25.02.2021

In der digitalen Welt werden Schnelligkeit und messbare Ergebnisse immer wichtiger, wenn es darum geht, Produkte effizient auf den Markt zu bringen. Entsprechend erfreut sich der Begriff des MVP immer größerer Beliebtheit. Dieser stammt ursprünglich aus der Lean Startup Methode von Silicon-Valley-Entrepreneur Eric Ries. Dieser Methode zugrunde liegt das Kreislauf-Prinzip “Build – Measure – Learn” und hat das Ziel, Produkte nicht nur schnell zu entwickeln (build), sondern zeitgleich deren Erfolg zu messen (measure), um daraus Erkenntnisse für den weiteren Entstehungs- und Vermarktungsprozess zu gewinnen (learn). Das Vehikel dafür: Das Minimum Viable Product; das kleinste funktionsfähige Produkt. 

Herausforderungen vor Projektstart 

In der Realität läuft die Entwicklung eines digitalen Produkts trotz guter Vorsätze häufig etwas schleppend an. Oft gibt es nur eine vage Produktidee ohne klare Zielsetzung. Und Teams, die zwar motiviert sind und aus ihrem Fachgebiet wertvollen Input mitbringen, jedoch wenig Erfahrung im Bereich der Produktentwicklung haben.“Für uns als Full-Service-Agentur bedeutet das in der Regel nicht nur, dass wir verschiedene Stakeholder mit unterschiedlichen Erfahrungsstufen an einen Tisch bringen müssen”, sagt Jens-Michael Blümel, Executive Director bei SH|FT, “Wir sehen uns auch den Herausforderungen des klassischen Projekt-Geschäfts gegenüber: Wenig Zeit, begrenzte monetäre und personelle Ressourcen und eine hohe Erwartungshaltung auf allen Seiten.” 

Der Mehrwert eines Fast MVPs 

“Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg”, schrieb schon der chinesische Philosoph Laozi. Nach genau diesem Grundsatz starteten auch Blümel und sein Team das Projekt App-Entwicklung im Rahmen eines Fast MVP. Die Vorgabe: In nur neun Wochen sollte ein fertig programmierter Prototyp für eine Anwendung definiert werden. Deren Zielsetzung und USP festzulegen, war der erste Meilenstein einer gut orchestrierten Workshop Serie:  

Wir haben mit dem Kunden wöchentliche Workshops organisiert und dafür jeweils klare Zielsetzungen definiert. Unser Ziel war, jede Woche gemeinsam neue Ergebnisse zu erarbeiten und diese dann in der Folgewoche umzusetzen. Die Erkenntnisse daraus wurden dann mit in den nächsten Workshop genommen. Auf diese Weise haben wir das Projekt kontinuierlich vorwärts getrieben und zwischen Woche fünf und sieben tatsächlich einen funktionierenden Prototypen erarbeitet.”

Laurin Weckler, Consultant bei SH|FT

Kollaboratives Arbeiten mit Spaßfaktor

Um sowohl das Teambuilding als auch einen gewissen Spaßfaktor nicht zu kurz kommen zu lassen, entschieden sich die Beteiligten für das digitale Kollaborationstool Miro. Hier wurden alle Ideen durchgespielt, konkretisiert und festgehalten. Inhaltlich gab es vier wesentliche Fokusthemen, die gemeinsam remote bearbeitet wurden: 

1. Die Definition eines USPs:

Was soll der App-Prototyp können und welchen Mehrwert bietet er der Zielgruppe? Auch unkonventionelle Brainstorming-Methoden helfen in dieser Phase: “Unsere Aufgabenstellung war: ‘Beschreiben Sie den USP des MVPs in einem Twitter Post’”, sagt Weckler. “So konnten wir uns am Ende auf einen Favoriten einigen.” 

2. Paper-Prototyping wird digital:

Weckler empfiehlt: “Niemand aus dem Kundenteam hatte Erfahrung wie man Spezifikationen schreibt. Also haben wir den Funktionsumfang des MVP gemeinsam in Miro erarbeitet und die Anforderungen anschließend zusammen in Produktsprache übersetzt.” 

3. Key Screens früh visualisieren:

Frühzeitig Menschen zu involvieren, die dem Produkt visuell Leben einhauchen können, zahlt sich aus. Das Projekt wird durch Visuals besser greifbar und auch Prozesse werden leichter verständlich, wenn man sie bildlich vor sich hat. 

4. Marketing-Ideen motivieren:

“Ein bisschen ‘Marketing-Schischi’ tut dem Ganzen gut”, so Blümel. “Mitten im Prozess kamen wir auf die Idee, schon mal einen Namen und ein Logo für die App zu entwerfen. Das hatten wir ursprünglich gar nicht geplant, mussten dann aber feststellen, dass es das Team noch einmal mehr motiviert hat, am Ball zu bleiben.”

Die Best Practices für ein gelungenes Fast MVP

Trotz des kleinen Zeitfensters von neun Wochen und eines MVP-unerfahrenen Kundenteams, gelang es, den App-Prototypen pünktlich für die Entwicklung zu definieren, ein Feintuning vorzunehmen und eine abschließende Stakeholder-Präsentation auf die Beine zu stellen. Trotz, oder sogar gerade wegen des strengen Zeitplans. 

Diese wichtigen Lehren, hat das Team der SH|FT aus dem Projekt gezogen: 

  • Das Teambuilding gehört in den Fokus. Die Agentur fungiert dabei als Mentor und Motor und steuert den Projektprozess aktiv. Das bedeutet, sie ist maßgeblich für die Organisation, die Strukturierung und die Zielerreichung der Workshops zuständig.
  • Kontinuität hat Priorität. Wöchentliche Iterationen mit darauffolgender Umsetzung machen am Ball bleiben zwingend notwendig – egal wie klein die Schritte zu beginn sein mögen.
  • Vertrauen: In den Methodenkoffer, in das Team und in eine transparente, empathische Kommunikation miteinander.
  • Geduld: Mit sich selbst und mit dem Team.
  • Erreichtes feiern: Der beste Teil nach einem erfolgreichen Projekt. Remote miteinander anstoßen wirkt auch im Lockdown Wunder. 

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