25.03.2013

Pinterest ist das neue Facebook: eine gewagte These, aber nicht ganz falsch. Die virtuelle Pinnwand ist bei Unternehmen unheimlich beliebt und erlebte Ende letzten Jahres einen regelrechten Boom. Das soziale Bild-Netzwerk hat sich etabliert und bereits 63 Prozent der Top 100 Marken haben einen Pinterest-Account. Vor allem Frauen und Mode-Begeisterte lieben Pinterest. Sie nutzen das Netzwerk, um neue Trends und Anregungen zu finden und sich beim Stöbern noch überraschen zu lassen. Unternehmen können davon auf vielen Ebenen profitieren.

Pinterest ist eine Mischung aus sozialem Netzwerk, virtueller Pinnwand und Online-Bilderalbum und kommt verstärkt als Social-Commerce-Plattform zum Einsatz, da der hohe Bildanteil viel Emotionalität bietet. Unternehmen, die ihre Inhalte oder Produkte zusätzlich bewerben möchten, können dies über einen Unternehmens-Account auf Pinterest optimal umsetzen. Auf Pinterest erschaffen Privat-Nutzer Ihre eigenen Bilderwelten durch die Unternehmensinhalte viral weitergetragen werden.

Unternehmens-Accounts

Im November 2012 führte Pinterest eigene Accounts für Unternehmen ein, da sich immer mehr Social Media-Manager der Chancen des Netzwerks bewusst wurden und das Interesse immens wuchs. Zuvor gab es sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen ein und denselben Account-Typ. Durch die neuen Accounts haben Unternehmen bessere Vermarktungsmöglichkeiten auf der Seite des Bildernetzwerks. Ähnlich wie bei Facebook, gibt es bei Pinterest verschiedene Unternehmensarten, wie Öffentliche Einrichtung, Presse oder Marke.

 

Nutzerverhalten tracken

Pinterest-Beauftragte in Unternehmen sollten Inhalte so aufbereiten, dass sie “pinbar” sind. Es geht nicht nur darum eigene Fotos zu pinnen, sondern auch Nutzer dazu zu animieren, Content des Unternehmens zu “repinnen”. Die Verknüpfung mit anderen Social Media-Auftritten, z.B. bei Twitter und Facebook begünstigt virale Effekte und regt zum Teilen der Inhalte an. Brandneu ist die Möglichkeit, direkt bei Pinterest Analysen durchzuführen. Das Netzwerk reagierte auf viele Nachfragen von Unternehmen und führte ein eigenes Analytics-Tool für Business-Accounts ein. Bislang konnten Auswertungen über Nutzerverhalten einer Seite nur über externe Anbieter durchgeführt werden.

http://www.youtube.com/watch?v=iLzke0QdxD4 

Die Funktionen und das Aussehen der Business-Accounts unterscheiden sich kaum von den Nutzerprofilen. Die wichtigsten Unterschiede zu den Privataccounts sind die URL der Seite, das Profilbild und die Verifizierung der Webseite. Jedes Unternehmen auf Pinterest sollte diese Verifizierung nutzen da User sofort erkennen, dass es sich um einen offiziellen Account der Marke oder des Unternehmens handelt. Pinterest  selbst gibt Beispiele zum richtigen Pinnen.

 

Checkliste für Ihren Pinterest Account:

  • Ziele definieren

Das Ziel bestimmt den Weg: Möchten Sie Ihr Markenimage stärken, die Bekanntheit erhöhen oder den Absatz steigern? Legen Sie einige Hauptziele fest. Nur so können Sie die Strategie und den Content zielgruppengerecht bestimmen.

 

  • Account erstellen

Der Account ist die Grundlage für den Erfolg auf Pinterest und das Aushängeschild Ihrer Marke oder Ihres Unternehmens. Die Einstellung „Datenschutz bei Suchvorgängen“ sollten Sie auf „Off“ stellen, denn so fließen Ihre Inhalte in den Rankings von Suchmaschinen mit ein.

Die Unternehmensbeschreibung sollte möglichst detailliert sein und die wichtigsten Keywords beinhalten. Verknüpfen Sie außerdem Ihren Pinterest-Unternehmensauftritt mit weiteren sozialen Medien wie Twitter und Ihrem Facebook-Account. So ist eine optimale Verknüpfung auf allen Kanälen gewährleistet. Integrieren Sie auch auf Ihrer eigenen Webseite eine Möglichkeit, Ihre Bilder via Pinterest direkt zu pinnen.

 

  • Boards strategisch planen

Boards sollten nicht einfach aus einer Laune oder fixen Idee heraus erstellt werden. Planen Sie strategisch, welche Themengebiete in Ihr Produktportfolio und Unternehmensphilosophie passen. Besetzen Sie in Ihren Boards verwandte Themen zu Ihrem kompletten Produktumfeld. Das Unternehmen Wholefoods möchte seine Verantwortung in Umweltfragen deutlich machen, also pinnt das Handelsunternehmen in Boards zu Themenbereichen wie Gartenarbeit oder Corporate Social Responsibility.

 

  • Richtige Bilder wählen

Stellen Sie mit der richtigen Bildwahl emotionale Themenwelten für Ihre Zielgruppen her. Inszenieren Sie Ihre Produkte in einem praxisnahen Umfeld, mit Unterhaltungswert statt lediglich das Produkt abzubilden. Pinterest ist ein soziales Netzwerk. Begehen Sie nicht den Fehler eindimensionales Hardselling betreiben zu wollen. Die Bilder erzählen Geschichten für Ihre Nutzer und stellen eine Beziehung zwischen der Marke und dem Nutzer her. Zalando kreiert in jedem Board eine neue Themenwelt:

Nutzen Sie zur Optimierung Ihrer Inhalte auch Preisangaben in der Bildbeschreibung, denn mit der Funktion „Gift” können Nutzer Geschenkideen suchen und nach Preisen sortieren lassen.

Neben dem Produktnamen in der Bildbeschreibung bietet sich auch ein URL-Link zum Produkt an. Integrieren Sie ein Wasserzeichen oder Ihr Logo auf den Bildern, sodass die Quelle stets erkennbar ist. Unternehmen sollten im Bestfall immer selbst produzierte Bilder und Grafiken streuen, da dies Authentizität suggeriert und unnötige rechtliche Probleme verhindert. Setzen Sie vor relevante Keywords #hashtags, sodass Bilder von interessierten Personen besser gefunden werden. Um Power-Pinner zu identifizieren, überprüfen Sie Trendthemen und beliebte Posts und schauen Sie, von wem sie kommen.

Achten Sie stets auf die Pin-Etiquette. Pinnen Sie niemals Bilder mit diesem Inhalt:

 

  • gewaltvoll
  • schädlich
  • beleidigend
  • rassistisch
  • verleumderisch
  • Mitmachen ermöglichen

Mit der Funktion Pinterest "Me+Contributors," können Kunden, Mitarbeiter oder sogar Mitbewerber dazu berechtigt werden, Bilder in einem oder mehreren Gruppen-Boards zu pinnen. Ausgesuchte Nutzer erhalten per E-Mail die Benachrichtigung, dass sie für das Board freigeschalten sind und sich an dem Board beteiligen können. Solche Gruppenboards können eine aktive und engagierte Nutzergruppe formen, die sich intensiv mit Ihrem Unternehmen und Ihren Produkten auseinandersetzt.