16.08.2016

Noch in diesem Jahr werden täglich rund 5,5 Millionen neue IoT-Geräte ans Netz gehen. Das Internet der Dinge durchdringt alle Lebensbereiche und verändert unsere Art der Internetnutzug. Doch es verändert auch die Wirtschaft: Logistikunternehmen können ihre Fracht per Fernzugriff kontrollieren – in Echtzeit. In Smart Cities werden Verkehr, Infrastruktur, Energieversorgung, Verwaltung und öffentliche Sicherheit kontrolliert und gesteuert, dies spart Energie und vereinfacht das Leben.

Von den First Movern lernen

Unternehmen erfahren durch die Auswertung von IoT-Daten genau, welche Produkte und Leistungen sich ihre Kunden wirklich wünschen. Die ersten Unternehmen profitieren bereits von den neuen Geschäftsmodellen. Höhere Umsätze, agilere Prozesse, ein besseres Marktverständnis und stärkere Innovationskraft sind nur einige der Vorteile, die das Internet der Dinge für Ihren Business Case bringt. Es gibt bereits einige Best Practices die zeigen, wie sich das hohe Potenzial erfolgreich in der Praxis nutzen lässt:

Intelligentes Gebäudemenagement

Ein Wolkenkratzer mit IQ: Digitale Messpunkte im zweithöchsten Bürogebäude der Welt schonen Ressourcen. Das 508 Meter hohe Gebäude verfügt über eine cloudbasierte Energie- und Nachhaltigkeitsmanagementplattform. Der Navigator von Siemens erhöht die Effizienz des Gebäudes durch intelligentes Energiemanagement. Über verschiedene Sensoren erfasst die Plattform Gebäudedaten, die kontinuierlich überwacht, gesammelt und analysiert werden. Diese Daten dienen als hilfreiche Grundlage für Energiestrategien in Echtzeit. Diese verringern die Betriebskosten und schonen die Umwelt.

Smart Farming

Big Data gibt es auch auf dem Bauernhof: Autonomes Fahren mit dem Traktor ist auf dem Land im Kommen, Äcker werden von Drohnen vermessen und Kühe von einem Roboter gemolken. Die sogenannte Präzisionslandwirtschaft hilft Landwirten dabei, ihren Wasser- und Düngemitteleinsatz zu optimieren. Durch das Internet of Things können sie der steigende Nachfrage an landwirtschaftlichen Erzeugnissen nachkommen und gleichzeitig die hohen Umweltschutz-Anforderungen der Politik nachkommen. Über ein Dashboard sieht der Landwirt, wie viel Saatgut pro Hektar gerade gestreut wird und wie groß die noch zu bearbeitende Ackerfläche ist. Kühe tragen einen Sensor um den Hals, der als Zugangschip für einen Melkroboter fungiert. Durch den Scan des Chips weiß die Maschine, ob die Kuh bereits ihr Soll erfüllt hat. Ist dies nicht der Fall, erhält sie noch Futter, hat sie den Melkstand bereits erfüllt wird ihr weniger Futter ausgegeben. Auch im privaten Sektor ist das smarte Farming angekommen. Mit einem pflanzender Roboter kann sich jeder per Drag & Drop einen Garten pflanzen:

eHealth: Vernetzte Pillendose

Das Startup AdhereTech bringt einen intelligenten Tablettenbehälter auf den Markt. Dieser erinnert Patienten an die pünktliche Einnahme von wichtigen Medikamenten. Im Durchschnitt halten sich nur etwa 40 Prozent der Patienten an die korrekte Einnahme ihrer Medikamente. Die vernetzte Pillendose verwendet Sensoren um zu erkennen, ob eine Tablette oder eine bestimmte Menge Flüssigkeit entnommen wurde. Hat der Nutzer seine Medizin vergessen, wird er per Telefonanruf oder SMS an die Einnahme erinnert. Außerdem gibt der Pillenbehälter Licht- und Tonsignale ab. Darüber hinaus erfragt die Software automatisch, aus welchem Grund der Patient seine Medikamente nicht genommen hat. So kann die Software ein klareres Bild der Verschreibungseinhaltung an pharmazeutische Firmen und medizinisches Personal schicken. Die Daten werden immer anonym übertragen.

Clever parken in Neuseeland

Die Stadt Wellington in Neuseeland realisiert mit dem Technologie-Partner Smart Parking die Einführung eines intelligenten Parksystem in der gesamten Stadt. Etwa 900 Infrarot-Parksensoren sind bereits installiert, und bis Ende des Jahres werden es mehr als 2.580 Stück sein. Mithilfe einer App können Verkehrsteilnehmer nicht nur freie Parkplätze finden, sondern auch direkt die Parkgebühr bezahlen und gegebenenfalls auch aus der Ferne verlängern. Smart Parking sammelt alle Daten in einer zentralen Datenbank und spielt diese in Echtzeit auf die App aus.

Das Marketing verändert sich

In den USA bietet Amazon mit den Echo-Produkten auf Basis von Alexa bereits Sprachassistenten in Form eines interaktiven Lautsprechers für die Wohnung. So kann Alexa auf Spotify, Uber, Audible, Google, Google Maps, den Kalender und vieles mehr zugreifen. Amazon erschließt mit Alexa enorm wichtige Nutzerdaten der Offline-Welt. Auf diese Weise entstehen neue Möglichkeiten der personalisierten Werbung. Werbetreibende haben die Chance, ihre Botschaften zur richtigen Zeit am richtigen Ort und in der passenden Situation an den Mann oder die Frau zu bringen. Dank neuer Technologien können sich etwa Lebensmittelanbieter mit Elektronikherstellern verbinden. Neue Arten von Kooperationen und Kampagnen entstehen. Das Internet of Things bietet auch für Programmatic Advertising spannende Möglichkeiten vor allem auf Grundlage relevanter Daten.

Es fehlt branchenübergreifende Initiative

Die Entwicklung des IoT zieht gänzlich neue Netzwerktechnologien nach sich. Noch gibt es keine umfassende branchenübergreifende Initiative, die IoT-Anwendungen und Schnittstellen für einen einheitlichen Zugang standardisiert. Netze müssen mit einer explodierenden Flut an Daten umgehen können. Diese werden von hunderten verschiedenen Anwendungen aus den Bereichen Fitness, Auto, Gesundheit, Energieverbrauch, Haussicherheit, Bewässerung oder automatisiertes Einkaufen kommen. Großprojekte wie Smart Cities erhöhen die Herausforderungen und Komplexitäten eines solchen Netzwerks immens.

Wo geht die Reise hin?

Es wird noch einige Jahrzehnte dauern, bis die vernetzten Dinge in allen Lebensbereichen zur Selbstverständlichkeit werden. Bis dahin muss ein neuer Industriestandard für Qualität entwickelt werden, der eine größtmögliche Ausfallsicherheit in der digitalisierten Welt ermöglicht. Zusammen mit Partnern aus der ITK-Branche möchte die Deutsche Telekom bis Ende 2016 einen Verein gründen, der einen gemeinsamen Industriestandard für Qualität definiert und überwacht.

Fazit

Unternehmen und Konzerne müssen zukünftig in Partnerschaften reibungslos zusammenarbeiten und innovative Lösungen für Herausforderungen hervorbringen. Eine Kombination aus öffentlichem Internet und hybriden Netzen wird das erforderliche Level an Zuverlässigkeit, Sicherheit, Skalierbarkeit und Flexibilität liefern, die das IoT benötigt. Wir finden auch für Sie das passende Business Modell.