02.05.2019

Im Projektmanagement tauchen manchmal Hürden auf, die einen reibungslosen Projektverlauf gefährden. Dennoch fällt es schwer loszulassen. Warum?

Fehlerhafte Konzeption und Vorurteile

Ein vielversprechendes Projekt kann daran scheitern, dass es von vornherein fehlerhaft konzipiert wurde. So zum Beispiel, wenn Fähigkeiten überschätzt oder Zeitpläne zu knapp angelegt werden.

Auch Vorurteile unter den Beteiligten können den Projekterfolg gefährden. Entscheider könnten an der vermeintlich großartigen Projektidee festhalten und die Fehler auf die mangelhafte technische oder prozessuale Ausführung schieben. HIngegen könnte die IT wiederum das Grundkonzept für das Scheitern verantwortlich machen.

(Zu) großer Ehrgeiz und hoher Einsatz

Das Team hat den Anspruch, sein Versprechen einzuhalten und hofft das Projekt doch noch irgendwie beenden zu können. Viel zu viele Ressourcen wurden bereits verschwendet. Und auf der anderen Seite stehen die Erwartungen weiterer Stakeholder wie des Kunden. Auch er hat schon Investitionen getätigt, die unwiederbringlich sind. Das führt dazu, dass Unternehmen so zögerlich agieren, wenn es um das Beenden eines Projekts geht.

Kultur des Scheiterns einführen

Wann ist ein Projekt abzubrechen? Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Gehen Sie die Konsequenzen durch, die die weitere Projektarbeit beinhalten würde. Es liegt in den Händen der Projektverantwortlichen zu erkennen, ab wann das Projekt nicht mehr realisierbar ist. Dazu sollten Unternehmen aber auch eine Abbruch- und Fehler-Kultur ermöglichen. Führt ein vorzeitiges Beenden hingegen dazu, dass Teammitglieder ihr Ansehen verlieren, werden sie das Projekt kaum stoppen, sondern den mangelhaften Fortschritt nur weiter kaschieren.  

Besser: Aus Fehlern lernen. Viele haben Angst davor, Fehler zu machen. Dabei könnte es für künftige Projekte sehr wertvoll sein, diese zu analysieren. 

Checkliste: Daran erkennen Sie Highrisk-Projekte

  • Interne oder externe Veränderungen: Gab es während des Projektes technologische oder gesellschaftliche Veränderungen, die sich negativ auf das Projekt ausgewirkt haben?
  • Unrealistische Projektziele: Waren die Ziele zu optimistisch gesetzt, vielleicht sogar utopisch? Oft zeichnet sich schon im Laufe des Projektes ab, dass vereinbarte Meilensteine nicht erreicht werden können.

  • Zeitplan überschritten: Nur selten kann der Zeitrahmen wieder eingeholt werden, wenn er einmal in Verzug geraten ist. Eine eingehende Analyse kann aufzeigen, woran das liegt.
  • Unmotiviertes Team: Arbeitet das Team effektiv genug zusammen? Oder gibt es interne Konflikte, durch die sich das Projekt mehr und mehr verzögert? Dann ist es sinnvoll Teile des Teams auszutauschen. Denn Außenstehende bringen oft einen neuen Blickwinkel in das Projekt.

Wie Sie Ihr Projekt doch noch retten können

Teilerfolge sind noch möglich, wenn eine neue Richtung eingeschlagen wird oder die Ziele neu skaliert werden. Es ist hilfreich, von starren Projektstrukturen abzusehen und beispielsweise auf agile Methoden zurückzugreifen. Hierbei kann das Team flexibel auf Veränderungen reagieren. Agile Projekte sind meist erfolgreicher als die traditionellen Wasserfall-Projekte.

Daneben führt eine klare, realistische Zielsetzung zum Erfolg. Grundsätzlich haben kleinere Projekte eine höhere Erfolgsquote, da weniger Personen in den Abstimmungsschleifen verwickelt sind.