21.10.2014

1.317.000.000 Nutzer: Davon lebt Facebook. Die Beliebtheit des Social Media-Riesen bei Unternehmen bleibt ungebrochen. Doch das Image und das Monopol bröckelt. Bislang konnten Unternehmen sehr kostengünstig eine hohe Reichweite auf Facebook erzielen. Doch damit ist nun Schluss. Facebook hat seit Kurzem die Reichweite speziell für Beiträge von Unternehmen eingeschränkt. Was genau heißt das für die Marketingabteilungen und gibt es echte Alternative zu Facebook?

Aufmerksamkeit bei Facebook zu bekommen, wird für Unternehmen immer schwieriger. Dennoch erreichen Marketing-Beauftragte nach wie vor fast all ihre Zielgruppen auf Facebook und können in direkten Kontakt mit ihnen treten. Sie erhalten Informationen, die ihnen so schnell, gebündelt und kostengünstig keine Marktforschung dieser Welt liefern kann.

Neuer Algorithmus – neue Regeln

Facebook wächst rasant und auch die Anzahl des Contents nimmt stündlich zu. Während eines einzigen Newsfeed-Aufrufs müsste ein User rund 1.500 Posts konsumieren. Dies ist unmöglich und deshalb sortiert Facebook die Stories nun nach Relevanz. Doch wie genau dies geschieht, weiß ähnlich wie bei Google, niemand so ganz genau. Durch die Umstellung auf den neuen Algorithmus halbierte sich von Oktober 2013 bis Februar 2014 die Reichweite auf Facebook für unbezahlte Posts. Wer seine gewohnten Reichweiten aufrecht erhalten möchte, dem bleibt nur die Werbeschaltung.

Um Social Advertising kommt man auf Dauer nicht herum

Die Ausgaben für Social Media Ads stiegen im 2. Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 51 Prozent an – die Klickpreise sind um 54 Prozent angestiegen. Jede Social Media Plattform wird mit steigender Bekanntheit und Nutzerzahl kommerziell und muss seine Rentabilität halten. Wie jedes Medium in der Geschichte entwickelt sich auch Social Media aus den Kinderschuhen heraus und wird erwachsen. Und wer erwachsen wird braucht Geld, um zu überleben.

Mit gezielten Sponsored Post auf Facebook erreichen die meisten Unternehmen ihre Zielgruppe schnell und effektiv, da sie Wunsch-Alter, Geschlecht, Ort und vieles mehr selbst bestimmen können und Facebook zuverlässig Daten liefert. Blinder Aktionismus ist jedoch nie gut. Marketer müssen sich die richtigen Fragen stellen, bevor sie Geld auf Facebook ausgeben: Welche Leads möchte ich generieren, steht Kundendialog oder eher die Bekanntheitssteigerung im Fokus und passt der von mir ausgegebene Cntent überhaupt zu unserer Marke? Stellen Sie notfalls Ihre gesamte Content-Strategie in Frage, wenn es mit den Interaktionsraten bergab geht.

Social Media Advertising hat sogar positive Auswirkungen auf das Suchmaschinenmarketing. Mehrere Studien zeigen, dass sich Facebook-Werbung positiv auf die Effizienz von SEA auswirkt. Die Conversion-Rate von Suchmaschinenwerbung steigt an, wenn derselbe Werbetreibende seine Ausgaben auf Facebook erhöht.

Vorbild Native Advertising: Subtil und wirksam

Pinterst nutzt seit Kurzem Promoted Pins, die in den Kategorie-Feeds oder den Suchergebnissen auftauchen. Pintererst gilt neben Facebook als sehr vielversprechend bezüglich rentabler Werbeeinahmen, da hier eine hohe Performance erzeugt wird. Auch bei Twitter tritt Werbung alles andere als plakativ auf. Statt auffälligen Werbebannern wird Werbung als normale Textnachricht in das Gesamtbild integriert. Bei Instagram wird ebenfalls verstärkt auf Werbung gesetzt, doch man achtet sehr stark darauf, dass die Werbeeinblendungen subtil sind und zum Image der hippen Community passen. Fotos oder Videos, die gesponsert sind, haben lediglich ein kleines Logo integriert und fügen sich ansonsten nahtlos in das gewohnte Bild.

Was sich für Unternehmen wirklich lohnt

Viele Unternehmen fragen sich: Facebook ja oder nein? Für die meisten Unternehmen lautet die richtige Antwort: Ja. Doch auch neue Netzwerke haben ihre Daseinsberechtigung und können Vorteile für Ihre Marken-Bekanntheit und Kundendialog bringen. Dies sind die heißesten Plattformen des Jahres:

Hello Ello!

Das neue Netzwerk Ello ist momentan in aller Munde. Keine Werbung, kein Kommerz – das hat man vor 5 Jahren auch von Facebook gesagt. Ello tritt sehr exklusiv auf und möchte sich offensiv von Facebook abheben. Wer sich registrieren möchte, braucht eine persönliche Einladung oder muss sich beim Ello-Team bewerben. Anders als Facebook erlaubt Ello auch die Nutzung von Nicknames. Das neue Netzwerk ist (noch) werbefrei, verkauft nach eigenen Angaben keine persönlichen Daten und nutzt keinen Algorithmus, der bestimmte Postings aussortiert. Das Design kommt sehr clean und aufgeräumt daher und erinnert teilweise an Twitter. Ello fragt seine Nutzer außerdem nicht nach Hobbies, Wohnort oder Arbeitsplatz. Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich Ello zu einer echten Alternative zu Facebook entwickeln kann.

Einfach, schnell und sicher: Snapchat

Bild-Netzwerke werden im Social Media-Dschungel immer wichtiger. Nicht nur Pinterest und Instagram sind vielversprechende Player, sondern auch Snapchat. Die Messaging-App für Smartphones und Tablets, macht es möglich, Fotos zu schicken, die lediglich eine kurze Zeit abrufbar sind und sich dann selbst zerstören. Über einen Timer können man auch kürzere Zeitspannen zur Löschung gewählt werden. Darüber hinaus stehen einige kleine Bildbearbeitungs-Tools zur Verfügung. Die sogenannten “Snapchat Stories” reihen mehrere “Snaps” aneinander, um eine “Story” zu erzählen, die dann erst nach 24 Stunden automatisch gelöscht wird. Ganz neu ist, dass Snapchat auch Werbung schaltet. Zunächst sind die Werbeeinblendungen nur für Nutzer in den USA, innerhalb ihres Newsfeeds, sichtbar.

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Let ist da

Egal ob bekannte Netzwerke wie XING für das Business oder Unbekanntere wie Hundefreigang für Hundebesitzer: Nischen-Netzwerke, also Social Media-Angebote für eine spezielle Zielgruppe, sind im Kommen. Das soziale Netzwerk mit dem Namen “Let” wendet sich hauptsächlich an junge Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren. Let setzt auf verschiedene Gamification-Funktionen, mit denen die Nutzer z.B. untereinander Sterne verteilen können. Die Beiträge mit den meisten Sternen erscheinen dann auf einem Leaderboard. Internet-Guru Sascha Lobo schreibt aktuell in seiner Spiegel-Kolumne “Junge Mädchen regieren das Internet. Sie nutzten soziale Medien deutlich intensiver als alle anderen Bevölkerungsgruppen”. Hier dürfte es für Unternehmen aus dem Kosmetik- oder Event-Bereich zukünftig also viel Potenzial geben.

Stirbt Facebook wirklich?

Guter und relevanter Content ist und bleibt die beste Währung im Social Web und die Vernetzung dieser Inhalte auf diversen Plattformen ist die Königsdisziplin. Dennoch zeichnen sich gerade fundamentale Umwälzungen in der Social Media-Welt ab: Nischennetzwerke werden wichtiger, Bilder gehen vor Text und Social Media Ads müssen in Betracht gezogen werden, um Reichweiten beizubehalten. Wir unterstützen Sie gerne bei der Planung und Umsetzung Ihres Social Media-Marketings.