07.04.2015

Seit Jahrzehnten lautet die Strategie für Wachstum im Handel: neue Stores eröffnen. Bewährte Shop-Formate werden dabei in neuen Einzugsgebieten integriert. Doch dies ist längst nicht mehr alles, um Kunden für sich zu gewinnen. Relevante Services und Entertainment sind am Point of Sale zu einem entscheidenden Faktor im Retail geworden. Wir haben fünf Schritte für Sie, mit denen Sie Relevanz im Store schaffen.

Die reinen In-Store-Käufe gehen seit längerer Zeit zurück. Der Kaufprozess ist heute an die Kundenreise, die sogenannte Customer Journey, gekoppelt. 195 Stunden dauert im Durchschnitt die Entscheidung deutscher Online-Shopper vom ersten Blickkontakt bis zum tatsächlichen Kauf eines Modeartikels. Diese Zahl zeigt, dass Kunden sich an zahlreichen Touchpoints über den Händler und dessen Angebot informieren, Preise vergleichen oder sich sogar das Produkt im stationären Handel zunächst anschauen, bevor sie es tatsächlich kaufen. Wir leben in einer “Multikanal-Welt” – und in dieser muss sich der stationäre Laden neu definieren.

In fünf Schritten schaffen Sie Relevanz im Store

    1. Finden Sie heraus, was Ihren Kunden wirklich am Herzen liegt und werden so einzigartig. Welcher Zweck wird durch mein Geschäft erfüllt? Welche Services werden geboten? Nur durch die Beantwortung dieser Fragen können Retailer Erlebnisse am PoS schaffen, die Kunden im Store verweilen lässt. Analog dazu sollten Händler ihren Wettbewerb genau beobachten und auf diese Weise die individuelle Positionierung am Markt erarbeiten.
    2. Nutzen Sie die lokale Nähe für sich. Kunden kommen zum Beispiel in Ihren Store, weil er nah am Arbeitsweg oder am Wohnort liegt. Betrachten Sie den stationären Handel als einen Ort, der Ihren Kunden wirklich nützt. Ob als Quelle der Inspiration oder für Impulskäufe: Der Nutzwert eines Stores ist vielfältig.
    3. Bieten Sie konkrete Lösungen an. Ob ein Abhol-Service für Online-Ware im Geschäft, zusätzliche Produktinformationen via iPad oder mobile Payment an der Kasse: Mit konkreten Services und Lösungen können Händler Kunden begeistern und binden.
    4. Setzen Sie auf Entertainment. Der Unterhaltungsfaktor in der Ladenzeile wird immer wichtiger. Interaktive Pop-up-Stores sind hier das beste Beispiel. Sie bieten demjenigen, der sie zufällig entdeckt, ebenso wie demjenigen, der sie gezielt aufsucht, imposant inszenierte Produkte und ein unvergessliches Einkaufserlebnis.
    5. Regen Sie zu sozialer Interaktion an. Kunden bewerten und empfehlen Marken besonders gern im Social Web. Dies sollten Händler explizit fördern und soziale Interaktionen in ihre Commerce-Strategie einbinden. Die positiven Stimmen Ihrer Kunden sind nämlich die besten Referenzen. Am PoS können Sie daher die Twitter- und Facebook-Timeline Ihres Accounts abspielen lassen und Kunden im Store auffordern gekaufte Produkte dort zu bewerten.

Best Practice: Personalisierte Schuhe bei Nike

In den US-Stores von Nike können Kunden über einen Online-Kiosk personalisierte Schuhe anfertigen. Die Nutzer erhalten so die Möglichkeit nicht nur standardisierte Nike-Produkte zu erwerben, sondern ihre individuelle Fitnesskleidung zu gestalten. Die Laufschuhe lassen sich zum Beispiel nach dem Design oder der Schuhsohle customizen. Als letztes Topic können Nutzer ihren Namen oder ihre Lieblingszahl auf dem Schuh verewigen.

Dieses Markenerlebnis von Nike zeigt, wie Personalisierung im Handel gelingen kann. Sowohl Online als auch Offline hat die Fitnessmarke einen relevanten Service geschaffen, der Kunden emotional an Nike bindet.

Der Einzelhandel benötigt genau solche innovativen und effizienten Verkaufsmodelle. Nur so lässt sich die Relevanz der Stores in der Multikanal-Welt steigern. Sprechen Sie uns gerne darauf an!

(Quelle: birdseyevieweu)