04.06.2014

Social Media gehört sowohl in der B2C- als auch in der B2B-Kommunikation zum Handwerkszeug der Marketer. Aus der Vielzahl der sozialen Kanäle und neuen Trends das für das eigene Unternehmen passende auszuwählen, ist meist nicht so einfach und erfordert Fingerspitzengefühl und eine genaue Kenntnis der Zielgruppe. Zudem müssen Unternehmen immer wieder auf Veränderungen in Richtlinien und Neuerungen in Algorithmen reagieren, um erfolgreich zu bleiben.

Laut einer Studie des ersten Arbeitskreises Social Media in der B2B-Kommunikation setzen 90 Prozent der befragten Unternehmen Social Media bereits ein. Die Arbeit in Sozialen Netzwerken gehört somit ganz selbstverständlich zum Kommunikationsmix. 86 Prozent der Unternehmen nutzen Facebook, 81 Prozent sind auf Xing aktiv, gefolgt von Twitter (70 Prozent) und Instagram (9 Prozent). Die Studie zeigt aber auch eine Veränderung in der prozentualen Verteilung der verschiedenen Kanäle: 50 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass Instagram in den nächsten 5 Jahren stark wachsen wird und auch 44 Prozent der Befragten sehen die Blogplattform Tumblr in Zukunft sehr weit vorne.

Wie die Studien des Arbeitskreises zeigen, wird die Social Media Kommunikation vor allem zur Steigerung des Images (75 Prozent) und des Bekanntheitsgrades der Marke (69,8 Prozent) genutzt. Noch 60 Prozent der Unternehmen sehen die Neukundenansprache als Ziel für ihre Social Media Aktivitäten.

 

Facebook

Diese Ziele zu erreichen, wird aber vor allem auf Facebook immer schwieriger. Durch diverse Anpassungen des Algorithmus erreichen Postings oft nur eine kleine Gruppe von Nutzern. Ohne die Facebook-Marketing-Tools liegt die Reichweite von guten Seiten bei ca. 5 Prozent der Fans. Die Logik hinter den Anpassungen: das altbekannte Content is King. Nur gute und relevante Postings sollen den User erreichen, denn auch nur das interessiert ihn und bietet Mehrwert.

Demnach sind gute Content-Strategien eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Facebook-Nutzung. Marketer sind also gezwungen, entweder mehr Ressourcen in Social Media und eine ausgefeilte Strategie zu investieren oder Facebook als Paid-Media-Kanal zu behandeln und Reichweite durch Marketingtools einzukaufen. Das Fazit bleibt aber, dass ein Engagement in Social Media zielgerichtet und strukturiert erfolgen muss. Ein paar Postings nebenbei ohne genauen Redaktionsplan und Relevanz für die User, wird in Zukunft nicht mehr funktionieren.

 

Instagram

Wie aus den Umfragen des Arbeitskreises ersichtlich ist, wird Instagram in der Social Media Kommunikation weiter an Bedeutung gewinnen. Für die B2C-Unternehmen ist es sicherlich eine interessante Alternative, ihre Produkte in Szene zu setzen und die 152 Millionen aktiven Nutzer zu erreichen. B2B-Unternehmen haben es weitaus schwerer, die Plattform erfolgreich zu nutzen.

Mittlerweile gibt es aber einige Unternehmen, die vor allem die visuellen Vorteile von Instagram für sich entdeckt haben. Die Masse an kreiertem Content kann User überfordern und je kürzer oder visueller Beiträge aufbereitet sind, desto eher werden sie aufgenommen. B2B-Unternehmen haben auf Instagram die Möglichkeit, ihre Unternehmenskultur visuell darzustellen und ihre Marke authentisch zu präsentieren. Dies kann nicht nur für das Recruiting von Vorteil sein. Die Menschen hinter der Marke kennenzulernen kann auch positiv auf das Unternehmens-Image in der Branche und bei Kunden einzahlen.

Unternehmen wie Maersk Line präsentiert anhand eindrucksvoller Bilder, wieviel Ästhetik in ihren Produkten liegen kann. Die Bilder zeigen aber auch die Leidenschaft der Menschen dahinter, die ihr Produkt lieben und es deshalb entsprechend in Szene setzen können.

Erfolgreiche B2B-Unternehmen auf Instagram müssen Kreativität beweisen, um ihre Follower auf lange Sicht zu halten. Also auch hier ist eine genaue Planung und zielgerichtete Vorgehensweise sinnvoll, um einen hohen Standard zu gewährleisten.

 

Pinterest

Die Bilder-Pinnwand Pinterest hat 70 Millionen Nutzer weltweit, 20 Millionen davon sind aktiv. 1.090 Besucher pro Minute können gezählt werden. Über 80 Prozent der Nutzer sind weiblich, dies sollte bei den Vorüberlegungen zur Kanalauswahl bedacht werden. Auch hier können B2B-Unternehmen Ihre Kunden mit visuell attraktiven Bildern unterhalten und informieren. Thumbnails, die auf die eigene Website verlinken, generieren Traffic und im besten Fall neue Leads. Infografiken oder Produkt- und Service-Bewertungen bieten Nutzern interessanten Mehrwert, Event-Fotos geben Einblick in die Unternehmens-Seele und auch Content anderer User kann gepinnt werden, um Nutzern möglichst umfassende Informationen aus einer Hand zu bieten.

Ein Redaktionsplan ist hier ebenfalls unerlässlich, um interessanten und relevanten Content zu posten und den eigenen Pinterest-Account so attraktiv wie möglich zu machen. Bei aller Planung: Bleiben Sie aber stets spontan, um auch aktuelle Entwicklungen und News mit einfließen zu lassen.

 

Die Zukunft ist visuell

Bilder werden mehr und mehr zu einem wichtigen Element im B2B Marketing und SEO. Gute Bildwelten kreieren einen direkten und langanhaltenden Effekt bei der Zielgruppe. YouTube, Pinterest, Instagram und Vine werden in den nächsten Jahren mehr und mehr in die Kommunikationspolitik der Unternehmen, egal ob B2C oder B2B, einfließen und mit cleveren Ideen lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Auch mit der verstärkten Nutzung von Bildmaterial auf den eher textlastigen Plattformen wie Facebook und Twitter ist in Zukunft zu rechnen.

Unternehmen müssen die Bedürfnisse der Zielgruppe im Auge behalten und Informationen teilen, die diese auch für relevant erachtet. Dies kann visuell oder in Textform geschehen. Wichtig für alle Aktivitäten auf Social Media Plattformen ist allerdings, dass sie nicht als Selbstdarstellungsplattformen verstanden werden sollten, sondern Teil einer intelligenten Content Marketing Strategie werden.