29.11.2017

Kürzlich wurde erstmals eine Operation in einem 360-Grad VR-Video übertragen, welches in Echtzeit auf verschiedenen Kanälen verfolgt werden konnte. Das Besondere dabei: Durch die 360-Grad-Technologie konnten die Beobachter frei in dem Stream navigieren und so verschiedene Perspektiven im Operationsraum einnehmen. Der Stream wurde quasi in Echtzeit übertragen, auch wenn eine künstliche Verzögerung eingebaut wurde, um den Stream im Notfall während der Operation unterbrechen zu können. 

Neue Ära für Ärzte-Ausbildung

Gerade für Ausbildungszwecke eröffnen sich enorme Möglichkeiten, vor allem mit der Weiterentwicklung der VR-Technologie. Erfahrene Ärzte können bei echten Operationen im virtuellen Raum durch Guiding unterstützen. Über VR-Anwendungen können Nachwuchsärzte als virtueller Partner an Operationen teilnehmen oder im Team fiktive Eingriffe durchführen. 

Mehr Verständnis von Ärzten für ältere Patienten

In den Bereich Ausbildung und Arzt-Patient-Kommunikation gehört auch das Projekt “We are Alfred”. Es simuliert jungen Ärzten mit einer VR-Anwendung anhand des fiktiven Alfred, wie sich ein 74-jähriger in seinem Körper fühlt. Ziel ist es, jungen Ärzten einen Einblick in die Gefühlswelt älterer Patienten zu geben und so für mehr Verständnis für die entsprechenden Probleme zu sorgen.

Unterstützung im Heilungsprozess

Wer als Patient im Krankenhaus liegt, ist für jede Abwechslung dankbar. Virtual Reality bietet wunderbare Möglichlichkeiten, den Patienten aus dem Krankenbett auf eine virtuelle Reise in entlegene Regionen zu schicken. Das hilft beim Heilungsprozess und kann die Aufenthaltszeit im Krankenhaus verkürzen. Ein solches VR-Projekt wurde kürzlich in Los Angeles gestartet und führte zu einer Schmerzlinderung bei den Patienten. Besonders fordernd ist ein Krankenhausaufenthalt für Kinder. Besuche von Freunden oder der Familie helfen, die Stimmung der Kleinen aufzuhellen. Mit Hilfe von VR-Anwendungen kann die Anzahl der Treffen erhöht werden. Das niederländische Unternehmen VisitU hat sich auf diese Art virtueller Zusammenkünfte spezialisiert. 

Schnellere Mobilisierung durch Virtual Reality

Auch in der Rehabilitation leisten VR-Anwendungen schon heute gute Dienste, zum Beispiel bei der Behandlung von Schlaganfall-Patienten. Das Schweizer Unternehmen Mindmaze hilft Patienten, ihre Arme und Finger im virtuellen Raum zu bewegen. Auch wenn die Bewegung noch nicht physisch ausgeführt werden kann, wird im Optimalfall die Motivation der Patienten und ihr Gefühl für die Bewegung gesteigert und so der Heilungsprozess verkürzt.