19.01.2016

Wer ein Produkt verkauft und darüber einen Hands-on-Artikel auf seinem Corporate Blog schreibt, tut dies natürlich, um möglichst viele potenzielle Kunden auf seine Seite zu ziehen. Die Herausforderung dabei ist, dass das kontextorientierte Darstellen von Inhalten sich nicht nur aufgrund der Historie des Users abbilden lassen sollte, sondern nach dem tatsächlichen Bedürfnis – idealerweise in Echtzeit.  Auf den Kontext kommt es an: Fundierte historische Kundendaten sind nur dann wirklich wertvoll, wenn sie mit Echtzeitdaten zur Online-Aktivität gekoppelt werden. Anhand dieser Informationen wird dann der passende Content ausgespielt.

Ein Beispiel: Der Nutzer hat bislang immer nur Geschäftsreisen über ein Portal gebucht. Aus diesem Grund wird ihm weiterhin nur Context für Businessreisen angezeigt, was durchaus berechtigt ist. Doch was ist, wenn er über das selbe Portal nun seinen Sommerurlaub buchen möchte – und eventuell auch den nächsten Skiurlaub. An dieser Stelle kommt Echtzeitkontext ins Spiel. Dieser zieht sich beispielsweise Informationen aus anderen Quellen, wie z.B. Social Media-Posts, und kann somit das Bedürfnis des Lesers in Echtzeit erkennen und befriedigen.

Inhalte für Nutzer erstellen, nicht für Suchmaschinen

Die Inhalte einer erfolgreichen Website bestimmen nicht mehr der Marketing-Manager oder der CEO, sondern der Kunde. Kontextorientierte Customer Experience beschreibt die Kunst, eine Datenflut in ein persönliches Kundenerlebnis zu verwandeln.

Nutzerrelevanz kann anhand folgender KPIs gemessen werden:

Klickrate: Anzahl der Klicks auf das Suchergebnis im Verhältnis zu den Impressionen

  • Gute Klickrate = Suchergebnis ist für Nutzer relevant

Absprungrate: Anteil der Sitzungen, in denen der Nutzer die Einstiegsseite ohne Interaktion verlassen hat

  • Hohe Absprungrate = Inhalt der Einstiegsseite ist für Nutzer wenig relevant

Verweildauer: Zeit, die der Nutzer auf der Einstiegsseite verbringt

  • Hohe Verweildauer = Nutzer beschäftigt sich intensiv mit den Inhalten der Seite > Zeichen für Relevanz

Smart Data: Alle Daten zielführend nutzen

Nutzer erreichen Sie heute durch kontextbezogene, multimediale Inhalte. Um eine Website kontextorientiert und userzentriert zu gestalten, müssen Unternehmen weg von einem seitenbasierten Online-Auftritt hin zu einer informationsbasierten Webpräsenz. Viele Content Management Systeme bieten heute bereits viele informationstechnische Spielräume, auch für das Marketing.

Die Verknüpfung von ERP-, CRM-, E-Commerce- oder PIM-Systeme mit dem CMS vereinfacht Prozesse und schafft Relevanz. Um CRM-Daten für Websites nutzbar zu machen, wird z.B. die Kauf-Historie eines Users analysiert und für die Personalisierung eingesetzt. Eine Verschmelzung aller Schnittstellen macht es möglich, dass Daten nur einmal eingepflegt werden und dann unendlich oft ausgespielt werden können.

Zeitaufwendiges “Copy & Paste” entfällt und wichtige Echtzeit-Daten, wie z.B. Lagerbestand oder Preis, müssen nicht mehr händisch in das CMS eingepflegt werden. Ein konfigurierbares Dashboard, flexible Seitenraster, vereinfachtes Templating, zeitbasiertes Publizieren und flexibel anpassbare Taxonomien sind bereits Standardfunktionen in den meisten Content Management Systemen. Dadurch kann, ergänzt durch soziale Netze und mobile Apps, eine hochoptimierte und individuelle User Experience geschaffen werden. Auch anhand der Geodaten eines mobilen Devices kann Content angepasst werden. Befinde ich mich mit meinem Smartphone auf der mobile Site eines PoS-Geschäfts, könnte der Contentbereich mit Anschrift und Öffnungszeiten nach oben rutschen und direkt klickbar gemacht werden. 

Intelligente Personalisierungsstrategie: Datenquellen in Echtzeit kombinieren

Laut einer aktuellen Umfrage sind 94 Prozent der befragten Unternehmen überzeugt, dass Personalisierung für den aktuellen und künftigen Erfolg ausschlaggebend ist. Eine personalisierte Customer Experience ist der Traum jedes Marketers. Um dies zu ermöglichen, sammeln viele Unternehmen Unmengen an Daten. Die größte Herausforderung dabei ist, die intelligente Verbindung aller Informationen und eine Personalisierung in Echtzeit zu garantieren. Was nützt eine CRM-Information aus dem vergangenen Jahr, wenn die Kundin mittlerweile Mutter ist und sich statt für Beauty-Produkte bevorzugt für Baby-Nahrung interessiert? Durch eine intelligente Personalisierung wird das aktuelle Klick-Verhalten des Users ausgewertet, mit Bestandsdaten abgeglichen und auf dieser Basis der passende Realtime-Content ausgespielt.

Ziel ist es, die Flut statischer Kundendaten in ein effektives, personalisiertes Kundenerlebnis in Echtzeit mit relevantem Mehrwert zu verwandeln. Eine Auswertung von Echtzeit-Sessiondaten für Ihre Analyse wird zeigen, dass es nicht um verschiedene Produkte geht, sondern tatsächlich um die verschiedenen User. Unterschiedliche Kunden haben unterschiedliche Bedürfnisse und Ziele. Manche bevorzugen umfangreiche Funktionen während andere sehr zielorientiert handeln. Dank solcher Informationen kann das Unternehmen den Kunden mit detaillierten Inhalten zum richtigen Produkt ansprechen – und somit Conversion Rates steigern. Dies sollte sich dann auch in der Website-Struktur wiederfinden.

Fazit

Viele Unternehmen verstehen unter “Personalisierung” nicht viel mehr als ein flexibles Produkt-Banner auf der Startseite eines Online-Shops. Doch kontextbezogene Websites sind viel mehr als das: Sie ermitteln tatsächliche Nutzerbedürfnisse und anhand derer Themenbereiche in Echtzeit analysiert und ausgespielt werden. Gemeinsam mit Ihnen implementieren wir erfolgreiche Strategien zur Echtzeit-Personalisierung auf Ihrer Website. Sprechen Sie uns an!