21.08.2019

Stephan, was sind Design-Sprints und was hat es mit dem Motto “less talking, more doing” auf sich?

Der Design-Sprint ist ein Prozess zur schnellen Problemlösung, der von Google Ventures inspiriert wurde. Dabei werden innerhalb von kürzester Zeit Lösungsszenarien für ein definiertes Problem entwickelt und direkt getestet. Das Ergebnis jedes Design-Sprints ist ein realitätsnaher Prototyp, mit dem zum Abschluss des Sprints echtes Nutzer-Feedback generiert wird.

Für welche Unternehmen oder welche Branche ist dieses Vorgehen geeignet?

Design-Sprints sind für jede Art von Unternehmen und Industrie geeignet. Das Vorgehen ist immer gleich: Stellen Sie sich vor, Ihr Projekt wäre der Bau eines Hauses. Bevor Sie zur Schippe greifen, entwickeln Sie im Design-Sprint durch einen verdichteten Prozess erste Skizzen und ein Modell. Dann fragen Sie Ihre Kunden, ob ihnen gefällt was sie dort sehen. Und erst wenn das der Fall ist, legen Sie mit der eigentlichen Umsetzung los.

 

Stephan Spies, Director Consumer & Brands bei TWT Interactive

Welche Vorteile bringen Design-Sprints?

Zum einen lernt das gesamte Team, nutzerzentriert und konvergent zu denken. Das Produktteam aus bis zu sieben Mitgliedern unterschiedlicher Abteilungen arbeitet intensiv und auf Augenhöhe an einer gemeinsamen Vision. Es ist somit in gewissem Maße Team-Building. Da alle relevanten Stakeholder von Beginn an am Sprint teilnehmen, sind die Entscheidungswege kurz.

Das interdisziplinäre Team ermöglicht es, Fallstricke und Konflikte frühzeitig zu erkennen. So kann das Produkt schon im Prozess permanent optimiert werden. Am Ende der vier Tage ist das Ergebnis eine realistische Produktidee samt getesteten Prototypen. Dieses kann im Anschluss an den Design-Sprint direkt umgesetzt werden.  

Insgesamt tragen Design-Sprints dazu bei, Innovations- und Wachstumschancen zu eröffnen, da Unternehmen ihr Produkt oder ihre Dienstleistung schneller auf den Markt bringen können.

Das klingt sehr effizient. Kannst du uns kurz skizzieren, wie ein Design-Sprint abläuft?

Zeitdruck spielt eine gewisse Rolle. Durch feste Deadlines stellen wir eine zeitnahe Bearbeitung sicher ohne dass Aufgaben aufgeschoben werden. Daher lassen sich Design-Sprints als viertägige Design-Thinking Hackathons betrachten.

Am ersten Tag gilt es, die Sprint-Challenge für alle Beteiligten klar zu definieren. Das Sprintteam sammelt – optional gemeinsam mit Experten – Ideen und erstellt ein Konzept. Der zweite Tag ist geprägt von der Abstimmung und Entscheidung für das beste Konzept. Die Beteiligten können auf den Entwürfen der Anderen gute Ideen mit Stickern markieren. So kristallisieren sich schnell die besten Vorschläge heraus. Das Sprint-Team erstellt daraufhin ein Storyboard und definiert Prototypen.

Anschließend geht es am dritten Tag um das Design und die Umsetzung des Prototypen. Die Nutzertests werden vorbereitet, sodass an Tag vier mindestens fünf Nutzer den Prototypen testen können. Hierbei ist wichtig, dass sich der Prototyp halbwegs echt anfühlt, um realistisches Feedback einholen zu können und die nächsten Schritte zu planen.

Wie kann eine Digitalagentur Unternehmen dabei unterstützen?

Wir stehen Unternehmen als Berater zur Seite und unterstützen bei der Planung, Moderation und Durchführung des Design-Sprints. Unsere TWT Digital-Strategen und Kreativen leiten die Analyse und Ideenentwicklung an. Auch für den Bau des Prototyps haben wir Design-, Konzeptions-, und Entwicklungsexperten im Haus. Und schließlich unterstützen wir beim User-Testing und der Auswertung des Prototypen.

Vielen Dank für das Interview, Stephan.

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