03.03.2016

Was ist ein "decoupled" CMS?

Unter einem “decoupled” oder auch “headless” CMS versteht man die Kapselung des Frontends, d.h. die für den Anwender sichtbare Schicht einer Website, vom Backend und damit dem eigentlichem Inhaltsverwaltungs-System.

Diese Architektur bietet folgende Vorteile:

  • Ein vom CMS unabhängiges Frontend erleichtert den Einsatz fortschrittlicher Frontend-Technologien wie AngluarJS, React oder BackboneJS. Moderne Methoden wie Non-Blocking oder Seamless Userinterfaces lassen sich hiermit spielend umsetzen und tragen zu einer deutlichen Erhöhung zeitgemäßer User Experience bei. Page-Reloads und Wartezeiten lassen sich so vermeiden.
  • Durch eine striktere Trennung der Entwicklungsteams (Backend/Frontend) wird kein technologieübergreifendes Wissen benötigt und mögliche Reibungspunkte bei Abhängigkeiten untereinander werden vermieden.
  • Anbindung weiterer Systeme an das Backend wie Mobile-Apps oder andere Web-Applikationen.

Neben den oben genannten Features, sollten Redakteure berücksichtigen, dass gewisse gewohnte CMS-Funktionen, wie zum Beispiel eine Seitenvorschau, durch die Applikation entfallen. Auch Sicherheits-Features zum Schutz vor Cross-Sitescripting oder Performance- & Caching-Mechanismen müssen separat in die Frontend-Applikation integriert werden. Um diesen Beeinträchtigungen entgegen zu treten, bietet Drupal 8 eine abgewandelte Variante dieser Architektur – und zwar den “Progressive Decoupling”-Ansatz.

Progressive Decoupling mit Drupal 8

Diese abgewandelte Ausführung stellt einen hybriden Ansatz dar, der Vorteile aus beiden Welten (traditionell und decoupled) vereinen soll. Wie dies gelingt beschreibt Drupal Gründer Dries Buytaert in seinem Blog. Unter dem Titel “Progressive Decoupling” wird die schrittweise Auslieferung der Inhaltskomponenten einer Website verstanden. Hierbei wird – wie bei traditionellen Seiten – das Layout vom CMS vorgegeben und liegt damit unter der Kontrolle des Redakteurs.

Beim progressiven Aufbau der Website werden nicht cachbare Inhalte, welche meist eine längere Ladezeit benötigen, separat nachgeladen so dass ein nahtlose Bedienung der Website ermöglicht wird.

 

Weitere Informationen enthält das folgende Video:

Fazit: Mit Drupal 8 in die “BigPipe”-Technologie

Drupal 8 liefert das notwendige Werkzeug für die Erstellung solcher Websites. Das Open Source Content Management System bedient sich hierbei der von Facebook verwendeten “BigPipe”-Technologie. Der klare Vorteil: Lange Wartezeiten beim Seitenaufruf lassen sich vermeiden, da bestimmte Bereiche der Website bereits vorab ausgeliefert und dem Anwender zur Verfügung gestellt werden. Wie bei Facebook werden noch zu ladende Teile zunächst mit Templates versehen. Die Website zeigt damit zu jedem Zeitpunkt ein vollständiges Layout an. Mehr dazu erfahren Sie im Trendwatching bei TWT TV:

Drupal 8 bietet mit seiner Rest API auch die Möglichkeit beide Ansätze zu nutzen, um beispielsweise eine Mobile App mit CMS-Daten zu versorgen. So kann das CMS als zentraler Knoten verschiedenster Web-Anwendungen verwendet werden.

Unternehmen, die die User Experience ihrer Plattform verbessern möchten und/oder ihr Web-Angebot um eine Mobile-App mit zentraler Datenhaltung erweitern möchten, sollten jetzt auf ein “decoupled CMS” setzen. Nutzen Sie die umfassenden Vorteile dieses Ansatzes. Kommen Sie gerne auf uns zu und  wir beraten Sie ganzheitlich zu diesem Thema.

(Autor: Michael Hatzfeld, Team-Manager Web-Development)