06.09.2012

Kreditkarten, Coupons, Geldscheine und gefühlte 1 kg Münzen - das Portemonnaie ist unser ständiger Wegbegleiter, inklusive des umfangreichen Inhalts. Unser Handy haben wir ebenfalls überall dabei. Warum also die lästige Geldbörse nicht mit dem mobilen Endgerät verbinden? Eine digitale Brieftasche: Sicher, kabellos und unkompliziert.

 

Mobile Lösungen verändern immer mehr Märkte und auch das Nutzerverhalten. Unsere TWT Infografik zeigt dabei besonders die Auswirkungen von Smartphones auf den Kaufprozess. Anstatt nur zu suchen und zu kaufen, findet die Zahlungsabwicklung zukünftig ebenfalls auf mobilem Weg statt. Mit dem aufkommenden Trend des einfachen und bargeldlosen Bezahlens via Endgerät eröffnen sich für den stationären Handel bedeutende Potenziale.

 

In den entwickelten Märkten sind erste Mobile-Payment-Lösungen via NFC erschienen, die noch auf der Suche nach tragfähigen Geschäftsmodellen sind. Die Kunden müssen erst überzeugt werden, sicher mit ihrem Handy anstatt mit Kreditkarte oder wie gewohnt mit Geld zu zahlen. In der breiten Masse werde sich Zahlen via NFC frühestens in vier Jahren wirklich etablieren.

 

Der Zeiger steht auf Wachstum: Aktuellen Prognosen zufolge sollen die Umsätze im M-Commerce in diesem Geschäftsjahr stärker als im E-Commerce wachsen. Bis zum Jahr 2015 werde darüber hinaus ein genereller Anstieg bei der M-Payment-Nutzung von nahezu 40 Prozent vorausgesagt. Nach Schätzungen des Marktforschers Gartner bleiben Transaktionen über Near Field Communication (NFC) bis 2015 zwar selten, sollen 2016 aber stark anziehen. Unternehmen wie Google, Visa und Paypal haben ihre M-Wallet-Lösungen bereits vorgestellt, auch Apple könnte seine Passbook-App schon bald weiter ausbauen.

Kleine Chips mit großer Wirkung

Beim M-Payment dreht sich alles um kleine Chips, mit großer Wirkung. Mit der sogenannten Near Field Communication (NFC) ist ein unmittelbarer Austausch von Daten zwischen zwei Devices möglich - kabellos und lediglich über die neue Funktechnik. Auf dessen Grundlage lässt sich ein umfangreiches Architektur aufbauen, mit dem letztendlich eine M-Wallet in App-Form entsteht. Der Vielfalt an Features sind dabei kaum Grenzen gesetzt und lassen die reale Geldbörse schnell alt aussehen. Der Kunde rückt auch hier verstärkt in den Fokus und kann von verschiedensten Bonus- und Loyality-Programmen profitieren. Mobile Coupons und exklusive Angebote können dementsprechend durch die App eingeblendet werden und eröffnen Marketern erweiterte Möglichkeiten, um individualisierte Marketingmaßnahmen auspielen zu können.

Sicherheit als oberste Prämisse

Kombiniert mit entsprechenden Features wird die mobile Wallet der Zukunft mehr als nur ein Portemonnaie sein. Wichtig dabei: Ausgereifte Security-Mechanismen sollten oberste Prämisse bei M-Payment-Lösungen sein. Hier sind besonders die Telekommunikationsunternehmen gefragt. Dabei wird beispielsweise von zusätzlichen Möglichkeiten wie einem Authenfizierungsschlüssel gesprochen, der ähnlich wie der Fingerabdruckleser bei neueren Notebooks funktioniert. Somit könnte der kritische Teil der Kommunikationsstrecke via NFC sichergestellt werden.

 

In Pionierlaune findet sich aktuell auch der Telekommunikationsanbieter o2. Vor wenigen Wochen ist o2 in Großbritannien mit seiner digitalen Geldbörse an den Start gegangen. Google hat mit seiner Wallet-Lösung wiederum im letzten Jahr bereits für Aufsehen gesorgt. Ob iPhone, Blackberry oder Android-Smartphone - Einkäufe im Internet oder im stationären Handel können bereits über NFC-Kassen abgewickelt werden. Auch die Überweisung an andere Mobilfunknummern sind möglich. Die Kaffeehaus-Kette Starbucks ermöglicht ab Oktober das Zahlen via App und Barcode-Scanner oder mit Kundenkarte. Die bereits vorhandene App soll um eine entsprechende Funktion ergänzt werden. Was in Deutschland noch bis Ende Oktober warten muss, ist in den USA bereits Alltag. Hier wurden mehr als 26 Millionen Zahlungsvorgänge über die Smartphone-App abgewickelt.