaufbau im klassischen Suchmaschinenmarketing durch Verlinkungen, die auf natürliche Weise durch Nutzer geschaffen werden.

Circles: Power-User verändern das SEO-Ranking

Durch Schnittmengen der Kontakt-Circles können unter den Nutzern Power-User identifiziert werden. Diese Big-Player posten neue Inhalte und Trends und verzeichnen viele Freunde. Google könnte langfristig dieses Potential ausnutzen und den Power-Usern Vertrauen entgegen bringen. So könnte eine +1 Empfehlungen die gleiche Bedeutung einnehmen, wie die eines autorisierten Backlinks.

Likeability - der entscheidende Faktor

Das Prinzip: Die Nutzung von Google+ wirkt sich unmittelbar auf das Suchmaschinen-Ranking aus. Entscheidend ist die sogenannte "Likeability". Inhalte müssen den Nutzern gefallen und Seiten müssen möglichst einfach teilbar sein. Relevanz und Komfort entwickeln sich zu den beiden großen Ranking-Faktoren der Zukunft.