18.11.2014

Die rasche Ausbreitung und die steigende Beliebtheit des Internet of Things (IoT) wird in den kommenden Jahren enorme wirtschaftliche Auswirkungen haben. Gartner geht davon aus, dass Kunden für das Internet der Dinge 2015 bereits 69,5 Milliarden Dollar und 2020 sogar mehr als 260 Milliarden Dollar ausgeben werden. Viele altgediente Geschäftsfelder und sogar ganze Branchen verändern sich oder werden durch neue abgelöst. Doch das Internet der Dinge ist immer nur so schlau wie die Menschen, die es nutzen und steuern.

Die Digitalisierung traditioneller Produkte

Durch die Vernetzung von Alltagsgegenständen und Haushaltsgeräten entstehen neue Businessmodelle, die die Kundenbeziehung und die Kommunikation verändern. Der Kunde erhält jedoch erst dann wirkliche Vorteile durch das Internet der Dinge, wenn Objekte auch untereinander richtig kommunizieren und die Prozesse zentral aufeinander abgestimmt werden. Dafür müssen neue allgemeingültige Standards geschaffen werden, an die sich alle großen Player halten. Kein Kunde ist gewillt, sich unzählige Apps auf das Smartphone zu laden. Er möchte alle Geräte aus einer App gebündelt steuern können.

Technische Insellösungen bremsen Entwicklung

Apple, Google, RWE und die Telekom arbeiten bereits an einer zentralen Steuerungsplattform, mit der Nutzer alle Geräte und Objekte zukünftig zentral aus einer App heraus steuern können. Die Telekom hat mit Samsung und Miele bereits die Plattform Qivicon ins Leben gerufen, auf der viele große Namen, wie z.B. auch Philipps, vertreten sein werden. Wer als Unternehmen erfolgreich sein möchte sollte also nicht auf technisch isolierte Insellösungen setzen, sondern sich technologisch öffnen, um so an die großen Plattformen andocken zu können.

Dies sind die wichtigsten Vorteile des Internet of Things für Unternehmen:

  • Verbesserung des Marketings durch intensivere Analyse des Verhaltens der Zielgruppe
  • Schnellere und bessere Reaktion auf kritische Situationen in Echtzeit
  • Unterstützung bei Entscheidungsfindungen durch sensorbasierende Analysen
  • Höherer Automatisierungsgrad
  • Bessere Kontrolle zur Optimierung von Prozessen und Ressourcennutzung

Werbung ist durchaus denkbar

Durch die gesammelten Daten im IoT kann Werbung noch gezielter ausgerichtet werden. Die genaue Analyse und Nutzung der Informationen ist die größte Herausforderung für Unternehmen. Nur so lässt sich zielgruppenorientiert Werbung für z.B. Nahrungsmittel oder Sportartikel schalten. Krankenkassen können zukünftig Fitnessarmbänder an Neukunden aushändigen oder den Kaufpreis verringern, wenn sie Trainings-Einheiten über das tragbare Band analysieren lassen.

Der Toner vom Drucker neigt sich dem Ende, der Akku ist leer oder die Glühbirne hat ein paar Jahre auf dem Buckel: Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine wird bei Bedarf erkannt und kann direkt mit einem Produkt- oder Serviceangebot verknüpft werden. Das Auto muss bald in die Werkstatt und das Autohaus hat gerade Aktionswochen? Ein Smart Car weiß Bescheid und erinnert den Nutzer via Mail daran.

Echter Mehrwert in subtilem Ton

Gerade das Echtzeit-Marketing erhält mit dem Smart Home und dem Internet of Things eine neue optimale Plattform. Dabei ist es jedoch wichtig, dass die Wünsche des Nutzers immer im Mittelpunkt stehen. Der Kunde möchte die Technologie zwar nutzen, doch er möchte immer auch Einfluss darauf haben, welche Daten gespeichert und verwendet werden und welche Funktionen er in Anspruch nehmen möchte und welche nicht. Nichts ist schlimmer, als dem Kunden aufdringliche Informationen zu pushen. Je tiefer man in die Privatsphäre des Users eintaucht, desto subtiler muss Werbung sein.

Das größte Wachstum findet aller Voraussicht nach in der Automobilbranche statt. Mit einer Wachstumsrate von 96 Prozent im Jahr 2015 sind Smart Cars neben Wearables der am schnellsten wachsende Bereich des Internet der Dinge. Vor allem in der Herstellung, Versorgung und Transport sieht Gartner noch viel ungenutztes Potenzial. Öffentliche Regierungseinrichtungen werden zukünftig verstärkt auf Smart-Streets und intelligente Außenbeleuchtung setzen, um Energie zu sparen.

Das Internet of Things in der Praxis

Marketer müssen ihre Marke in dem neuen Ökosystem schnell etablieren, um nicht den Anschluss zu verlieren. Welchen Wasch-Modus nutzt der Kunde, wie oft wäscht er und welches Waschmittel bevorzugt er? Gerade für FMCG-Marken sind Daten der Konsumenten aus den intelligenten Geräten Gold Wert.

Cloudwash Waschmaschine Berg

Das Unternehmen Berg ist auf Connected Devices spezialisiert und bringt mit der Cloudwash die Waschmaschine ins Internet. Das Gerät kommuniziert über WLAN mit einer App, sodass die Waschmaschine bequem per Smartphone gesteuert werden kann und sich beispielsweise Schleuderzahl oder Temperatur aus der Ferne einstellen lassen.

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Revolution in der Altenpflege

Pillendöschen, die dem Patienten mitteilen, wann er seine Tabletten einnehmen muss oder das Smartphone, das mit passender App die Schlafqualität analysiert? All das lässt sich mit dem Internet der Dinge realisieren. Google’s Kontaktlinse kann sogar den Blutzuckerspiegel von Diabetikern messen. Der smarte Trend ist also keineswegs nur etwas für Auto-Fans und Technik-Liebhaber, sondern wird unser Gesundheitssystem enorm verbessern. Die Verknüpfung von Geräten mit dem Internet eröffnet für Alten- und Pflegeheime enorme Chancen, die Gesundheit der Menschen zu kontrollieren.

Dana Lock App

Mit der DanaLock-App kann man einfach und schlüssellos
 Türen öffnen. Konzipiert und entwickelt wurde die Schloss-App von dem 
dänischen Hersteller Poly-Control. Geeignet ist die Smartphone-Anwendung für jede Zielgruppe, aber vor allem für Nutzer, die ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben. Ver- und entriegelt wird das Schloss mit einem einfachen Fingertipp in der App.

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Fazit

Neue Vernetzungsmöglichkeiten und smarte Geräte werden bald alltäglich sein. Doch es reicht nicht, lediglich das bereits bestehende Angebot zu digitalisieren. Es müssen neue Geschäftsmodelle entwickelt werden, um eine bessere Wertschöpfung zu garantieren. In unserem nächsten Newsletter erfahren Sie dann mehr zu dem Thema Wearables und welche Chancen und Cases es auf dem Gebiet gibt.