01.07.2014

Die Mobile Wallet hatte Anlaufschwierigkeiten. Jeder erkannte die Vorzüge, aber die technische Umsetzung und das durchschlagende Commitment fehlte noch. Mittlerweile gehen die Entwicklungen weiter und sowohl Händler als auch Finanzdienstleister prüfen nun, wie sie die Mobile Wallet in ihr Unternehmenskonzept integrieren können.

 

Mobile Wallet Status Quo

Es gibt heute mehr Smartphones als Zahnbürsten! Rund 12 Prozent der amerikanischen Smartphone-Nutzer gehen nicht ohne ihr Handy duschen. Wir bemerken eher, wenn unser Handy fehlt als unsere Geldbörse. Das Smartphone gehört zu unserem täglichen Leben dazu, somit ist es ganz natürlich, dass man es auch zum Bezahlen nutzen möchte.

Viele Unternehmen haben bereits positive Erfahrungen mit dem mobilen Bezahlen gemacht. Starbucks nahm im letzten Jahr gut 1 Milliarde Dollar über sein mobiles Zahlverfahren ein. Auch Paypal’s QR-Shopping-App, die als Pilotprojekt in diversen deutschen Städten im Einsatz ist, wurde sehr gut angenommen: Hier kann der Kunde durch QR Codes am Schaufenster ganz bequem auch nach Ladenschluss shoppen oder während der Öffnungszeiten eine Bestellung aufgeben und sie sich nach Hause schicken lassen, wenn er keine Lust hat, an der Kasse zu warten.

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Die Vision für die Mobile Wallet ist ambitioniert: sie soll in Zukunft die komplette Brieftasche mit allen darin enthaltenen Karten ablösen und somit ganz neue Anwendungs- und Interaktionsszenarien kreieren. Karten, die in die Mobile Wallet aufgenommen werden könnten sind z.B.:

 

  • Personalausweis
  • Gesundheitskarte
  • Kundenkarten
  • Führerschein
  • Eintrittskarten
  • Fahrscheine
  • uvm.

Das unbeschränkte Platzangebot macht es zudem möglich auch Karten zu ergänzen, die in einer realen Geldbörse keinen Platz mehr finden, z.B. weitere Treukarten. Die Möglichkeiten lassen sich beliebig erweitern, so könnten auch Zugangsberechtigungen zu einem Auto oder einer Wohnung in der Mobile Wallet gespeichert werden. Handwerker könnten zeitlich beschränkt Zugang zu einer Wohnung erhalten, um Reparaturen zu erledigen. Dies ist natürlich noch Zukunftsmusik, aber mit den richtigen Sicherheitstools, kann dies bald Realität werden.

 

Mehrwerte bieten

Um die mobile Zahlungsoption zu nutzen, muss der User die Mehrwerte erkennen, nur dann wird sich die Mobile Wallet auch durchsetzen.

Ein optimales User-Experience ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg der Mobile Wallet. Menschen wollen Einfachheit. Ein kleiner Stolperstein, der den Nutzungsfluss stört, kann Nutzer sehr schnell dazu bringen, das Verfahren nicht zu nutzen. Convenience-Payment ist hier das Zauberwort. Kunden fordern ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort bei der Bezahlung. Warum sollte man die mobile Zahlungsmethode nutzen, wenn es auch nicht unwesentlich länger dauert, dem Verkäufer seine EC- oder Kreditkarte zu geben und per Unterschrift zu zahlen? Das Bezahlen mit der Mobile Wallet muss genauso intuitiv gestaltet sein, wie das Zahlen mit Karte und dazu noch weitere Mehrwerte bieten.

So erspart das Wallet-System MPass von Mastercard dem Kunden beim mobilen Shopping das zeitaufwändige erneute Eintippen der Lieferadresse. Da viele Händler sowohl stationär als auch online verkaufen, muss das Bezahlverfahren alle Kanäle abdecken und so ein echtes Multichannel-Erlebnis bieten, das dem Kunden Zeit und auch Geld spart, indem es Coupons oder Rabatte bietet.

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Ein echter Mehrwert würde dem Kunden auch geboten, wenn das mobile Bezahlverfahren ebenfalls im Ausland akzeptiert würde und somit grenzübergreifendes Shopping noch einfacher möglich wäre.

Die Mobile Wallet wird sich nur durchsetzen, wenn sie ein Zahverfahren für alle Einkäufe anbieten kann, das auch in allen Kanälen einsetzbar ist. Eine Optimierung des gesamten digitalen Erlebnisses führt langfristig zum Erfolg. Eine einfach zu bedienende Technologie, die darüber hinaus die Datenschutz und Privatsphäre-Anforderungen der User erfüllt ist dabei eine wichtige Komponente. Zudem spielt die Relevanz eine wichtige Rolle: Ist die Mobile Wallet nur eine zusätzliche Ergänzung zu anderen Bezahl-Optionen oder schafft sie es die traditionelle Geldbörse abzulösen? Hier kann zum Beispiel die nahtlose Verknüpfung mit Treueprogrammen einen echten Mehrwert bieten.

 

Technologien in den Startlöchern

Es gibt verschiedenste Technologien, die die Verbreitung der Online-Bezahlmethoden signifikant steigern können. Near Field Communication (NFC) und Beacons versprechen den größten Erfolg. NFC eignet sich vor allem für das Bezahlen von kleinen Beträgen bis 25€ und kann beim Bäcker oder in der Bar eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass der NFC-Chip bereits auf dem Handy installiert sein muss oder im Fall von MPass mit einem Sticker nachträglich auf das Handy aufgeklebt wird. Danach ist das kontaktlose Bezahlen an speziell ausgerüsteten Terminals möglich. Aufgrund der kostspieligen Anschaffung von NFC-Terminals ist das Verfahren noch weit von einem flächendeckenden Einsatz entfernt. Neue Kartenleser, die sowohl EC-, Kreditkarten und kontaktlose Bezahlvorgänge unterstützen sollen im Laufe des Jahres entwickelt werden.

Die Beacon-Technologie ermöglicht eine genauere Standortbestimmung des Nutzers als bisher und somit die Möglichkeit, effektive Pushnachrichten mit Informationen, Angeboten und Coupons auf das Smartphone zu schicken. Eine spannende Zeit für den stationären Handel steht bevor!

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Das große Ökosystem Mobile Shopping

Grundsätzlich werden Technologien Zukunft haben, die es schaffen On- und Offline zu verschmelzen und Käufern zu jeder Zeit, ein komfortables Einkaufserlebnis bieten. Verbraucher profitieren dabei von einem persönlicheren Einkaufserlebnis über verschiedene Kanäle hinweg. Die Händler auf der anderen Seite nutzen die bessere Datenlage und können so ein genaueres Targeting und effizienteren Service bieten.

Umfragen zeigen im Moment noch, dass lediglich knapp die Hälfte der Deutschen Mobile Payment anwenden will, aber über 90 Prozent gerne auf ihre Brieftasche verzichten würden. Um die herkömmliche Brieftasche tatsächlich ablösen zu können, müssen Mobile Wallets einige Voraussetzungen erfüllen, zum Beispiel den Nachweis der Identität.

Sie muss in der Lage sein, Identitäten sicher zu dokumentieren (Ablage der persönlichen Daten) und vor Diebstahl zu schützen. Eine weitere wichtige Funktion ist es, bestehende Identitäten zu übernehmen. Die in der konventionellen Brieftasche enthaltenen Funktionalitäten müssen digitalisiert werden können. Nur dann wird der Kunde diese als Ablösung der Brieftasche anstatt als deren Ergänzung begreifen.

Der Anbieter einer Mobile Wallet muss zudem in der Lage sein, eine offene und neutrale Plattform zu stellen, und als neutrale Instanz im Markt auch akzeptiert werden. Wenn er eine branchenübergreifende und einheitliche Plattform bietet, profitiert der User von einer nahtlos ineinander greifenden Zahlungsmethode, die den Check-out Prozess offline und online schnell und komfortabel macht - und genau dann wird er auch die Mobile Wallet als next Step für die Geldbörse akzeptieren.

Wir beraten Sie gern bei der Konzeption Ihrer ePayment-Möglichkeiten.