12.07.2016

Der Store macht auf jeden Fall was her: Er wirkt heller, offener und moderner als andere ZARA-Filialen. Sofort ins Auge sticht einem der riesige digitale Screen über dem Kassenbereich. Hier werden aktuelle Kampagnenvideos, Angebote und die neuesten ZARA-Kollektionsteile gezeigt – nett gemacht. Das Geschäft in der Schildergasse ist nun der größte ZARA-Shop in ganz Deutschland. Ich bin neugierig – wo sind nun diese digitalen Umkleidekabinen?

Ein Screen in jeder Kabine

Vor den Umkleidekabinen frage ich, ob ich die digitalen Funktionen in jeder Kabine nutzen kann. Die Verkäuferin schien nicht ganz zu verstehen, was ich suche, meinte dann aber, ich müsse mich zuerst einloggen – vermutlich mit einem Kundenkonto. Na dann los! Zwar war in jeder Kabine ein Screen eingebaut, doch leider lies sich kein einziger per Touch bedienen. Entweder wurde nur das ZARA Logo angezeigt, er war komplett schwarz oder eine externes Interface war sichtbar. Schade, das hatte ich mir anders vorgestellt.

“Manchmal geht’s, manchmal nicht”

Die Mitarbeiterin an der Kasse erklärt mir auf Rückfrage dann “Tja, manchmal geht’s, manchmal nicht. Heute sind die Bildschirme anscheinend aus.”. Sie versicherte mir, dass man an besseren Tagen Produkte angezeigt bekommt und diese auch bestellen könne.

Die Kundinnen können sich dann verschiedene Varianten eines Kleidungsstücks ansehen, ohne extra noch mal die Kabine verlassen zu müssen. Inwiefern dieses Konzept auch auf weitere Stores in Deutschland ausgeweitet wird, ist noch nicht klar.

Die Mini-Filiale vom Event-Portal Jochen Schweizer nebenan zeigt, wie man es besser macht: Ein großes funktionierendes Touch-Display im Eingangsbereich lädt zum Stöbern und Entdecken ein. Ergänzend dazu stehen zwei Verkaufsberater bereit. So geht Point of Sale im Jahr 2016.

Tablets für die Kunden

In Spanien testet ZARA Tablets in der Umkleide. Dort scannt der Kunde seine Kleidung und kann sich andere Größen bringen lassen oder Rat und Tipps von Mitarbeitern einholen. Dieses Pilotprojekt startet in den größeren Stores in Spanien und soll bald in weiteren Test-Shops in den USA und Europa eingeführt werden. In den US-Staaten werden bereits digitale Technologien bei anderen Händlern wie Blommingdale´s, Neiman Marcus oder Nordstrom getestet.

Über Smart Service Apps erfahren Kunden mit Hilfe von mobile Devices einen optimierten Kundenservice. Sie werden schneller und persönlicher bedient, da der Verkäufer direkt auf das gewünschte Anliegen eingehen kann. Auch der Click & Collect Service ist dort bereits viel verbreiteter als hierzulande.

Fazit

Der digitale PoS ist die Zukunft im Crosschannel Commerce. Dabei ist es enorm wichtig, den Kunden nicht durch technische Probleme, wie es bei uns der Fall war, zu enttäuschen. Nur wer Vertrauen in die neuen Funktionen hat, und wenn diese reibungslos laufen, wird ein langfristiger und glücklicher Kunde sein.