22.09.2015

Die diesjährige dmexco stand unter dem Motto “Bridging Worlds”. Die Verschmelzung der Digitalisierung in allen Wirtschaftsbereichen verkörpert auch die Entwicklung der Leitmesse, die analoge und digitale Welt miteinander verbindet. Die beiden Messetage wurden mit der Opening Keynote von Günther H. Oettinger und Sir Martin Sorrell von WPP eröffnet. Neben Böse und Oettinger hieß BVDW-Präsident Matthias Wahl die Besucher willkommen. Die Keynote präsentierte zu Beginn eine aussagekräftige Zahl: 500.000 Menschen sind aktuell im digitalen Business beschäftigt. Sorrell merkte an, dass es für Unternehmen immer entscheidender wird, digitale Talente für sich zu gewinnen.

Lohnenswert waren die Diskussionen in der Debate Hall. Neue Werbekanäle wie Instagram oder neue Anforderungen an Kreative standen im Fokus der spannenden Debatten. Hier wurde auch der enorme Aufstieg der mobilen Nutzung deutlich. Die Möglichkeiten von Smartphones und Tablets haben ein neues Lebensgefühl ausgelöst. In China ist Mobile Payment zum Beispiel selbstverständlich geworden und zeigt, dass Mobile das Konsumentenverhalten entscheidend prägt. Bei Paypal werden bereits eine Milliarde Transaktionen mobil generiert. Das ist ein Viertel aller Transaktionen. Passend zum Mobile-Boom hat der Online-Vermarkterkreis (OVK) im BVDW am 1. Tag der dmexco Pognosen für den Werbeumsatz im Mobile- und Online-Bereich vorgestellt. Dieser soll in beiden Segmenten insgesamt 1,7 Milliarden Euro betragen.

TWT auf der BVDW Guided Tour

TWT Geschäftsführer Hans J. Even hat am 1. Messetag auf der BVDW Guided Tour zum Thema Digitale Transformation im Handel gesprochen und aufgezeigt wie erfolgreicher eCommerce funktioniert. Die Teilnehmer der Tour haben erfahren, wie sie ihr bisheriges Geschäftsmodell weiterentwickeln können und Kunden auf allen Kanälen begeistern.

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Die Must Haves für 2016

Zu den absoluten Must Haves für 2016 zählen Programmatic Ads. Im dmexco-Seminar “Die Rolle von Kreation in Zeiten von programmatischer Werbung” wurde aufgezeigt, dass sich gute Kreation und Automatisierung nicht ausschließen müssen. Programmatic lässt sich dabei mit “automatisiertem Media-Handel” übersetzen. Selbstlernende Algorithmen und Echtzeitmessung ermöglichen diese Form der Bannerkampagnen. Programmatic Ads sind vor allem eine Chance, Kampagnen und Botschaften in Echtzeit an die Bedürfnisse und Kommunikationswege der Konsumenten anzupassen und diese in ihrer Lebenswelt anzusprechen. In den USA betreiben bereits 80 Prozent der Marktteilnehmer Programmatic Marketing.

Mobile wird auch 2016 bestimmen. Dabei spielen drei R’s eine wichtige Rolle: Relevanz, Responsive und Realtime. Diese These wurde im Mobile Summit von Yahoo, Opera, Isobar und Telefónica aufgestellt. 25 Prozent aller digitalen Advertising-Ausgaben werden bereits mobil investiert. Mobile Anzeigen müssen dabei spezifisch für den Kanal angelegt werden. Was auf dem Desktop wirkt, muss nicht zwingend mobil beim Nutzer ankommen. Daher raten die Experten im Mobile Summit zu zwei verschiedenen Konzepten. Dieses sollte Daten und Kreativität kombinieren. Relevante Inhalte in Echtzeit und responsive zu schalten, macht Mobile Advertising zum Erfolg.

Die mobile Welt horcht auch beim Thema iBeacon auf. Die kleinen Alleskönner erfinden sich nämlich neu – weg von Push-Nachrichten hin zur Analyse. Beacon sollten stärker genutzt werden, um Informationen über die eigene Kundschaft zu sammeln, um im Nachgang spezifische Push-Nachrichten auszuspielen. Des Weiteren hat die Technologie einen Sprung gemacht. Daten von Smartwatches können beispielsweise eingespeist und ausgewertet werden. Misst der Nutzer seinen Puls, bekommt er ein Kaffee-Angebot gepusht, sobald dieser nach unten geht.

Handel geht auf den Kunden zu

Im Seminar “Multitouchpoint Management” des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) wurde die Zukunft des Handels beleuchtet. Ein geräteunabhängiges, nahtloses Einkaufserlebnis wird immer wichtiger, um Kunden zu begeistern. Als unerlässlich sieht der Verband die Verzahnung von Online und Offline an. Eine Möglichkeit für Retailer ist beispielsweise die Rückgabemöglichkeit von online gekauften Artikeln im Store anzubieten.

Ein einheitliches Markenerlebnis ist dabei das A und O. Was Kunden auf der Website anschauen können, müssen sie auch am Point of Sale vorfinden.

Fazit

Die diesjährige dmexco hat bewiesen: das digitale Business ist so lebendig wie nie. Wie Marken und Unternehmen Innovationen wie das Internet der Dinge, iBeacon und Multitouchpoint Management für sich nutzen, wird die digitale Wirtschaft in den kommenden Jahren weiter prägen.