02.01.2017

Selfie-Jobs, Truffls oder TalentHero – Recruiting und die Jobsuche findet heute per App statt. In den Anwendungen haben Bewerber die Möglichkeit, ein Profil, inklusive Referenzen und Lebenslauf zu veröffentlichen. Auf der anderen Seite bieten Unternehmen ihre offenen Stellen auf der Plattform an. Der Bewerber, der die Anzeige des Unternehmens interessant findet, bekundet sein Interesse durch einen Wisch nach rechts und sendet auf diese Weise seine Daten an das Unternehmen. Kommt das Profil des Bewerbers gut an, reagiert das Unternehmen entsprechend. Es entsteht ein “Match” und die Möglichkeit Kontakt aufzunehmen. Was einen an das Auswahlverfahren bekannter Dating Apps erinnern mag, ist für viele Bewerber sowie das Human Resource Management eine unkomplizierte Methode im Bewerbungsprozess.

Die Personalabteilungen wissen, dass sich das Vorgehen in der Jobsuche verändert hat. Viele sind daher offen für neue Formen des Recruitings. Wenn die Kontaktaufnahme mit einem “Swipe” für den Bewerber der bevorzugte Prozess ist, stellen Human Resource Manager sich gern darauf ein. Auch sie wollen auf diese Weise darstellen, dass man sich in ihrem Unternehmen offen gegenüber neuen Herangehensweisen zeigt. Der Komfort für die Bewerber, sich per Smartphone innerhalb einer App zu bewerben, kommt auch dem Unternehmen zu Gute. Im derzeitigen War of Talents bedeutet jede Möglichkeit, die hochklassige Bewerbungen in ein Unternehmen bringt, eine Reduzierung der eigenen Ressourcen für Active Sourcing.

Großer Anteil der Bewerber durch Active Sourcing

Ein großer Teil des Bewerbungsprozesses im digitalen Raum findet vor allem seitens der Personalabteilungen statt. Sie suchen aktiv nach passenden Mitarbeitern auf Plattformen und Karrierenetzwerken. Das Verhältnis von Recruiting zu Bewerbungen aus eigenem Antrieb liegt bei 70 zu 30 Prozent. Dies gilt besonders für Unternehmen, die einen hohen Bedarf an Fachkräften mit speziellen Fähigkeiten haben, wie zum Beispiel im Entwickler-Bereich. Karrierenetzwerke, wie Xing oder LinkedIn, sind hier die erste Anlaufstelle für die Suche nach Talenten.
Personen mit passenden Fähigkeiten werden proaktiv von der Personalabteilung kontaktiert. Berufsnetzwerke werden aber auch seitens der Bewerber genutzt. Human Resources-Abteilungen bekommen oft nur einen Link auf das Profil geschickt, statt eines klassischen Lebenslaufs.
Ein QR-Code auf einem Lebenslauf, der die Kontaktdaten des Bewerbers direkt auf das Smartphone überträgt, hinterlässt einen guten Eindruck bei den Recruitern und ist ein kreativer Ansatz sich von der Masse abzuheben. Ausgefallene Ideen erhöhen die Chance auf eine Stelle.

Bloggen über die Jobsuche

Aus Finnland nach Deutschland ziehen und dann auch noch einen neuen Job in einem fremden Land finden? Petra, Projektmanagerin bei TWT,  hat diesen Schritt gewagt und darüber auf ihrem LinkedIn-Blog berichtet. Durch das Bloggen konnte sie hilfreiche Kontakte knüpfen und erhielt Zuspruch und Motivation, während des Bewerbungsprozesses.
Drei Monate hat es gedauert bis Petra, die in Finnland als Journalistin und Content Managerin gearbeitet hat, in Deutschland einen Job gefunden hat. Die Berichte, über die Jobsuche in Deutschland verfasste sie in ihrer Muttersprache, dadurch wurden wenige Unternehmen in Deutschland auf sie aufmerksam. Einen positiven Effekt hatte der Blog dennoch. Unter ihren finnischen Kontakten wurden die Beiträge sehr oft gelesen und geteilt. So konnte sie die deutschen Kontakte ihrer Freunde nutzen und die Suche nach einer neuen Beschäftigung vorantreiben.

Ein großes Kontaktnetzwerk kann oftmals über den Erfolg bei der Jobsuche entscheiden. Auch Social Media macht im digitalen Bewerbungsprozess einen sehr großen Anteil aus. Unternehmen selbst haben oft eine eigene Karriere-Seite auf Facebook. Darüber werden nicht nur offene Stellen geteilt. Unternehmen bieten auch Einblicke in den Arbeitsalltag und machen es einem Bewerber so leichter sich den zukünftigen Arbeitsplatz vorzustellen.