13.03.2020

Datenschutz und Sicherheit mit modernen Technologien

Das Thema Sicherheit stand im vergangenen Jahr besonders hoch im Kurs: jedes dritte Unternehmen hat in diesem Bereich investiert. Auch in diesem Jahr plant jedes fünfte Unternehmen weitere Investitionen. Seitdem die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) 2018 in Kraft getreten ist, müssen Unternehmen für mehr Klarheit und Sicherheit von Kundendaten sorgen. Dennoch glauben mehr als 42 Prozent der Internetnutzer, dass ihre Daten online missbraucht werden, so die aktuelle Studie von Divante und Kantar*. Umso wichtiger ist es für Marken das Vertrauen der Kunden zu wahren, die Sicherheit im Einkaufsprozesse zu gewährleisten und dadurch eine dauerhafte Beziehung zu ihnen aufzubauen. 

Eine strengere Datenkontrolle und das Einhalten von Gesetzen sind hierbei vor allem auf Seiten der Shopbetreiber im E-Commerce entscheidend. Das gilt dort, wo sensible Kundendaten wie Zahlungsinformationen, Transaktionen und Adressen verarbeitet werden. Wenn es z.B. zum Verlust von Kreditkartendaten kommt, kann dies, neben dem erheblichen Imageverlust des Anbieters, schwerwiegende Folgen für die Kunden haben. Selbst wenn "nur" Kontaktdaten in die falschen Hände gelangen, kann dies von lästigen Spam-E-Mails bis zu Fällen von Identitätsdiebstahl führen.

“Neueste Technologien, wie die biometrische Authentifizierung per Fingerabdruck oder Gesichts-Scanner, halten immer weiter Einzug, insbesondere wenn es um mobile Payment geht. Kunden können diese Technologien heute ganz einfach über mobile Devices nutzen. Durch das Verlangen, die eigenen Daten stärker zu schützen, wächst auch die Akzeptanz der Nutzer für neue Sicherheitsmechaniken immer weiter. Bevor dies aber flächendeckend eingesetzt werden kann, muss natürlich gewährleistet sein, dass die Sicherheit der Authentifizierung über biometrische Daten gegeben ist und das diese Daten sicher gespeichert werden”. erklärt Felix Kaleja, E-Commerce Experte bei TWT.

Daher müssen Unternehmen besonders auf den Datentresor, die Unterstützung moderner Technologien und aktuelle Verschlüsselungen achten – keine triviale Aufgabe. Sie müssen im Unternehmen auch für ein Bewusstsein für die Bedeutung der Datensicherheit bei ihren Mitarbeitern sorgen. Ist das Thema Datensicherheit nicht tief in einer Vision und in den Prozessen des Unternehmens verankert, wird es auf dem digitalen Markt von morgen nicht wachsen können.

Internet of things (IoT) wird Teil der Digitalstrategie

Das Internet der Dinge ist weit mehr als nur ein Trend und IoT ist bereits in unser tägliches Leben eingezogen. Die Technologie verbindet ein riesiges Netzwerk intelligenter Objekte, die miteinander kommunizieren, Daten sammeln, analysieren und eigenständig Aktionen durchführen. So können beispielsweise intelligente Lager für Shopbetreiber einen relevanten Mehrwert bieten: auf Basis des Kaufverhaltens der Kunden im Onlineshop und dem vorhandenen Lagerbestand können diese automatisch Waren nachbestellen. 

Bereits im letzten Jahr wurde IoT von einigen der weltweit größten Marken erfolgreich im Retail eingesetzt und konnte bereits erste spürbare Auswirkung verzeichnen. So wurden Produkte mit RFID-Technologie ausgestattet, welche es den Einzelhändlern ermöglichen, die Standorte von Produkten in den Geschäften zu verfolgen, passendes Zubehör auszuwählen und dem Kunden im Store vorzuschlagen oder die Lieferprozesse für online bestellte Produkte zu automatisieren. 

Die größte Entwicklung findet allerdings zuhause bei den Kunden statt. Ob Regelung der Heizung über Sprachsteuerung oder die automatische Lebensmittel-Bestellung des Kühlschranks, wenn eine Zutat fehlt. Haushaltsgeräte, die mit dem Internet verbunden sind, bereichern die User Experience und führen immer häufiger zum Online-Shopping. Durch die Verbreitung des 5G-Mobilfunk-Standards wird die Technologie über eine bessere Konnektivität verfügen und weitaus mehr Geräte werden in der Lage sein, sich gleichzeitig zu verbinden und zusammen zu arbeiten. Die aktuelle E-Commerce Studie prognostiziert für 2021 25 Milliarden vernetzte Geräte. Tatsächlich werden demnach 80 Prozent der Einzelhändler IoT nutzen, um ihre Ladenbesuche individuell zu gestalten und den Kunden bis 2021 ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten. 

“Die Möglichkeiten der Nutzung von IoT sind nahezu unendlich. Wir sehen das Internet der Dinge als den Game-Changer für die Märkte der Zukunft. Online und Offline. Es ermöglicht nicht nur Vernetzung der Dinge des alltäglichen Lebens mit der digitalen Welt, sondern bringt auch bereits eine breite Resonanz der Kunden mit. Es wäre fatal, wenn Shopbetreiber diese Technologien nicht aufgreifen und das enorme Potential im E-Commerce dem Wettbewerb überlassen”, empfiehlt Kaleja.

Content is King – dieser Trend hält sich nach wie vor. 

Jedes fünfte E-Commerce Unternehmen plant 2020 Investitionen in Content Marketing zu tätigen, so die Studie. Schließlich sind gute Qualität und motivierende Inhalte der einfachste Weg, um Kunden anzuziehen. Statt auf Produktempfehlungen zu drängen, forcieren E-Commerce Akteure eher relevante Inhalte. Das verlagert das Spiel von der Präsentation der Produkte auf die Information, Inspiration und eine subtilere Aufforderung zum Kauf.

Insbesondere Videos ermöglichen es hierbei die Lücke zwischen Entdeckung und Kauf zu schließen. Dabei müssen es nicht immer teuer produzierte Videos sein. Das mobile Storytelling im Lo-Fi-Format erweist sich als ebenso interessant, aber günstiger und schneller zu produzieren. Doch auch genaue Produktbeschreibungen, die richtigen Keywords und personalisierte Anzeigen und Inhalte sind für die Absatzsteigerung unerlässlich. 

“Content Marketing sollte heutzutage genauso Bestandteil im E-Commerce sein wie eine unkomplizierte Bezahlung oder die intuitive Filterung der Suchergebnisse. Bei unseren Kunden beobachten wir, dass vor allem die Emotionalisierung der Produkte und Marken über Storytelling einen erheblich positiven Einfluss auf die Kaufentscheidung der Kunden hat”, so Kaleja.

Werben und verkaufen auf Online Marktplätzen

Über die Hälfte der weltweiten E-Commerce-Verkäufe wurden 2018 über Marktplätze getätigt. Diese Zahl wird innerhalb der nächsten fünf Jahre um etwa zwei Drittel anwachsen – zumal der grenzüberschreitende Austausch von Waren intensiv unterstützt wird. Amazon ist mit 4,6 Mrd. Besuchern pro Monat der größte globale Marktplatz, gefolgt von eBay (1,8 Mrd. monatliche Besucher). Aber auch kleinere Plattformen werden auf den lokalen Märkten immer beliebter.

Für viele Online-Händler sind Marktplätze nach wie vor der bevorzugte Raum, da sie dadurch einen großen, kaufbereiten Kundenstamm erreichen und gleichzeitig die Kosten für Zahlungs- und Versandprozesse niedrig halten können. Darüber hinaus sind Marktplätze in vielen Bereichen Innovationstreiber und bieten den Händlern ganz bequem die Möglichkeit von diesen neuen multifunktionalen Technologien wie z.B. Zustellung per Drohne oder auf Gesichtserkennung basierende Bezahlmethoden zu partizipieren. So verwundert es auch nicht, dass in Q2 2019 über 54% der auf Amazon verkauften Artikel von Drittanbietern angeboten wurden. 

Fazit: Kundenbedürfnisse erkennen, flexibel bleiben

Im E-Commerce genügt es längst nicht mehr seine Produkte clever zu bewerben. Vielmehr geht es darum die Bedürfnisse der Kunden zu erkennen und diese in den Mittelpunkt der Weiterentwicklung des Online Business zu stellen – egal ob es sich dabei um inspirierende Inhalte, einen unkomplizierten und vertrauenswürdigen Bestellvorgang, personalisierte Inhalte oder den Einsatz moderner Technologien handelt. Es ist die Aufgabe der Händler diese zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren.   

Sie möchten auch Innovationstreiber sein und Ihren Kunden das bestmögliche Shoppingerlebnis bieten? Wir beraten Sie gern umfangreich rund um das Thema E-Commerce. Kontaktieren Sie uns.

 


*Ziel der Studie von Divante und Kantar “eCommerce Trends 2020” war es, die tatsächlichen Handlungen, Investitionen und Pläne global operierender E-Commerce-Unternehmen zu identifizieren. Dazu wurden mehr als 250 Experten sowie CEOs aus dem B2B-Sektor befragt.