22.08.2012

Wirklich gute Kandidaten haben oftmals nicht nur ein, sondern gleich ein Dutzend Angebote auf dem Tisch. Ein erfolgreiches Personalrecruiting mit Rundumblick ist deswegen das A und O für Personalverantwortliche von heute. Während früher nur Anzeigen und Headhunter echten Erfolg versprochen haben, werden heute die sozialen Netzwerke als zusätzlicher Kanal genutzt – und das mit großem Erfolg! Das sogenannte Social Recruiting hat sich in den letzten paar Jahren vom Hype zum ernsthaften Recruiting-Kanal etabliert.

Egal wohin man schaut: Die Problematik des Fachkräftemangels zieht sich durch fast alle Branchen. Doch oft ist das Problem hausgemacht und ist mithilfe einiger Tipps schnell in den Griff zu bekommen. Die Ansprache der jungen Generation scheitert meist an der Wahl der Medien. Klassische Stellenanzeigen in Print-Tageszeitungen werden meist nur noch von Eltern wahrgenommen, die ihren Kindern bei der Jobsuche helfen.

Der richtige Mix macht’s.

Laut Branchenverband BITKOM sind 92 Prozent der Jugendlichen in sozialen Netzwerken aktiv und 78 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen sie täglich. Viele Personaler setzen aber noch immer auf klassische Printmedien oder Online-Jobportale ohne Netzwerkcharakter wie beispielsweise monster.de. Diese Wege sind zwar nicht verkehrt, doch wer eine ganzheitliche Recruiting-Strategie möchte, muss sich auch in Social Media positionieren. Die Digital Natives sind dort zu Hause und können für Arbeitgeber hier persönlich und individuell erreicht werden. Durch Profilangaben von Usern können Social Recruiter einschätzen, ob die Person ein geeigneter Kandidat ist – oder auch nicht. Social Recruiting ist auf zwei Wegen möglich: Zum einen durch das direkte Anschreiben des Kandidaten (Social Distribution) und zum anderen durch das passive Einblenden von Werbemaßnahmen (Social Profiling). Personaler können durch das Social Recruiting kostengünstig auf den größtmöglichen Pool an Kandidaten zurückgreifen, der ein authentisches Abbild von Persönlichkeiten und Fähigkeiten bietet.

http://www.youtube.com/watch?v=0pjuV5zUlMc 

 

Konzerne wie BMW, Otto und Deutsche Post DHL sind Vorreiter im Social Recruting und haben schon seit Jahren Erfolg mit dem Konzept. Doch auch die Bundeswehr setzt auf Rekrutierung via Facebook, um interessierte junge Leute für die Mannschaft zu begeistern. Selbst kleine und mittelständische Unternehmen entdecken Facebook und Co. zunehmend für die Rekrutierungsarbeit und als Möglichkeit, vakante Positionen zu veröffentlichen oder einfach mit potenziellen Kandidaten ins Gespräch zu kommen.

 

Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING sind die am häufigsten zum Social Recruiting verwendeten sozialen Netzwerke. Hier ein Überblick:

Facebook

Studenten sowie junge Fach- und Führungskräfte sind vermehrt auf Facebook unterwegs. Gutes Social Recruiting sollte also auf jeden Fall im größten aller Netzwerke verankert sein.

Die Facebook-Seite von Unternehmen dient als Wegbereiter für erfolgreiche Business-Kontakte und Bewerber-Management. Auf dieser Seite können sich Interessierte nicht nur Informationen über das Unternehmen, seine Struktur und Produkte holen, sondern auch in direkten Kontakt treten.

 

Gesonderte Karriereseiten von Unternehmen können in Facebook erstellt werden, auf denen sich gebündelte Informationen zu allen Personalthemen finden. Hier sollten alle Dinge zu Karrieremöglichkeiten, offene Stellen und dem Bewerbungsverfahren bereitstehen. Interaktive Tools wie ein „Bewerben“-Button oder ein direkter Link zur Unternehmenswebsite sind gute Möglichkeiten das Interesse zu wecken. In Facebook bieten sich hervorragende Möglichkeiten mit interessantem Content zu arbeiten. Videos, Bilder oder Steckbriefe von Mitarbeitern, die über ihre Aufgaben und den Arbeitsalltag berichten, Tipps vom Personalchef für künftige Bewerber oder ein Imagevideo des Unternehmens bieten Mehrwert für den Nutzer. Der Bewerber bekommt so schon mal einen ersten Blick hinter die Kulissen und somit einen Eindruck von Arbeitsklima und Unternehmensphilosophie.

XING

XING als größtes deutschsprachiges Netzwerk für berufliche Kontakte ist für das Social Recruiting besonders interessant. Hier gibt es die Möglichkeit einer Recruiter-Mitgliedschaft für Personalverantwortliche, die spezielle Suchfilter bietet. So können HR-Verantwortliche detaillierte Kandidaten-Informationen im Suchergebnis sehen und einen Kandidatenstatus pflegen, mit dem Sie stets den Überblick behalten. Das Unternehmensprofil auf XING bietet für Unternehmen viel Fläche zur Eigendarstellung und Veröffentlichung von Stellenangeboten. Es können Kontaktdetails hinzugefügt werden und Informationen zum Unternehmen veröffentlicht werden.

LinkedIn

LinkedIn ist in Deutschland bei weitem nicht so etabliert wie XING, bietet aber dennoch Potenzial für Recruiter. Es gilt nicht mehr nur als Netzwerk für internationale Kontakte, sondern ist durchaus auch ein hilfreiches Tool für deutschsprachige HR-Professionals.

Die sogenannten „Hiring Solutions” sind ein speziell auf die Wünsche von Unternehmen zugeschnittenes Produktportfolio, das die Suche und die Ansprache von Fach- und Führungskräften effektiv gestaltet. Die Recruiting-Funktion „Job Slots” macht die Verwaltung und Veröffentlichung von Stellenangeboten einfacher.

Twitter

Twitter ist ein Microblog und eignet sich nicht uneingeschränkt zur Streuung von umfangreichen Informationen und Direktkommunikation. Die Nutzung des Zwitscher-Dienstes für Recruiting-Zwecke sollte also lediglich ein (kleiner) Baustein im Kanal-Mix sein. Für einige HR-Dienstleister, Jobbörsen und Recruiting-Abteilungen ist Twitter nicht mehr als ein interessanter RSS Feed. Aus Recruiting-Sicht ist dies wahrscheinlich auch das Maximum, was aus Twitter rauszuholen ist.

Google+

Google+ ist ein sehr junges Netzwerk und hat sich noch nicht allumfassend etabliert. Dennoch sollten Unternehmen auch hier ein Profil anlegen, da sich „Facebook-Widersacher” hier treffen und sich so ungeahnte Möglichkeiten bieten. Je enger der Bewerbermarkt in einer bestimmten Branche, desto sinnvoller ist es, auf Google+ zusätzlich präsent zu sein.

Wie bei den Facebook-Fanpages sind auch bei Google+ Bilder und Links besonders aufmerksamkeitssteigernd. Ein Banner im Header der Google+-Seite bietet die Möglichkeit, ein Logo oder HR-spezifische Inhalte präsent zu platzieren. Als Arbeitgeber kann man mit einem begrenzten Teilnehmerkreis (z.B. aus einem Talentpool) im Hangout-Bereich per Live-Video-Chat kommunizieren, was den direkten Kontakt noch authentischer macht.

Es gibt spezialisierte Suchtools, die die Arbeit des Recruiters bei Google+ erleichtern: FindPeopleonPlus.com, Gpeep.com und GPlusSearch.com sind kleine Google+-Suchmaschinen, mit denen sich Profile nach gezielten Angaben durchsuchen lassen.

Insofern die Profile ausgefüllt sind, können sie hinsichtlich der Aussagekraft für Recruiting gut mit Xing oder LinkedIn Profilen mithalten.

 

 

Unsere Tipps für Ihr Social Recruiting:

  • Die Website dient als Visitenkarte im Netz. Beachten Sie, dass vorher festgelegte Markenbotschaften übermittelt werden.
  • Überdenken Sie, welche Kanäle im Web 2.0 für das Social Recruiting Ihres Unternehmens geeignet sind. Weniger ist manchmal mehr. Ein Kanal – meistens die Facebook-Karriereseite – dient als Hauptkanal, der durch die anderen ergänzt wird.
  • Fertigen Sie einen Redaktionsplan für Ihre HR-Seiten an. So ist eine stringente Struktur gesichert und aktuelle News können problemlos ergänzt werden. Langfristige Themen, wie beispielsweise Messen, können bereits lange im Vorfeld im Redaktionsplan aufgenommen werden.
  • Geben Sie möglichst zeitnah Antworten auf Posts oder Pinnwandeinträge. Wer in Social Media präsent ist muss auch den interaktiven Chrakter dieser Kanäle bedienen. Stellen Sie sicher, dass das Team auch ausreichend Ressourcen für das Social Recruiting hat.
  • Stellen Sie potenziellen Bewerbern ausreichend Informationsmöglichkeiten zur Verfügung und verlinken Sie Ihren Social Recruiting Kanal mit weiteren Auftritten im Web.
  • Schauen Sie, wo über Sie geredet wird. Gibt es bereits Bewertungen von Mitarbeitern oder Bewerbern auf Arbeitgeberbewertungsportalen? Wie können Sie daraus lernen?
  • Bleiben Sie bei der Wahrheit. Kleine Lügen werden von Usern schnell enttarnt und können Ihr Image beschädigen.
  • Nutzen Sie den Mehrwert, den Social Media Ihnen bieten. Geben Sie Links zu Ihrer Website, binden Sie Youtube-Videos ein, streuen Sie Fotos und Gewinnspiele. Kleine Extras binden Fans.
  • Veröffentlichen Sie aktuelle Stellenanzeigen über Social-Media-Kanäle. So wird auf einen Schlag eine große Anzahl von Personen erreicht, die sich schon für das Unternehmen interessieren.
  • Binden Sie das Netzwerk der Mitarbeiter und Partner mit ein. Jeder Facebook-Nutzer hat durchschnittlich 190 Freunde und bereits 18 Prozent der Jobsuchenden haben eine Jobempfehlung durch einen Facebook-Freund erhalten. Eine Stellenanzeige, die von einem Freund weitergeleitet wird, ist sehr wertvoll, da man dem Absender vertraut. So kann eine große Zielgruppe fast ohne Streuverluste erreicht werden.
  • Analysieren und tracken sie die Resonanz ihrer Social-Recruiting-Aktivitäten. Die Messung von absoluter Reichweite, Klickraten oder Bewerbungsquoten sind wichtige Erfolgsfaktoren Ihres Social Recruiting.

Personalverantwortliche sollten sich jedoch davor hüten, das Recruiting allein auf soziale Netzwerk zu verlagern. Dieses Instrument funktioniert nur im Mix mit der gesamten Bandbreite des HR-Marketings optimal.

 

Auch TWT hat seit einigen Tagen eine eigene Karriereseite auf Facebook. Hier werden neue Stellenanzeigen sowie Tipps und News über Personalthemen veröffentlicht. Interessenten können sich direkt online bewerben und auf der Pinnwand gibt es News rund um HR-Themen. Hier können Sie sich inspirieren lassen.

 

 

Sie benötigen Unterstützung bei Ihren Social Recruiting-Aktivitäten? Dann kommen Sie gern auf uns zu.