09.07.2019

Der Name PropTech setzt sich aus den jeweiligen Anfangssilben von „Property“ und „Technology“ zusammen und verrät den Fokus auf Technologie als wichtigstes Merkmal. Grob lässt sich der Markt in folgende Untersegmente einteilen:

  • Vermietung und Verkauf – Bewertung und Vermittlung von Miet- und Kaufobjekten für Besitzer und Suchende Makler-Tools: Administration des Maklergeschäfts, z.B. von Anfragen und Verträgen
  • Temporäre Vermietung für private Besitzer wie AirBNB
  • Smart Home / Home Services: Gebäudesteuerung und Administration für Immobiliennutzer
  • Property Management: Administration von Immobilienobjekten und Mietverhältnissen für Besitzer
  • Facility Management:  Bewirtschaftung von Immobilien für Besitzer und Hausverwaltungen
  • Construction Management – Unterstützung beim Bau neuer Objekte (z.B. Visualisierungstools)
  • Crowd Investing: Portale ermöglichen Investments in Immobilien-Projekte

Transparenz in der Immobilienbranche

Der Immobilienmarkt ist traditionell sehr komplex, unter anderem weil er sich regional und lokal sehr stark unterscheidet und jede Immobilie einer ausführlichen Einzelbewertung unterzogen werden muss. Viele Beteiligte bemühen sich um gute Geschäfte: private und institutionelle Investoren und Vermieter, Banken, Finanzierer, Kommunen und Makler. Entsprechend schwer ist es, werthaltige Informationen zu erhalten. Die PropTechs können zu mehr Transparenz im Immobilienmarkt beitragen: mit ihren Tools lassen sich Kauf- und Mietpreise darstellen, auch Privatpersonen können leichter Immobilien handeln.
So schwindet theoretisch auch der Einfluss von Maklern auf den Markt - allerdings finden in der angespannten Marktsituation, die eindeutig Verkäufer bevorzugt, weiterhin viele Verkäufe über die Profis statt. Zumal die Kosten für die Vermittlung im Normalfall beim Käufer liegt. Auch profitieren die Makler von den neuen technologischen Möglichkeiten wie Tools zur Erstellungen von virtuellen Rundgänge und andere Visualisierungen, die breite und tiefe Einblicke in einzelne Immobilien ermöglichen.

Homeday - vom Maklervermittler zum Bewertungsportal

Exemplarisch für die Entwicklung der PropTechs sei das Unternehmen Homeday genannt, das auch durch den Homeday Preisatlas bekannt geworden ist. Gestartet als Service für die Vermittlung von Maklern, richtet sich das Startup zunehmend auch direkt an Endkunden. So können Immobilienbesitzer ihr Haus oder Eigentumswohnung online schätzen lassen, auch für die Bewertung von Kaufobjekten lässt sich Portal nutzen, auch wenn es nicht explizit darauf ausgerichtet ist. Über den Homeday Preisatlas können Verkaufspreise aus den letzten Jahren nachvollzogen werden. Ähnlich wie die PropTechs Realbest und McMakler entsteht über diesen kostenlosen Service anhand von Verkaufsdaten und Rechenmodellen der Traffic auf der Website und vor allem der direkte Kontakt zum Kunden und so die Chance, selbst als Makler auf zu treten, weil bewertete Objekte relativ leicht angekauft oder vermittelt werden können. 

Blogger geben den Ton an

Eine sehr wichtige Rolle in der Kommunikation zwischen Verkäufern, privaten Investoren und potentiellen Selbstnutzern spielen Blogger. Neben renommierten und zumeist älteren Experten, die vor allem als Redner und Buchautoren auftreten, nutzen die jungen Blogger primär moderne Kommunikationskanäle wie YouTube oder Podcast-Channels. Dazu zählt beispielsweise das Startup Immocation, das über YouTube inhaltlich sehr tiefgehende Analysen zur Verfügung stellt. Auch werden zusammen mit Nutzern echte Fallbeispiele von Immobilienkäufen in längeren Video-Serien durchgespielt - von der Marktanalyse über die Besichtigung bis zum Kauf. Auch wird eine App für die Schnellbewertung der Rentabilität von Immobilien kostenlos bereitgestellt, die als Marketing-Brücke zu Website und YouTube-Channel dient. Das Geschäftsmodell von Immocation basiert auf mehreren Quellen, neben YouTube auch über den Verkauf eines entsprechenden Buchs über Amazon und über den Verkauf eines ausführlichen Bewertungstools.

Klimaschutz und Effizienz mit Apps

Die sogenannten Smart-Home-Apps wie tado sorgen - auch in Verbindung mit Voice Assistents - für eine energieeffizientere Immobiliennutzung. Die Analyse- und Visualisierungs-Möglichkeiten der smarten Assistenten ermöglichen den bewussteren Umgang mit Energie-Ressourcen. Gerade im Umfeld eines steigenden politischen Drucks zu nachhaltiger Bewirtschaftung ein zunehmend wichtiger Faktor.