06.03.2012

An einer Google-Suche kommen Internet-Nutzer nicht vorbei, um an Informationen im Netz zu gelangen - egal ob für Business-Zwecke, als Freizeitbeschäftigung oder um gezielt Einkaufsschnäppchen online zu finden. Wer nicht bei Google gefunden wird, ist quasi im Netz nicht präsent. Das Google Update “Search Plus Your World” sorgt auch zwei Monate nach dem Release für nachhaltige Diskussionen im Netz. Nicht ohne Grund: Die Ranking-Faktoren des Google Algorithmus beziehen nun auch sogenannte Social Signals ein. Doch wie wirkt sich die neue Google Suche auf das Marketing von Unternehmen und Marken aus?

 

Sie sind überall im Netz - die Rede ist von Googles Suchmaschinen-Crawlern. Sie scannen ganze Webseiten, um sie in den Google Suchergebnissen zu ranken. Suchmaschinenoptimierung nach “alter Schule” muss sich auf das Update “Search Plus Your World” einstellen:

 

http://www.youtube.com/embed/8Z9TTBxarbs  

 

Die überarbeiteten Ranking-Faktoren

Die jüngst veröffentlichten Änderungen sind nur einige der 500, die Google für 2012 angekündigt hat. Zu den gravierendsten Neuerungen gehört der Einfluss der sogenannten Social Signals. Sie bedeuten nicht nur eine positive Bewertung von Links aus Sozialen Netzwerken, sondern vor allem eine unmittelbare Verknüpfung von Google+ mit der Suche. Bei aller Euphorie sind die Social Signals grundsätzlich in einer dynamischen Korrelation zum inhaltsbezogenen Ranking von Webseiten zu sehen. Letzteres berücksichtigt u.a. überarbeitete Faktoren wie die Bewertung von Webseiten-Layouts in Bezug auf den enthaltenen Content.

Social Signals

Der Algorithmus berücksichtigt mit dem Update auch private und persönliche Informationen der Google+ Profile von jemanden, der eingeloggt ist und über Google sucht. Das sind u.a. Informationen zur Biografie und Fotos, öffentliche Postings und Inhalte, die mit +1 bewertet wurden, sowie Links zu den Personen, in deren Kreise man aufgenommen wurde. Mögliche Optimierungsansätze in diesem Bereich:

  1. Teilen ist das A und O Je prominenter sich eine Website in den sozialen Netzwerken präsentiert und je häufiger sie Inhalte teilt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit ein positives Ranking zu erhalten. Für Unternehmen geht es aber mehr denn je darum, ansprechende Inhalte zu veröffentlichen, die viele Leute mögen und mit ihrem Netzwerk teilen. Auf Basis aktueller Erhebungen ist davon auszugehen, dass nicht einfach die Anzahl der Shares berücksichtigt wird, sondern auch, wann und wer diese Inhalte geteilt hat und in welchem Verhältnis diese zur Besucherzahl der Webseite steht.
  2. Bessere Indexierbarkeit durch Qualität und Aktualität Webseiten können optisch ansprechend sein und dennoch nicht weit oben in der Suchmaschine auftauchen. Grund dafür ist wiederum der Content. Je neuer dieser ist, umso ansprechender finden Crawler die Webseite. Google+ liefert mehr indexierbare Inhalte und macht dem Crawler seine Inhalte umso leichter zugänglich. So erhöht sich das Potenzial eines positiven Rankings. Je mehr Inhalte über öffentliche Postings via Google+ geteilt werden, desto eher tauchen diese in den Suchergebnissen auf.
  3. Optimaler Informationsgrad des geteilten Inhalts Ähnlich wie Seitentitel einer Webseite ist die Bezeichnungen der geteilten Inhalte von Relevanz. Je größer die zur Verfügung stehende Informationsmenge inkl. Keywords, umso wahrscheinlicher ist ein höheres Ranking in den Suchergebnissen. Die Informationsmenge bezieht sich neben dem Namen des Beitrages auf den Namen des Autors sowie die Nennung der Plattform, auf der der Inhalt zu finden ist. Der Autor eines Beitrages kann diesen mit dem Google+ Profil verbinden, sodass sein Name und Bild neben dem Suchmaschinenergebnis auftaucht. Zum anderen kann analog auch die komplette Webseite mit der Google+ Unternehmensseite verlinkt werden. Dies erhöht die Chance samt Unternehmens-Logo an den oberen Plätzen der Ergebnisliste angezeigt zu werden.

Content vs. Werbung

Google nimmt die Seiteninhalte stärker unter die Lupe. Das Layout einer Webseite und die Verteilung zwischen Content und weiteren Inhalten gehören dabei zu den relevanten Faktoren. Dies wirkt sich überwiegend negativ für Webseiten mit viel Werbung aus. Außerdem sucht der Crawler zukünftig stärker nach ausreichenden Inhalten im sichtbaren Bereich der Webseiten. Googles Matt Cutts erklärte im Januar, dass zu viel oder zu plumpe Werbung auf Webseiten abgestraft würde. Sei eine Website mit Werbung überfrachtet, die den Leser störe, wirke sich dies negativ auf das Google Ranking der Seite aus. Branchenexperten weisen darauf hin, dass sich die aktuellen Änderung nur auf etwa 1 Prozent aller Suchanfragen auswirken würden.

 

 

Mit Google+ im SEO-Vorteil?

Google+ ist von Grund auf stringend suchmaschienenfreundlich konzipiert und wird so leichter vom Crawler indexiert. Die regelmäßige Pflege eines Google+ Profils bzw. einer Unternehmensseite bietet daher erfolgsversprechendes Potenzial für eine systematische Suchmaschinenoptimierung. Jedoch kennt die genaue Gewichtung zwischen den einzelnen Ranking-Faktoren nur Google selbst. Daher ist erfolgreiche SEO integriert zu sehen, um die Conversionrate, die Online-PR und Social Aktivitäten einzubeziehen. Für Unternehmen, die sich nur am Rande mit SEO beschäftigen, wird es aufgrund der noch ausstehenden Updates eher schwer fallen, eine Strategie für 2012 zu definieren. Webseitenbetreiber sollten sich in erster Linie auf ein optimiertes, ganzheitliches Nutzungserlebnis, statt auf einzelne Prinzipien der Algorithmen konzentrieren, um den Webseitenbesucher auch nachhaltig zu überzeugen.