02.08.2011

Transmedia ist einer der wichtigsten Begriffe der Entertainment- und Werbebranche geworden. Sowohl für die Unterhaltungs- als auch für die Kommunikationsbranche wird es in einer segmentierten Medienlandschaft immer wichtiger, sich durch eigene medienübergreifende Angebote zu differenzieren.

Was ist Transmedia?

Die Zeiten in denen Geschichten nur in einem Comic, einer TV-Serie oder einem Kinofilm erzählt wurden, sind längst vorbei. Transmedia hat sich zu einem eigenen Genre entwickelt. Dabei steht das ausgefallene Wort für ein simples Konzept: Geschichten crossmedial erzählen. Die Leser und Zuschauer können über einen beliebigen Kanal, wie ein Video oder eine Print-Kolumne, in die Geschichte einsteigen, sich beteiligen und werden zu den anderen Kanälen weitergeleitet. Dabei geht es nicht um die Co-Existenz, sondern um die Verschmelzung der Geschichten.

Story Architects schaffen Erzählwelten

Die Kunst des Transmedia-Storytelling ist: Aus medienübergreifend vernetzten Geschichten eine Welt zu schaffen und erlebbar zu machen. Sogenannte „Story Architects" beschäftigen sich damit, interaktive Erzählwelten zu konstruieren. Jede Plattform spielt dabei seine eigene Rolle, um die Story weiter zu erzählen – als Teil einer Präsentations-Choreographie. Die Geschichte muss dabei so aufgebaut sein, dass die User auf jedem einzelnen Kanal in die Story eintauchen können und sich nicht aus einer großen Konversation ausgegrenzt fühlen.

Marken leben von ihrer Geschichte

Vor allem die Markenbildung ist vom Storytelling abhängig. Die Identität einer Marke ist die Summe aller ihrer Geschichten. Die Markenwelt von Apple ist ein gutes Beispiel: Sie dreht sich immer um Geschichten über kreative, digital interessierte und design-verliebte Menschen. Zwischen den heterogenen Produktangeboten vom Music-Store über MacBooks und iPhones wird so eine Brücke geschlagen.

Der transmediale Kern auf den Punkt gebracht

Die Botschaft einer Story soll sich mit den Kunden verbinden und fühlbar werden. Kunden möchten aktiv an Inhalten teilnehmen. Wie Entdecker suchen sie aktiv nach Querverweisen zwischen den transmedial erzählten Inhalten. Sie füllen die Leerstellen, die der Film oder das Computerspiel hinterlassen hat, diskutieren darüber und schaffen sogar eigene Inhalte. Es gibt ihnen das gute Gefühl Experte zu sein.

Transmedia-Projekte erobern die Welt

Das Transmedia-Projekt mit der derzeit höchsten Reichweite ist die interaktive Website „Pottermore“ von J.K Rowling:

 

http://www.youtube.com/watch?v=i5DOKOt7ZF4  

Auf der Community „Post Secret“ können Nutzer anonym ihre Geheimnisse auf eine Postkarte mailen, die daraufhin auf einem Blog zu lesen sind:

 

http://www.youtube.com/watch?v=mAQtbTqDefw 

 

“Burger King” zeigt mit ihrem sarkastische Unruhestifter „King“, dass es mehr als nur ein Maskottchen ist:

http://www.youtube.com/watch?v=c-Dy0D_8-dI