31.01.2018

Immer mehr Länder prüfen die Chancen der Einführung einer staatlichen Digitalwährung. So soll in Russland der Krypto-Rubel von staatlichen Stellen ausgegeben und kontrolliert werden, wohingegen Estland an einem Estcoin arbeitet, der die Entwicklung der digitalen Nation unterstützen soll. 

Vorteile einer Digitalwährung

Eine Art Staats-Coin kann durchaus Sinn machen, wenn er auf Grundlage der traditionellen Kryptowährung aufgebaut wird. Die Transaktionen mit Kryptowährungen wie Bitcoin sind anonym und die Personen, die untereinander Währungen tauschen, benötigen lediglich die Krypto-Adresse, um Coins zu übertragen. Name und Wohnort der Personen bleiben unbekannt. Dies bedeutet, dass Kryptowährung ebenso anonym ist, wie das Bezahlen mit Bargeld.

Use Case Schweden

Die schwedischen Banken stehen vor einer Herausforderung, kaum ein Bürger zahlt noch mit Bargeld. Ende 2016 fanden nur noch 15 Prozent aller Transaktionen im Handel in bar statt. Dies führt dazu, dass immer weniger Bargeld in Umlauf kommt und Händler dazu übergehen kein Bargeld mehr zu akzeptieren. Für die Verbraucher ist positiv, dass in nahezu allen Geschäften bargeldlose Zahlungsmittel angenommen werden. Eine digitale Währung könnte das Bezahlen im Handel weiter vereinfachen.

Auch erste positive Nebeneffekte sind aufgrund der hohen Anzahl an bargeldlosen Zahlungen zu verzeichnen. Darunter weniger Raubüberfälle, Schwarzgeldgeschäfte und der Rückgang an Verwaltungskosten für Bargeldabwicklungen. Dennoch soll das Bargeld nicht abgeschafft werden, die digitalen Coins sollen vielmehr die herkömmliche Währung als moderne Zahlungsform ergänzen. Schweden arbeitet derzeit an einem Konzept für die eigene Digitalwährung, der eKrona, bis Ende 2019 soll entschieden werden, ob die Währung zum Einsatz kommt. 

Kritische Stimmen bei den Zentralbanken

Notenbanken glauben, dass eine eigene Kryptowährung Probleme im Finanzsystem bereitet. Es könnte zu einem sogenannten Bank Run kommen, bei dem Einleger versuchen möglichst zeitnah ihre Einlagen in Bargeld abzuheben, welches in dieser großen Menge nicht verfügbar ist.

Und auch Experten warnen davor, dass Bürger Konten für Kryptowährung direkt bei der Zentralbank verwalten. Die Banken könnten beispielsweise Negativzinsen mit einem Klick direkt vom Konto einziehen. Auch die Anonymität könnte bei einer staatlichen E-Währung verloren gehen. Zentralbanken können die Programmierung der Coins so gestalten, dass Bürger ihre Identität und Transaktionen darstellen müssen. Dies führt zur Kontrolle des kompletten Geldfluss durch die Zentralbanken.

Ausblick in die Zukunft

Eine staatliche Digitalwährung ist derzeit nur schwer mit Kryptowährung wie Bitcoins oder Etherum zu vergleichen. Die Gestaltung und Programmierung durch die Zentralbanken, könnte einen großen Einfluss auf die digitale Währung haben und den Banken ein staatliches Geldmonopol sichern. Im Hinblick auf den allgemeinen Rückgang von Barzahlungen sollten sich Regierungen und Staaten dennoch mit der Thematik auseinandersetzen, welche Zahlungsformen und -möglichkeiten für ihre Bürger in einer digitalisierten Welt sinnvoll sein können.